Lehrer mit Schulklasse im Unterricht. Auf der Tafel sind Erklärungen zum Fach Physik zu erkennen.

Unterrichtsversorgung

Die Landesregierung arbeitet kontinuierlich daran, den über Jahre entstandenen Lehrkräftemangel zu verringern – durch verschiedene Maßnahmen und mit Erfolg, wie aktuelle Zahlen zeigen.

Innerhalb von nur fünf Jahren hat die aktuelle Landesregierung den Schuletat um mehr als 3,1 Milliarden Euro gesteigert – Geld, das den Schülerinnen und Schülern insbesondere in Form von zusätzlichen Lehrerstellen dauerhaft zugutekommt.

Die Lage auf dem Lehrkräftearbeitsmarkt ist in nahezu allen Bundesländern sehr angespannt. Das betrifft vor allem die Lehrämter an Grundschulen, in der Sekundarstufe I, an Berufskollegs und für die sonderpädagogische Förderung.

Die Landesregierung hat in dieser Legislaturperiode große Anstrengungen unternommen, um trotz des von der Vorgängerregierung maßgeblich verursachten Lehrermangels die Versorgung der Schulen mit gut ausgebildeten Lehrkräften zu verbessern.

Die Maßnahmen der Landesregierung zur besseren Ausstattung der Schulen mit Lehrkräften und weiterem Personal, die tatsächlich in den Schulen arbeiten und unterrichten, die Bereitstellung von mehr Lehrerstellen für die Schulen sowie die Schaffung und Sicherung von zusätzlichen Studienplätzen zeigen Wirkung:

  1. Im Schuljahr 2021/22 arbeiteten und unterrichteten 13.300 Lehrkräfte (und weitere Landesbedienstete) mehr an den öffentlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen als im Schuljahr 2016/17 zur Zeit der Vorgängerregierung.
  2. Seit 2017 hat die Landesregierung rund 16.000 Lehrerstellen geschaffen und erhalten, knapp 10.000 zusätzliche Stellen wurden geschaffen, mehr als 6.300 von der Vorgängerregierung zur Streichung vorgesehene Stellen wurden erhalten. Damit wurde dafür gesorgt, dass die Schulen in Nordrhein-Westfalen besser auf zunehmende Herausforderungen wie Inklusion, Integration, aber auch die Aufarbeitung der Folgen der Corona-Pandemie vorbereitet sind.
  3. Die Landesregierung hat zusammen mit den Hochschulen eine Studienplatz-Offensive für zukünftige Lehrkräfte gestartet, die konsequent umgesetzt wird. In dieser Legislaturperiode sind rund 1.450 zusätzliche Studienplätze geschaffen und dauerhaft gesichert worden, insbesondere für die Lehrämter Grundschule und Sonderpädagogik, für die von der Vorgängerregierung nicht in ausreichendem Maße Studienplätze bereitgestellt wurden.
  • Im Schuljahr 2016/17 waren 167.227 Lehrkräfte und weitere Landesbedienstete (Vollzeit- und Teilzeitkräfte) in den öffentlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen beschäftigt. Die aktuellen Daten der Amtlichen Schuldaten weisen für das Schuljahr 2021/22 insgesamt 180.570 Lehrkräfte und weitere Landesbedienstete aus (Vollzeit- und Teilzeitkräfte). Damit sind mittlerweile 13.343 Lehrkräfte und weitere Landesbedienstete mehr an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen hauptamtlich beschäftigt als zur Zeit der Vorgängerregierung.
  • In diesen 13.300 zusätzlich Beschäftigten sind auch die gewonnenen Lehrkräfte durch die vier Maßnahmenpakete zur Lehrkräftegewinnung der Landesregierung enthalten. Seit Beginn der Legislaturperiode hat das Ministerium für Schule und Bildung vier umfangreiche Maßnahmenpakete geschnürt, um die Personalsituation der Schulen zu verbessern, die kurz-, mittel- und langfristig Wirkungen zeigen.
  • Allein mit diesen vier Maßnahmenpaketen sind bislang rund 5.700 zusätzliche Einstellungen gelungen (Stand: 1. Februar 2022):
  • 1.019 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger konnten für die Grundschulen seit 2017 gewonnen werden.
  • Bisher haben 722 Sek-II-Lehrkräfte das Angebot einer Dauerbeschäftigung an einer Grundschule angenommen. Damit verbunden ist die Garantie, nach zwei oder vier Jahren entsprechend der Lehramtsbefähigung auf eine Sek-II-Stelle versetzt zu werden.
  • Bereits 427 Sek-II-Lehrkräften haben das Angebot eines Laufbahnwechsels nach vier Jahren an einer Sek-I-Schule angenommen.
  • Mit der Neuausrichtung der Inklusion wurde die Möglichkeit geschaffen, Lehrkräfte mit einem allgemeinen Lehramt im Gemeinsamen Lernen in der Sekundarstufe I zu beschäftigen. 1.421 Einstellungen über Listen- und Ausschreibungsverfahren sind bereits erfolgt.
  • Die Zahl der Pensionärinnen und Pensionäre, die wieder im Schuldienst als tarifbeschäftigte Lehrkräfte tätig sind oder den Eintritt in den Ruhestand hinausschieben hat sich gegenüber dem Jahr 2016 um 541 auf 1.014 nahezu verdoppelt.
  • Im Vorgriff auf den prognostizierten Mehrbedarf an Gymnasien zum Schuljahresbeginn 2026/27 durch die Umstellung auf G9 werden den Bezirksregierungen 1.550 Stellen zugewiesen. Auf diesen Stellen wurden bereits 1.337 Gymnasiallehrkräfte eingestellt, die bis zum Schuljahresbeginn 2026/27 größtenteils an andere Schulformen abgeordnet sind.
  • Von den zusätzlich zugewiesenen 400 Stellen für sachgrundlose Befristungen sind zurzeit 232 Stellen besetzt.
  • Seit dem 1. Mai 2020 können zur Gewinnung von Lehrkräften für besonders schwierig zu besetzende Stellen Sonderzuschläge und Zulagen in Höhe von 350 Euro für die Dauer von zweieinhalb Jahren gewährt werden. Bisher konnten mit dieser Maßnahme 141 Lehrkräfte gewonnen werden.
  • Die Zahl der Stellen im Schuletat ist seit 2017 unter der jetzigen Landesregierung von 161.305 um 10.598 deutlich auf 171.903 im Haushalt 2022 erhöht worden.

Haushaltsjahr

HH 2017

HH 2018

HH 2019

HH 2020

HH 2021

HE 2022

Gesamt

Gesamtstellenzahl

161.305

162.608

163.613

164.558

167.932

171.903

 

Differenz

 

1.303

1.005

945

3.374

3.971

+10.598

Verhältnis Schüler zu Lehrerstellen

14,58

14,35

14,15

14,08

13,75

13,41

-1,17

 

  • Hinzu kommt, dass die Landesregierung seit 2018 mehr als 6.300 Stellenstreichungen der Vorgängerregierung zurückgenommen und diese Stellen langfristig für die Schulen gesichert hat. Es handelt sich hier um sogenannte kw-Vermerke auf Stellen, die künftig wegfallen sollten.

Haushaltsjahr

HH 2017

HH 2018

HH 2019

HH
2020

HH
2021

HH
2022

gesamt

Kw-Vermerke Stellen

6.954

3.077

350

25

26

26

 

Abnahme absolut

 

-3.877

-2.727

-325

+1

0

-6.828

 

  • Damit hat die Landesregierung seit Amtsantritt rund 16.000 zusätzliche Stellen geschaffen und erhalten. Die zusätzlichen Stellen sorgen dafür, dass die Schulen in Nordrhein-Westfalen auf zunehmende Herausforderungen wie Inklusion, Integration, aber auch die Beseitigung der Folgen der Corona-Pandemie vorbereitet sind. Es stehen zusätzliche Stellen für Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte, Fachkräfte für Schulsozialarbeit, Schulverwaltungsassistenz und Schulpsychologie zur Verfügung (siehe auch weitere Unterstützung für die Schulen).
  • Gleichzeitig hat sich das Verhältnis Schüler- zu Stellen im selben Zeitraum von 14,58 zu 1 auf 13,41 zu 1 verbessert. Auf eine Lehrerstelle kommt im Schuljahr 2022/23 im Durchschnitt eine Schülerin bzw. ein Schüler weniger als im Haushalt 2017.
  • Die Landesregierung hat zusammen mit den Hochschulen eine Studienplatz-Offensive für zukünftige Lehrkräfte gestartet, die konsequent umgesetzt wird. In dieser Legislaturperiode sind rund 1.450 zusätzliche Studienplätze geschaffen und dauerhaft gesichert worden, insbesondere für die Lehrämter Grundschule und Sonderpädagogik, die von der Vorgängerregierung nicht in ausreichendem Maße bereitgestellt wurden. Dabei handelt es sich um Bachelor-Studienanfängerplätze, die erforderlichen zusätzlichen Master-Studienplätze werden später anwachsend geschaffen bzw. dauerhaft eingerichtet.
  • Das Land Nordrhein-Westfalen und die Hochschulen haben seit Beginn der Legislaturperiode im Grundschullehramt insgesamt mehr als 700 neue Studienplätze geschaffen und gesichert. Das Lehramt kann an den Universitäten Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Münster, Paderborn, Siegen, und Wuppertal studiert werden.
  • Im Lehramt für sonderpädagogische Förderung (Lehrkräfte an Förderschulen und im Gemeinsamen Lernen) haben das Land und die Hochschulen in dieser Legislaturperiode 750 neue Studienplätze für Sonderpädagogik geschaffen und gesichert. Bereits 2018 waren in der Sonderpädagogik 250 zusätzliche Studienplätze geschaffen bzw. gesichert worden. Der Ausbau um weitere 500 Bachelorstudienplätze erfolgt ab dem Wintersemester 2020/21. Das Lehramt kann an den Universitäten Bielefeld, Dortmund, Köln, Paderborn, Siegen, und Wuppertal studiert werden. In diesem Rahmen ist entschieden, dass es zum WS 22/23 und 23/24 an zwei neuen Standorten – Duisburg-Essen und Münster – die Möglichkeit für jeweils 120 Bachelorstudierende jährlich geben wird, das Studium für das Lehramt für Sonderpädagogische Förderung aufzunehmen.
  • Für das Lehramt an Berufskollegs wurden die Studienplätze in der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik etwa verdreifacht und zusätzliche Studienstandorte geschaffen. Das Land und die Hochschulen haben in dieser Legislaturperiode 110 neue Studienplätze geschaffen. Das Fach kann an den Universitäten Dortmund, Paderborn und Wuppertal studiert werden.

2.500 Stellen für die Schulsozialarbeit dauerhaft gesichert

  • Das Ministerium für Schule und Bildung hat die Schulsozialarbeit dauerhaft gesichert. Das Land stellt mehr als 1.600 Landesstellen für die Schulsozialarbeit zur Verfügung. Weitere rund 900 Stellen werden mit jährlich rund 57,7 Millionen Euro finanziert. Allein aus und mit Mitteln des Landes werden damit rund 2.500 Stellen für die Schulsozialarbeit in Nordrhein-Westfalen dauerhaft finanziert.
  • Hinzu kommen die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, die von den Kommunen beschäftigt werden.

2.400 Stellen mehr für sozialpädagogische Fachkräfte

  • Die Grundschulen in NRW profitieren vom Einsatz der sozialpädagogischen Fachkräfte.
  • Die Landesregierung hat die Zahl der sozialpädagogischen Fachkräfte in der Grundschule in dieser Legislaturperiode von knapp 600 im Jahr 2017 auf insgesamt 3.000 im Haushaltsjahr 2022 erhöht. Das ist ein Zuwachs von über 2.400 Stellen.

162 neue Stellen für die Schulpsychologie

  • Für die Schulpsychologie stehen im Jahr 2022 insgesamt 464 Stellen zur Verfügung, davon 289 Stellen des Landes und 175 Stellen der Kommunen. In den Jahren 2020 und 2021 wurden insgesamt 108 neue Stellen für Schulpsychologinnen und Schulpsychologen im Landesdienst geschaffen. Zudem hatte das Land 2019 insgesamt 54 neue Stellen an den schulpsychologischen Beratungsstellen für Beratungslehrkräfte oder sozialpädagogische Fachkräfte geschaffen. Außerdem wurden 50 kw-Vermerke der Vorgängerregierung zurückgenommen und diese Stellen damit langfristig für die Schulpsychologie gesichert.

613 neue Stellen für die Schulverwaltungsassistenz

  • Zur Unterstützung der Schulleitungen hat die Landesregierung seit 2017 insgesamt 613 zusätzliche Stellen für Schulverwaltungsassistenten eingerichtet. Mit dem Haushalt 2022 liegt die Gesamtzahl der Stellen damit bei 825.

Eine verlässliche Datenbasis für eine bessere Lehrerversorgung Zahlen, Daten und Fakten

Eine der ersten Maßnahmen der neuen Landesregierung bestand darin, eine verlässliche Datenbasis zu schaffen und eine aktuelle Lehrerbedarfsprognose zu erstellen. Die letzte Lehrerbedarfsprognose der Vorgängerregierung stammte aus dem Jahr 2011 mit einer Datenbasis aus dem Jahr 2009. Nach der neuen Lehrerbedarfsprognose stellt sich die Situation je nach Schulform, Fachrichtung und Region unterschiedlich dar. Während die Lehrerversorgung an Grundschulen, an Förderschulen, an Schulformen der Sekundarstufe I und an Berufskollegs angespannt ist – hier fehlen laut Lehrerbedarfsprognose in den nächsten zehn Jahren rund 15.000 Lehrkräfte –, gibt es für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in bestimmten Fächern einen deutlichen Bewerberüberhang von ca. 16.000 Lehrkräften.

Schulen können die Auswirkungen der Pandemie abfedern

Das vierte Maßnahmenpaket zur Unterrichtsversorgung zielt auch darauf ab, die pandemiebedingten Belastungen für die Schulen abzumildern:

  • Durch die Wiedereinführung von G9 an den Gymnasien werden ab dem Schuljahr 2026/27 in erheblichem Umfang zusätzliche Lehrkräfte benötigt. Ein Teil dieser Lehrkräfte wird bereits vorzeitig unbefristet eingestellt und grundsätzlich an Schulformen abgeordnet, an denen der Personalbedarf besonders groß ist. Für das Schuljahr 2020/21 wurden den Schulen bereits 800, für das Schuljahr 2021/22 weitere 650 Vorgriffsstellen zur Besetzung zur Verfügung gestellt.
  • Die Möglichkeiten zur befristeten Einstellung von Lehrkräften wurden erweitert.
  • Die Schulleitungen wurden dafür sensibilisiert, dass sie auf zeitweilige Personalengpässe flexibel reagieren können. So kann die Zahl der wöchentlichen Pflichtstunden einer Lehrerin oder eines Lehrers aus schulorganisatorischen Gründen für einen begrenzten Zeitraum über- oder unterschritten werden. Hierbei handelt es sich ausdrücklich nicht um Mehrarbeit. Die zusätzlich oder weniger erteilten Unterrichtstunden können innerhalb des Schuljahres, ausnahmsweise auch im folgenden Schuljahr ausgeglichen werden.
  • Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter können mehr selbstständigen Unterricht erteilen.
Plakatmotiv der Kampagne zur Lehrkräftegewinnung in NRW
(c) MSB NRW

Darüber hinaus wirbt das Ministerium für Schule und Bildung mit einer Informations- und Werbekampagne für den Lehrerberuf gezielt um Nachwuchskräfte für den Schuldienst. Da die Einstellungschancen nach Schulform und Fächerkombination sowie regional zum Teil erheblich differieren, geschieht dies zielgerichtet, fächer- und lehramtsspezifisch.

Neue Studienplätze

In einem großen Kraftakt hat die Landesregierung gemeinsam mit den Hochschulen die Studienplatzkapazitäten dauerhaft erhöht. In den vier Bereichen Grundschullehramt (300 Studienplätze), Sonderpädagogik (500 Studienplätze), Pflegepädagogik (120 Studienplätze) und Sozialpädagogik (90 Studienplätze) wurden zuletzt (auf der Grundlage eines Kabinettbeschlusses vom November 2019) mehr als 1000 zusätzliche Studienplätze an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen geschaffen.

Damit wurden im Grundschullehramt seit Beginn der Legislaturperiode insgesamt mehr als 700 neue Studienplätze sowie im Lehramt für sonderpädagogische Förderung (Lehrkräfte an Förderschulen und im Gemeinsamen Lernen) insgesamt 750 Plätze geschaffen bzw. gesichert.

Weitere Informationen für Schulleitungen

Die wichtigsten Maßnahmen der Maßnahmenpakete 1 bis 3 aus den Bereichen Dienstrecht, Lehrerausbildung und Lehrereinstellung sind in einer Broschüre für die Schulleitungen (sog. Instrumentenkasten) zusammengefasst und im vergangenen Jahr an alle Schulen verschickt worden. Die Broschüre kann hier abgerufen werden.

Weitere Informationen zum Berufseinstieg