Eine Gruppe Kinder springt auf einer Wiese in die Luft.

Schulversuch Talentschulen

Im Schulversuch Talentschulen werden Schulen mit besonderen Herausforderungen unterstützt, damit sie der bestmögliche Lernort für die Schülerinnen und Schüler werden.

Die Bildungschancen aller Schülerinnen und Schüler ungeachtet ihres sozialen Hintergrunds spürbar zu verbessern – das ist einer der Schwerpunkte der Landesregierung. Die Herkunft darf nicht über den Bildungserfolg entscheiden. Alle Kinder und Jugendlichen sollen die Chance auf Aufstieg durch Bildung haben.

Einen Beitrag dafür leistet der Schulversuch Talentschulen: Schulen, die aufgrund ihrer räumlichen Lage und der Zusammensetzung der Schülerschaft vor besonderen Herausforderungen bei der Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler stehen, erhalten seit 2019 gezielte Unterstützung und setzen innovative Konzepte um. Konkretes Ziel: Nachweisbares Steigern der Lernerfolge von Schülerinnen und Schüler an der Schule– und zwar u.a. durch besondere unterrichtliche Konzepte, gezielte Unterstützungsangebote bei der Schulentwicklung und zusätzliche Ressourcen.
Die insgesamt 60 Talentschulen sind damit ein Beispiel der verschiedenen Initiativen der Landesregierung für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung. Eine weitere Maßnahme ist z.B. der schulscharfe Sozialindex.
Die Talentschulen machen vor, wie beste Bildung auch unter schwierigeren Voraussetzungen gelingen kann. Mit ihrem innovativen Ansatz der Vernetzung vor Ort strahlt ihre Wirkung im besten Fall in das Stadtviertel aus und lässt auch weitere Schulen von dem Schulversuch profitieren.

 

Talentschulen auf einen Blick:

60 Schulen, davon 45 allgemeinbildende und 15 berufsbildende Schulen

Ziele

  • Ziel der Landesregierung ist, soziale Nachteile im Bildungsbereich zu überwinden. Die Herkunft darf nicht über den Bildungserfolg entscheiden.
  • Die NRW-Koalition setzt mit den Talentschulen ein wichtiges Zeichen für mehr Chancengerechtigkeit.
  • Der Schulversuch soll zeigen, ob die Leistungen und Erfolge von Schülerinnen und Schülern an Schulen in Stadtteilen mit großen Herausforderungen durch besondere unterrichtliche Konzepte, zusätzliche Ressourcen und Unterstützung bei der Schulentwicklung nachweisbar gesteigert werden können.
  • Im Zusammenspiel mit allen Beteiligten sollen die Talentschulen vor Ort einen positiven Beitrag zur Quartiersentwicklung leisten.

Schulkonzept

  • Die Talentschulen setzen zur besseren Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler besondere pädagogische Konzepte um.
  • Im Mittelpunkt des Konzepts der Talentschulen steht der Aufbau einer zusätzlichen Säule der Förderung: An den allgemeinbildenden Schulen wird die sprachliche Förderung im Rahmen eines ausgeweiteten Fachunterrichts vertieft. An den Berufskollegs wird die Berufsfelderkundung ausdifferenziert und es gibt mehr verbindliche individuelle Beratungselemente der Berufsorientierung. Vorgesehen sind dabei mehr praktisches Arbeiten und mehr Lernmöglichkeiten.
  • Zudem entwickeln die Talentschulen eines von zwei möglichen Profilen: MINT oder Kulturelle Bildung.
  • Die Talentschulen sollen sich in ihren Schulstrukturen weiterentwickeln. Das umfasst z.B. Impulse für die Teamentwicklung des schulischen Personals, eine stärkere Einbindung der Eltern und Schülerschaft in die aktive Gestaltung der Schule, ein besonderes Augenmerk auf die Prävention und das Hinzuziehen eines zielgerichteten Datenmonitorings. Dies kommt letztlich der festen Etablierung eines positiven Schulklimas zu Gute.
  • Die Talentschulen stärken ihre Vernetzungsaktivitäten und nutzen insbesondere auch relevante lokale Ressourcen: Für die Vernetzung im Quartier kooperieren sie eng mit dem Schulträger, den Grundschulen sowie den weiterführenden Bildungseinrichtungen. Außerdem vernetzen sie sich zielführend mit Schul- und Bildungspartnern vor Ort (z.B. Jugendhilfe, Verbände, Hochschulen und Talentscouting, Unternehmen und Betriebe, Stiftungen).

Ausstattung und Unterstützung

  • Die teilnehmenden allgemeinbildenden Schulen erhalten einen Zuschlag in Höhe von 20 Prozent auf den Grundstellenbedarf als zusätzliche Ressource.
  • Berufskollegs erhalten mindestens vier zusätzliche Stellen für die Umsetzung des Schulversuchs in den beteiligten Bildungsgängen.
  • Für die zusätzliche personelle Ausstattung der teilnehmenden Schulen stellt das Land mehr als 400 Lehrerstellen bereit (315 Stellen an allgemeinbildenden Schulen, 100 Stellen an berufsbildenden Schulen): Diese unbefristeten Stellen dienen u.a. zum Ausbau des Fachunterrichts, zur Entlastung und Unterstützung der Schulleitung, zur Reduzierung von Unterrichtsausfall, zur Erweiterung des außerunterrichtlichen Angebots sowie zur intensivierten Beratung von Schülerinnen und Schülern. Unabhängig von der Schulgröße wird außerdem an jeder Talentschule mindestens eine Stelle für Schulsozialarbeit eingerichtet
  • Zudem steht den Talentschulen ein zusätzliches Fortbildungsbudget in Höhe von 2.500 Euro jährlich zur Verfügung. Dafür stehen im Haushalt 150.000 Euro bereit.
  • Die Landesregierung erwartet bei den Investitionen einen Multiplikatoreffekt: Schulträger ermöglichen über die Nutzung der Mittel aus dem NRW-Programm „Gute Schule 2020“, dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz, dem Digitalpakt, der Schulpauschale/Bildungspauschale und ggf. weiterer schulbezogener Infrastrukturförderprogramme eine sehr gute bauliche und digitale Ausstattung der Talentschulen.