Die zentralen Abiturprüfungen werden in allen schriftlichen Prüfungsfächern durchgeführt und knüpfen an die verbindlichen Vorgaben der aktuellen Lehrpläne für die gymnasiale Oberstufe an. Inhaltlich und thematisch beziehen sich die Prüfungsaufgaben auf die entsprechenden Unterrichtsvorgaben. Grundlage der zentral gestellten Prüfungsaufgaben ist der Unterricht in der Qualifikationsphase.

In nahezu allen Fächern ist eine Aufgabenauswahl durch die Schülerinnen und Schüler beziwhungsweise durch die Lehrkräfte vorgesehen.

In den Fächern, die eine Aufgabenauswahl für Schülerinnen und Schüler vorsehen, werden in der letzten Klausur vor dem Abitur Auswahlmöglichkeiten vorgegeben; die Anzahl der Auswahlmöglichkeiten muss allerdings nicht denen der Abiturprüfung entsprechen.

Die Aufgabenerstellung erfolgt durch Fachausschüsse, die mit erfahrenen Lehrkräften besetzt sind. Im Vorlauf zur Erarbeitung der Prüfungsaufgaben werden ausgewählte Lehrkräfte gebeten, Vorschläge einzureichen, die bei der Aufgabenentwicklung genutzt werden. Die Aufgabenentwicklung wird in ca. 20 Fächern wissenschaftlich begleitet. In einem sogenannten „Praxis-Check“ durch bisher am Verfahren unbeteiligte Lehrkräfte werden die von den Aufgabenkommissionen entwickelten Aufgaben abschließend auf ihre Praxistauglichkeit hin geprüft.

Auch für die zentral gestellten Prüfungsaufgaben gelten die Anforderungen und Vorgaben der Lehrpläne. Um ein möglichst hohes Maß an Vergleichbarkeit der Anforderungen und Einheitlichkeit der Bewertung zu gewährleisten, wird mit den Prüfungsaufgaben ein verbindliches kriterienorientiertes Bewertungssystem entwickelt, in dem für jede Teilleistung (Item) Wertungspunkte vergeben werden. Aus der Summe der erreichten Wertungspunkte ergibt sich die für die Leistungsbeurteilung verbindliche Note.
Die Bewertung orientiert sich an den einheitlichen Prüfungsanforderungen der Länder. Als allgemeine Orientierung ist davon auszugehen, dass eine ausreichende Leistung (5 Punkte) mit annähernd der Hälfte der vorgesehenen Höchstpunktzahl erreicht werden kann. Oberhalb und unterhalb dieser Schwelle werden die Anteile der erwarteten Gesamtleistung den einzelnen Notenstufen jeweils ungefähr linear zugeordnet. Für die Note "gut" (11 Punkte) müssen annähernd vier Fünftel der Höchstpunktzahl erreicht werden. Wenn weniger als 20 Prozent der Höchstpunktzahl erreicht werden, ist die Note "ungenügend" zu vergeben.

Die Unterrichtsvorgaben berücksichtigen in einem angemessenen Rahmen Unterrichtsausfall z.B. durch schulische Veranstaltungen oder kurzfristige Erkrankung von Lehrkräften. Darüber werden in der Schule abgestimmte Regelungen zur Sicherung des Lernprozesses der betroffenen Schülerinnen und Schüler getroffen. Bei längerem Ausfall einer Lehrkraft trifft die Schulleitung in Abstimmung mit der zuständigen Schulaufsicht geeignete Maßnahmen.

Aufgrund der Vielfalt möglicher Themen und ihrer möglichen Bearbeitungen in den einzelnen Fächern ist der Fall einer identischen Aufgabenstellung unwahrscheinlich, jedoch nicht völlig ausgeschlossen. Dies zeigen auch die Erfahrungen in anderen Ländern. Sollte der Fall eintreten, bleibt das ohne Auswirkungen auf das Prüfungsverfahren und die Grundsätze der Leistungsbeurteilung.

Die Aufgaben der mündlichen Prüfungen im 4. sowie im 1.-3. Fach orientieren sich an den Unterrichtsinhalten des jeweiligen Kurses. Die Vorgaben für die zentral gestellten schriftlichen Prüfungsaufgaben sind hierfür nicht maßgebend. Es ist zu beachten, dass in den mündlichen Prüfungen andere inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden als bei den schriftlichen Prüfungen und dass der Umfang der gestellten Aufgabe den zeitlichen Rahmen sowohl der Vorbereitung als auch der Prüfung selbst berücksichtigt.