Nahaufnahme über die Schulter: Eine Hand notiert mathematische Aufgaben in einen Spiralblock

Abschlüsse, Prüfungen, Versetzungen und Wiederholungen in Corona-Zeiten

Wann sollte man freiwillig wiederholen? Warum gibt es dieses Jahr wieder eine Versetzungsentscheidung trotz Corona? Wann finden die ZP 10 Prüfungen statt? Und wird die Anzahl der Klassenarbeiten und Klausuren reduziert? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie hier.

Abschlussprüfungen ZP 10

Zeitraum der Prüfungen und Verschiebung

Der Beginn der Termine für die Zentralen Prüfungen 10 (ZP 10) im Frühjahr 2021 wurde vom 6. Mai 2021 auf den 19. Mai 2021 verschoben, um eine zeitliche Entlastung der Schülerinnen und Schüler und auch der Lehrkräfte im Hinblick auf die Prüfungsvorbereitung im aktuellen Schuljahr zu schaffen. 

Ablauf der Prüfungen

Die schriftlichen Prüfungen finden statt: Deutsch 19.05.21, Englisch 20.05.21, Mathematik 27.05.21. Als Nachschreibtermine sind die folgenden Tage festgelegt: Deutsch 01.06.21, Englisch 02.06.21, Mathematik 08.06.21.

Die Vornoten werden den Schülerinnen und Schülern am 10.06.21 bekanntgegeben. Die mündlichen Prüfungen werden innerhalb des Zeitrahmens vom 16. Juni 2021 bis zum 28. Juni 2021 von den Schulen selbst terminiert.

Was bedeutet die Konkretisierung fachlicher Vorgaben?

In den Vorgaben zu den unterrichtlichen Voraussetzungen für die zentralen Prüfungen am Ende der Klasse 10 werden 2 Jahre vor der Prüfung Hinweise und Empfehlungen für die aufgeführten Schulformen und Fächer zur Verfügung gestellt: Struktur der schriftlichen Prüfung, Bewertung, Hilfsmittel.

Um eine zeitliche Entlastung der Prüflinge und Lehrkräfte im Hinblick auf die Prüfungsvorbereitung im aktuellen Schuljahr 2020/2021 zu schaffen, werden die fachlichen Vorgaben vor dem Hintergrund der besonderen Situation einmalig konkretisiert. Bestimmte Inhalte und die damit verbundenen Kompetenzerwartungen der Kernlehrpläne werden mit dieser Konkretisierung von der Prüfung ausgenommen und auf die Unterrichtszeit nach der Prüfung verschoben. Damit kann die Vollwertigkeit des Abschlusses im Vergleich zu den vorangegangenen Prüfungsjahrgängen weiterhin gewährleistet werden.

Die Vorgaben finden Sie hier.

Was bedeutet die Bereitstellung zusätzlicher Aufgaben/mehr Auswahlmöglichkeiten?

Im Schuljahr 2020/2021 werden zusätzliche Auswahlmöglichkeiten (z.T. für die Lehrkräfte, z.T. für die Prüflinge) bei den Prüfungsaufgaben bereitgestellt, um eine bessere Passung zwischen den Prüfungsanforderungen und dem erfolgten Unterricht zu ermöglichen. Zum Beispiel werden im Fach Mathematik zwei Varianten des ersten Prüfungsteils der schriftlichen Prüfung mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten angeboten. Hier findet eine Auswahl durch die Lehrkräfte vor der Prüfung statt, so dass die den Schülerinnen und Schüler gestellten Aufgaben besser zum tatsächlich erteilten Unterricht passen. Im Fach Englisch werden in der Prüfungsaufgabe für den Mittleren Schulabschluss im Prüfungsteil Schreiben in der dritten Teilaufgabe drei (statt üblicherweise zwei) Aufgabenstellungen den Schülerinnen und Schülern zur Auswahl angeboten.

Was bedeutet die Modifikation der Bewertungsraster für die Lehrkräfte?

Die kriteriellen Bewertungsraster aller drei Prüfungsfächer bieten standardmäßig Spielräume, damit Bewertungen immer auch vor dem Hintergrund des tatsächlich erteilten Unterrichts vorgenommen werden können. In allen drei Prüfungsfächern werden diese Spielräume in den Unterlagen für die Lehrkräfte in den Prüfungen im Schuljahr 2020/2021 mit verschiedenen Mitteln (Formulierungen, Hinweise etc.) noch einmal deutlicher hervorgehoben.

Was gilt für die Externenprüfungen der Sek I?

Für die Externenprüfungen gelten auch die oben beschriebenen Anpassungen der schriftlichen Prüfungen als Teil der Zentralen Prüfungen 10 (siehe 1.1, 1.3, teilweise 1.4, 1.5). 

Die weiteren Termine werden von der zuständigen Bezirksregierung bekanntgegeben. Es findet keine Lehrerauswahl in den schriftlichen und mündlichen Prüfungen der Externenprüfungen statt. 
 

Abschlussprüfungen Abitur an Gymnasien und Gesamtschulen

Zeitraum der Prüfungen und Verschiebung

Der Beginn der schriftlichen Abiturprüfungen wurde auf den 23. April 2021 verschoben. Der letzte Prüfungstag des Haupttermins ist der 05. Mai 2021, der letzte Prüfungstag des Nachschreibetermins ist der 21. Mai 2021 (vgl. auch Standardsicherung NRW - Zentralabitur GOSt - Termine - Rahmentermine und Terminierung der schriftlichen Prüfungen in den einzelnen Fächern (Fachprüfungstermine) für die zentralen Abiturprüfungen 2021; Neufassung.)

Findet in der Zeit bis zum 22. April regulärer Unterricht für die Abiturienten statt?

Im Zeitraum vom 12. bis zum 22. April 2021 wird gemäß Erlass vom 7. Dezember 2021 der Unterricht nur in den jeweiligen Abiturfächern erteilt; der übrige Unterricht entfällt. Dadurch wird die Prüfungsvorbereitung unterstützt. 

Was bedeutet die angekündigte gezielte Vorbereitung der Abiturienten durch die Lehrkräfte? Wie läuft das ab?

Zusätzlich zu der individuellen Prüfungsvorbereitung der Schülerinnen und Schüler erfolgt – insbesondere in den Tagen nach den Osterferien und vor Beginn der Prüfungen – eine Vorbereitung in eigener Verantwortung der Schulen und der unterrichtenden Lehrkräfte auf der Basis der jeweiligen fachlichen Erfordernisse sowie der Bedürfnisse der angehenden Abiturientinnen und Abiturienten. 

Erweiterung der Aufgabenauswahl für Lehrkräfte bzw. Prüflinge: Wie viele Aufgaben gab es bisher, wie viele wird es 2021 geben? Wie läuft der eigentliche Prüfungsprozess, bspw. von der Öffnung des Umschlags am Prüfungstag, wo sind hier die Unterschiede im Vergleich zu vergangenen Jahren

Die Aufgabenauswahl wurde in den meisten Fächern um eine zusätzliche Aufgabe erweitert. In den Fächern, in denen traditionell die Lehrkräfte eine Vorauswahl treffen, ändert sich für die Schülerinnen und Schüler im Prüfungsablauf nichts. Die Lehrkräfte treffen die Auswahl aus den ihnen vorgelegten (erweiterten) Aufgabensets und berücksichtigen dabei im Rahmen der fachlichen Vorgaben, welche der Aufgaben in besonderem Maße zu dem tatsächlich erteilten Unterricht passen; die Prüflinge erhalten dann die ausgewählten Aufgaben zur Bearbeitung.

Dies gilt entsprechend für die Fächer, in denen in diesem Jahr die Lehrkräfte ausnahmsweise eine Vorauswahl treffen müssen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten nach der Vorauswahl Aufgaben im gewohnten Umfang zur eigenen Auswahl.

In den Fächern, in denen ausschließlich eine Schülerauswahl erfolgt, erhalten die Prüflinge eine zusätzliche Aufgabe zur Auswahl.

Darüber hinaus bleibt das Prüfungsverfahren gleich.

Wie viel Zeit hat man für die Abituraufgaben?

Die Dauer der schriftlichen Prüfungen wird erstmalig im Abitur 2021 gemäß VV 32.2 zu § 32 Absatz 2 APO-GOSt für die einzelnen Fächer bzw. Fächergruppen wie folgt festgesetzt:

  • In den modernen Fremdsprachen beträgt die Prüfungsdauer 270 Minuten im Leistungskurs und 240 Minuten im dritten Prüfungsfach. Die zusätzliche Auswahlzeit beträgt 30 Minuten.
  • In den Fächern des mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfelds beträgt die Prüfungsdauer 270 Minuten im Leistungskurs und 225 Minuten im dritten Prüfungsfach. (In diesen Fächern gibt es keine Schülerauswahl, daher auch keine zusätzliche Auswahlzeit.)
  • In Deutsch, Musik, Kunst, Lateinisch, Griechisch, Hebräisch, den Fächern des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfelds sowie Religionslehre/ Religionsunterricht und Sport beträgt die Prüfungsdauer 270 Minuten im Leistungskurs und 210 Minuten im dritten Prüfungsfach. Die zusätzliche Auswahlzeit beträgt 30 Minuten.
Gibt es eine Entlastung für Schülerinnen und Schüler, die an drei unmittelbar aufeinander folgenden Tagen in einer Woche ihre Abiturklausuren schreiben müssen?

Schülerinnen und Schüler, die im Haupttermin an drei unmittelbar aufeinander folgenden Tagen einer Kalenderwoche Klausuren schreiben müssten, können nach Beratung durch die Schule eine dieser Klausuren am Nachschreibetermin schreiben.

Warum entfällt die externe Zweitkorrektur und was bedeutet dies?

Die für bestimmte Fächer vorgesehene externe Zweit- und Drittkorrektur entfällt, da der Korrekturzeitraum insgesamt aufgrund der Verschiebung der Prüfungstermine verkürzt ist. Die Klausuren werden stattdessen in diesem Jahr in allen Fächern intern von einer Fahlehrkraft der eigenen Schule zweit- und ggf. drittkorrigiert. Die Schulen können zudem in diesem Jahr die internen Korrekturabläufe (Übergabe zur Zweitkorrektur und ggf. Drittkorrektur) flexibler terminieren.

Was gilt für das Sportabitur und wie können sich Schüler darauf vorbereiten?

Auch im Fach Sport wurde die Aufgabenauswahl um eine weitere Aufgabe erweitert (s.o. Antwort zur Frage "Erweiterung der Aufgabenauswahl").

Für die sportpraktischen Prüfungen im Rahmen der Fachprüfung Sport wurden mit Erlass vom 26. Oktober umfangreiche Regelungen getroffen. Sie ermöglichen den Prüflingen die Ablegung der vorgesehenen Prüfungsformate unter Rückgriff auf im Abitur 2020 bewährte sowie weitere flexibilisierende Regelungen. 

Der Sportunterricht findet unter Beachtung der grundsätzlichen Regelungen sowie Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörden statt. Insbesondere für Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase, die Sport als ein Abiturfach belegen, sind die Schulträger aufgefordert – gegebenenfalls mit größerem Einzugsbereich – alle erforderlichen Sportstätten zur Verfügung zu stellen. Weiterführende Informationen können im Schulsportportal (www.schulsport-nrw.de) abgerufen werden.

Was gilt für die Externenabiturprüfung?

Der schriftliche Teil der Externenabiturprüfungen findet wie gewohnt an den zentralen Fachprüfungsterminen statt. Für das Prüfungsverfahren soll auch in diesem Jahr eine Sonderregelung gelten. Wegen des insgesamt verkürzten Abiturprüfungszeitraums können die Prüflinge zum zweiten (mündlichen) Prüfungsteils zugelassen werden, auch wenn die Ergebnisse des ersten Teils (schriftliche Prüfungen) noch nicht vorliegen. Mit Zustimmung des Prüflings können die mündlichen Prüfungen mit einer kürzeren Frist angesetzt werden.

Versetzungsentscheidung

Warum gibt es dieses Jahr wieder eine Versetzungsentscheidung trotz Corona?

In diesem Schuljahr 2020/2021 hat es bis kurz vor Weihnachten einen angepassten Schulbetrieb im Präsenzunterricht gegeben, der eine Leistungsbewertung sowie die Erteilung von Zeugnissen zum Halbjahr möglich machte. Auch wenn der Beginn des zweiten Schulhalbjahres noch von Distanzunterricht geprägt war, erfolgt eine Rückkehr in einen, wenn auch eingeschränkten Präsenzunterricht zeitnah für alle Schülerinnen und Schüler. Da im Unterscheid zum vergangen Schuljahr der Distanzunterricht auf einer seit Beginn dieses Schuljahres geltenden Rechtsgrundlage erteilt wurde, pädagogische Konzepte vorliegen und die infrastrukturelle Ausstattung deutlich verbessert wurde, ist davon auszugehen, dass Schülerinnen und Schüler auch im Distanzunterricht, der sich gemäß Distanzlernverordnung nach den Stundentafeln und Lehrplänen richtet, gezielte Lernfortschritte machen können und eine Leistungsbewertung im Rahmen der „Sonstigen Leistungen“ möglich ist. Auf der Basis der erbrachten Leistungen im Präsenz- und Distanzunterricht können daher die Versetzungsentscheidungen gemäß den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen erfolgen. Hierbei werden die im gesamten Schuljahr erbrachten Leistungen berücksichtigt.

Eine generelle Versetzung, unabhängig von den erbrachten Leistungen und damit der Anzahl der mangelhaften oder ungenügenden Leistungen, dürfte hingegen dazu führen, dass bei einem erheblichen Teil der so versetzen Schülerinnen und Schüler die in diesem Schuljahr entwickelten offensichtlichen Lernrückstände eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht der nächsthöheren Klasse im Schuljahr 2021/2022 gefährden würde.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um versetzt zu werden?

Das Versetzungsverfahren richtet sich nach § 50 Schulgesetz NRW. Eine Schülerin oder ein Schüler wird nach Maßgabe der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen in der Regel am Ende des Schuljahres in die nächsthöhere Klasse oder Jahrgangsstufe versetzt, wenn die Leistungsanforderungen der bisherigen Klasse oder Jahrgangsstufe erfüllt sind.

Entsprechend den allgemeinen Versetzungsanforderungen (§ 22 APO-S I) werden Schülerinnen und Schüler versetzt, wenn die Leistungen in allen Fächern und Lernbereichen ausreichend oder besser sind. Für die einzelnen Schulformen der Sekundarstufe I legen die Paragraphen §§ 25 bis 29 APO-S I darüber hinaus besondere Versetzungsbestimmungen fest.

Um coronabedingte Benachteiligungen, zum Beispiel aufgrund von Belastungen durch die ungewohnten Lernformen, die Anforderungen eines hohen Grades an Selbstlernkompetenzen und weniger direkte Feedback-Strukturen, auszugleichen, sollen durch den Verzicht auf das Versenden der so genannten „Blauen Briefe“ (gemäß § 50 Absatz 4 SchulG) mehr Schülerinnen und Schüler als nach bisheriger Regelung versetzt werden können: Minderleistungen in einem Fach, die abweichend von der im letzten Zeugnis erteilten Note nicht mehr ausreichend sind, werden bei der Versetzungsentscheidung nicht berücksichtigt.

Zudem sollen durch eine Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen erweiterte Nachprüfungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Regelung nach der 6. Klasse Gymnasium/Erprobungsstufe in diesem Jahr

Am Ende der Erprobungsstufe soll die Klassenkonferenz auf der Grundlage der erfolgten Leistungsbewertungen eine Aussage dazu treffen, ob eine Schülerin oder ein Schüler den Bildungsgang in der gewählten Schulform fortsetzen kann. Die Entscheidung über eine Wiederholung der Klasse an der bisherigen Schule oder einen Schulformwechsel soll jedoch ausnahmsweise und nach Beratung durch die Schule weitestgehend den Eltern überlassen werden.

Weitere Fragen

Wie stellen Sie sicher, dass Schülerinnen und Schüler durch den Distanzunterricht nicht den Anschluss verlieren?

Den momentanen Distanzunterricht organisieren die Schulen auf der Grundlage eines individuellen pädagogischen und organisatorischen Plans, der den Rahmen für einen qualitativen, lernförderlichen Unterricht und sozialen Austausch setzen soll. Die hierfür erforderliche Ausstattung der Schulen, etwa im Hinblick auf digitale Endgeräte und Tools, wurde in den vergangenen Monaten durch erhebliche Fördermittel massiv verbessert. Die Schulen sind daher aktuell besser als in der ersten Lockdown-Phase in der Lage, ihre Schülerinnen und Schüler - gerade auch diejenigen, die einer besonderen Unterstützung bedürfen - aus der Distanz zu begleiten. Schülerinnen und Schülern aller Klassen und Jahrgangsstufen (1 bis 13), die das Angebot des Distanzunterrichtes im häuslichen Umfeld ohne Begleitung nicht zielgerichtet wahrnehmen können, kann zur Wahrung der Chancengerechtigkeit die Möglichkeit angeboten werden, in der Schule am Distanzunterricht teilzunehmen.

Darüber hinaus setzt das Land die Förderung von außerschulischen Bildungsangeboten als zentrales Unterstützungsangebot zur Bekämpfung der Pandemiefolgen bis zum Sommer 2022 fort. Mit Fördermitteln von insgesamt 36 Millionen Euro können Bildungsträger Kindern und Jugendlichen aller Schulformen und Jahrgänge Angebote zur Aufarbeitung von Lerndefiziten machen, welche die Arbeit der Schulen unterstützen und Familien in dieser schwierigen Zeit entlasten.

Wie wird eine gerechte (Abschluss-)Notenvergabe für Fächer wie Sport oder Musik sichergestellt?

Auch der Sportunterricht findet in Phasen des Distanzunterrichts statt. Informationen zur Durchführung von Distanzunterricht im Fach Sport und zu Besonderheiten im Hinblick auf den Versicherungsschutz sind unter www.schulsport-NRW.de abrufbar. Die Leistungsüberprüfung und Leistungsbewertung folgt weiterhin den Vorgaben der Lehrpläne für das Fach Sport, die vielfältige Möglichkeiten der Beurteilung der Schülerinnen und Schüler auf Basis des möglichen sportpraktischen Handelns sowie mündlicher und ggf. schriftlicher Beiträge eröffnen. Informationen zum Abitur im Fach Sport sind weiter oben in dieser FAQ zu finden.

Der schulische Musikunterricht findet in seiner Breite auch im Distanzunterricht statt, da alle Kompetenzbereiche (Rezeption, Reflexion und Produktion) unterrichtet werden können. Auch wenn das praktische Musizieren, etwa Instrumentalspiel, Singen oder Klassenmusizieren, nicht möglich ist, so gibt es doch andere Formen des kreativen Gestaltens (auch mit digitalen Mitteln) aus dem Kompetenzbereich Produktion, die im Distanzlernen durchgeführt werden können. Die Leistungsüberprüfung und -bewertung richtet sich dabei nach den Vorgaben der Lehrpläne für das Fach Musik, die vielfältige Möglichkeiten der Beurteilung der Schülerinnen und Schüler auf der Basis möglicher musikpraktischer sowie mündlicher und schriftlicher Beiträge eröffnen.

Für instrumental- oder vokalpraktische Grundkurse in der gymnasialen Oberstufe geben die „Fachlichen Hinweise zu den instrumental- oder vokalpraktischen Grundkursen“ weitergehende Informationen zu Möglichkeiten der Kursanlage sowie der Leistungsbeurteilung und -bewertung.

Warum setzt man die Notenvergabe nicht aus, wenn es keinen Präsenzunterricht gibt?

Für mögliche Phasen des Distanzunterrichts im Schuljahr 2020/2021 wurde rechtzeitig zum 1. August 2020 mit der Verordnung für den Distanzunterricht ein verbindlicher Rechtsrahmen geschaffen, der auch Regelungen bzgl. der Leistungsbewertung enthält. Dadurch ist gewährleistet, dass – insbesondere in einer Mischung aus Distanz- und Präsenzunterricht – eine hinreichende Bewertungsgrundlage für die Erteilung von Zeugnisnoten vorhanden ist. 

Gibt es irgendwelche Vermerke auf den Zeugnissen in Hinblick auf Corona?

Die Zeugnisse am Ende dieses Schuljahres erhalten keine Bemerkung zur Coronapandemie.

Wird die Anzahl der Klassenarbeiten und Klausuren reduziert?

Eine Reduzierung der Anzahl Klassenarbeiten in der Sekundarstufe I sowie der Klausuren in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe ist bereits vorgenommen worden oder geplant. Dies bedarf jedoch teilweise einer Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen und damit der Zustimmung des zuständigen Landtagsausschusses. Die Schulen wurden über die Bezirksregierungen vorab über dieses Vorhaben informiert.

Welche Veränderungen gibt es bei den Vorabiturklausuren?

Für die sogenannten Vorabiturklausuren, die prüfungsrechtlich reguläre Klausuren sind, die jedoch unter Abiturbedingungen geschrieben werden, gibt es keine Änderungen oder Anpassungen. Sie werden im Unterschied zu den Klausuren des Zentralabiturs von den zuständigen Lehrkräften selbst entwickelt und können daher auf den Lernstand des jeweiligen Kurses passgenau zugeschnitten werden.

Welche Angebote zum Nachholen oder Vertiefen von Unterrichtsinhalten gibt es, sofern durch die Auswirkungen der Coronapandemie auf den Schulbetrieb nicht alle Unterrichtsinhalte in der gewohnten Tiefe behandelt werden konnten?

Die Kernlehrpläne der Sekundarstufe I und II sind grundsätzlich so angelegt, dass sie nur zum Teil bestimmte Unterrichtsinhalte vorgeben, ansonsten aber Kompetenzerwartungen festlegen, die Schülerinnen und Schüler an bestimmten Punkten ihres schulischen Bildungsgangs erreichen sollen. Sie sind bewusst so angelegt, dass sie über diese Etappen, die im Regelfall aus zwei oder mehr Jahren bestehen, nur 75 Prozent der Unterrichtszeit binden und durch die Schulen in schulinternen Lehrpläne konkretisiert werden müssen. Das Landesinstitut QUA-LiS unterstützt die Schulen dabei, indem es Beispiele für solche schulinternen Lehrpläne veröffentlicht. Für eine Anpassung von Lehrplänen an die Bedingungen von Distanzunterricht bedeutet das in erster Linie, dass Schulen perspektivisch ihre schulinternen Konkretisierungen der Kernlehrpläne überprüfen sollten. Entsprechende Beispiele und Handreichungen, um Vorgaben aus schulinternen Lehrplänen im Distanzunterricht umzusetzen, gibt es bereits seit Sommer 2020.

Wie bewertet das Schulministerium die Durchführung von sogenannten Mottowochen in Zeiten der Pandemie?

Die Durchführung sogenannter Mottowochen von Abschlussjahrgängen stellt eine informelle Tradition an zahlreichen Schulen des Landes dar. Dieser Bereich wird von Seiten des Schulministeriums nicht geregelt, sondern basiert auf Vereinbarungen der Akteure vor Ort, in Pandemiezeiten auch auf Grundlage der aktuell gültigen Coronaschutzverordnung und Coronabetreuungsverordnung.

Mit Blick auf die geltenden Vorgaben für den Infektionsschutz hält es das Schulministerium deshalb für sinnvoll, wenn entsprechende Aktivitäten, die das Infektionsrisiko z. B. durch die Erhöhung der Kontaktzahlen und -zeiten erhöhen, in der derzeitigen Gesamtsituation nicht durchgeführt werden.