Berufsorientierte Fremdsprache für Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen der Bereiche Mittelstufe (Sekundarstufe I) und Oberstufe (Sekundarstufe II)

Inhaltsübersicht:

 

Die IHK-Zusatzqualifikation wurde von Vertretern der Wirtschaft, der IHK und der Schule gemeinsam entwickelt. Sie fördert und unterstützt im Rahmen des schulischen Bildungsauftrags eine Erweiterung bzw. Neuorientierung des Fremdsprachenangebotes an allgemein bildenden Schulen, und zwar im Hinblick auf Stärkung der Kommunikationsfähigkeit und Einbeziehung berufsorientierter fremdsprachlicher Kompetenzen im Sinne einer Öffnung der Schule auch im Fremdsprachenunterricht. Dieses erweiterte Angebot ist praxis- und handlungsorientiert  und  - sofern möglich - in den Fremdsprachenunterricht in den allgemein bildenden Schulen eingebunden.

 

 

Zertifikatsstufe

Für den Bereich Mittelstufe liegen die Anforderungen gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen im Bereich B1 (competent user)  mit Tendenz zu B2 im Teilbereich "Schriftliche Zusammenfassung eines fremdsprachlichen Textes in der Fremdsprache".

Für den Bereich Oberstufe richten sich die Anforderungen grundsätzlich am Bereich B2 mit Tendenz zu C1 (independent user) aus. Im mündlichen Prüfungsteil wird zusätzlich eine Präsentation in der Fremdsprache verlangt.

Die Aufgaben sind handlungsbezogen und prozessorientiert und überprüfen die Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern allgemein bildender Schulen, grundlegende berufsorientierte fremdsprachliche Kommunikationssituationen und  Sprechanlässe sachgerecht und in angemessener schriftlicher oder mündlicher Form zu bewältigen.

 

 

Adressaten

An den Schulen, die auf diese Prüfungen vorbereiten, richtet sich das Angebot für die Mittelstufe an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I an den Schulformen Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamtschule. Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II an Gymnasien, Gesamtschulen und dem gymnasialen Zweig von Berufskollegs, können an der Oberstufen-Prüfung teilnehmen, wenn ihre Schule auf diese Prüfung vorbereitet. Für die Zulassung zur Prüfung ist der Nachweis von mindestens 30 Stunden erforderlich, die im Rahmen des Regelunterrichts oder in Arbeitsgemeinschaften von Fachlehrkräften einer allgemein bildenden Schulform erteilt wurden. Der Rahmen-Stoffplan geht bei durchschnittlichen allgemeinen fremdsprachlichen Kenntnissen von circa  60 Stunden Vorbereitungszeit für die Prüfungen aus.

 

 

Fremdsprachenangebot

Das Pilotprojekt bezog sich auf Englisch für die Sekundarstufe II. Eine Ausweitung auf die Sekundarstufe I ist vorgesehen. ein Angebot für Russisch (für Muttersprachler) ist in Planung.

Grundsätzlich ist eine Ausweitung auf alle Fremdsprachen möglich, in denen Schülerinnen und Schüler mindestens die Kompetenzstufe B1 erreichen.  

 

 

Aufgabenformen

 

 

Handlungsfeld "Schriftliche Kommunikation"

  • Schriftliche Kommunikation in der Fremdsprache als Reaktion auf eine schriftliche fremdsprachliche Vorgabe. Richtzeit: 45 Minuten.
  • Vermerk in Deutsch über ein Gespräch in der Fremdsprache. Richtzeit: 30 Minuten (ohne Gesprächsdarbietung).
  • Schriftliche Zusammenfassung eines fremdsprachlichen Textes (ca. 250 Wörter) in der Fremdsprache auf ca. 1/3 der Länge. Richtzeit: 45 Minuten.

 

 

Handlungsfeld "Mündliche Kommunikation"

Das Handlungsfeld besteht für beide Niveaustufen aus zwei Qualifikationsschwerpunkten. Schülerinnen und Schüler des Sekundarbereichs II werden zusätzlich in einem dritten Schwerpunkt ( c ) geprüft.

  • a) Gespräch über Alltagssituationen in der Fremdsprache. Richtzeit: 5 Minuten.
  • b) Führen eines Bewerbungsgespräches in der Fremdsprache auf der Grundlage des in der Fremdsprache für die Prüfungsanmeldung verfassten persönlichen Lebenslaufes. Richtzeit: 10 Minuten.
  • c) Kurzpräsentation in der Fremdsprache über ein selbst gewähltes Thema und anschließende Befragung. Richtzeit: 15 Minuten (einschließlich Befragung).

Das Thema muss vorher vom Prüfungsausschuss genehmigt werden. Der Prüfungsteilnehmer kann 2 Themenvorschläge einreichen. Der Prüfungsausschuss hat das Recht auf Änderung der Vorschläge.

 

 

Didaktisches Konzept

Die vier Grundfertigkeiten Leseverstehen, Hörverstehen, Schreiben und Sprechen werden in grundlegenden berufsorientierten schriftlichen und mündlichen  Kommunikationssituationen angewendet und geprüft, wie z.B.

  • Bewerbungsschreiben mit Kurzlebenslauf,
  • Bewerbungsgespräch,
  • telefonische und schriftliche Anfragen,
  • Bestätigungen,
  • Stornierung,
  • Beschwerden,
  • Änderungen sowie Rückfragen zu Angeboten,
  • Anfragen oder Buchungen,
  • Vermerke in der Muttersprache zu Gesprächen in der Fremdsprache, die in eine prozessorientierte Handlungssituation eingebettet sind,
  • Kurzpräsentationen zu Themen allgemeinen berufsorientierten Inhaltes, die  auch für Schülerinnen und Schüler allgemein bildender Schulen relevant sind und die sie in der Fremdsprache in alltäglichen Kommunikationssituationen handlungsfähiger machen.

 

 

Lehrplankompatibilität

Was die schriftlichen und mündlichen Kommunikationsformen betrifft, ist die Lehrplankompatibilität grundsätzlich gegeben. Sie sind z.B. für die Kompetenzstufe B1 weitestgehend im neuen NRW Kernlehrplan für Englisch in der Sekundarstufe I enthalten, der mit dem Schuljahr 2005/2006 in Kraft treten soll. Auch die Richtlinien für die Sekundarstufe II, Gymnasium/Gesamtschule, lassen eine Einbeziehung der Kommunikationsformen des Projekts grundsätzlich zu. Eine intensive Vorbereitung auf die Zertifikatsprüfung wird im Rahmen des regulären Unterrichts allerdings nur schwer zu verwirklichen sein.

 

 

Vorbereitung

Die Vorbereitung auf die Prüfungen kann im Rahmen des regulären Unterricht und/oder in Arbeitsgemeinschaften an allgemein bildenden Schulen und dem gymnasialen Zweig von Berufskollegs erfolgen.

 

 

Aufgabenstellung und Bewertung

Aufgabenstellung und Bewertung erfolgen durch den Prüfungsausschuss, der aus zwei Betriebsvertretern und einem Schulvertreter besteht, die gemeinsam entscheiden.

 

 

Übungsmaterialien

Materialien enthält die Broschüre "IHK-Zusatzqualifikation berufsorientierte Fremdsprache für Schüler allgemein bildender Schulen der Bereiche Mittelstufe (Sek I) und Oberstufe (Sek II)"  (S. 26 Angaben zu Englisch). Dort finden sich auch nähere Angaben zu

  • Rahmenstoffplan,
  • Prüfungsordnung sowie ein Vorschlag zur 
  • Stoffverteilung für Englisch in der Oberstufe.

 

 

Anerkennung

Das IHK-Zertifkat bestätigt qualifizierte Kenntnisse in den 5 bzw. 6 Teilbereichen der schriftlichen und mündlichen Prüfung. Es hat damit in Bezug auf die Fremdsprache eine über die in den Zeugnissen allgemein bildender Schulen bestätigten Fähigkeiten hinausgehende spezifizierte Aussagekraft  z.B. bei der Bewerbung um Ausbildungs- und Arbeitsplätze. 

 

 

Prüfungstermine, Prüfungsort und Prüfungsgebühren

Termine müssen bedarfsbezogen langfristig mit der IHK Düsseldorf abgesprochen werden. Prüfungsort ist vorerst nur die IHK Düsseldorf. Die Prüfungsgebühren betragen 50,-- Euro

 

 

Auskunft

Die Broschüre "IHK-Zusatzqualifikation: berufsorientierte Fremdsprache für Schüler allgemein bildender Schulen der Bereiche Mittelstufe (Sek I) und Oberstufe (Sek II)" kann angefordert werden bei

Monika Breuer, E-Mail:breuer [at] duesseldorf.ihk.de ( ), Ernst-Schneider-Platz 1, 40212 Düsseldorf, Tel.: 0211-3557-294, Fax: 0211-3557-249.

Dort gibt es auch eine Sammlung von Musteraufgaben für Englisch in der Oberstufe sowie genauere Informationen zu Prüfungsordnung und Prüfungsterminen etc.

Weitere Informationen zur Zusatzqualifikation:

http://www.duesseldorf.ihk.de/produktmarken/Weiterbildung/Weiterbildungspruefungen/zusatzquali_fremdsprache_schueler.jsp

www.bilingual-ag-nrw.de

Auskünfte zum Pilotprojekt für Englisch in der Oberstufe (Schule trifft Fremdsprache im Beruf) sind erhältlich bei Ingrid Hartmann-Scheer, Comenius Gymnasium, Hansaallee 90, 40547 Duesseldorf; E-mail: gym.hansaallee [at] intramail.stv.-ddorf.de ( )