Dachmarke Bildungsportal NRW
Gruppenbild aus Vogelperspektive der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der RBZB-Veranstaltung am 1. Juli 2026 im MSB NRW

Die RBZB-Community in Nordrhein-Westfalen wächst

Vom Schulversuch zur NRW-Dachmarke der Beruflichen Bildung

Aufbruchsstimmung und Visionen prägten den Netzwerktag der Regionalen Bildungszentren der Berufskollegs Anfang Juli im Schulministerium. „Die RBZB-Community wächst“ stellte Stephanie Pudenz, Gruppenleiterin des Referats für Berufliche Bildung, erfreut in ihrem Grußwort fest. „Von der Vision 50 RBZB in fünf Regierungsbezirken sind wir zwar noch entfernt, aber wir freuen uns sehr über die drei Neugründungen in Unna, Minden-Lübbecke und im Oberbergischen Kreis“, fuhr sie weiter fort. Kooperation ist der Kerngedanke, Kooperation zwischen Berufskollegs, mit dem Schulträger und anderen Akteuren der Beruflichen Bildung zur effizienten und effektiven Gestaltung von regionalen Bildungslandschaften in der Beruflichen Bildung unter Begleitung der oberen Schulaufsicht. Dazu müssen alle Partner in der Region ihre Beiträge leisten. Die entstehenden Netzwerke sind die Grundlage für eine gelingende, professionelle und verbindliche Kooperation im RBZB und die kontinuierliche Qualitätsentwicklung in der Beruflichen Bildung.

„Drei Neugründungen das ist ein Zuwachs von 50 Prozent innerhalb eines Jahres“, führte Dr. Florian Verfuß aus dem Geschäftsbereich RBZB der Geschäftsstelle Qualitätsentwicklung am Berufskolleg weiter aus. Er nutzte auf dem Netzwerktag die Gelegenheit, sich und die Arbeit des Geschäftsbereichs RBZB vorzustellen. Der Geschäftsbereich RBZB habe erst im August 2025 nach dem Auslaufen des landesweiten Schulversuchs seine Arbeit aufgenommen. Unter Federführung des Ministeriums, mit Unterstützung der Hauptdezernenten und weiteren Fachberatenden agiert der Geschäftsbereich RBZB in ganz NRW als zentraler Ansprechpartner bei Fragen und Anregungen rund um RBZB.

Seit dem Auslaufen des landesweiten Schulversuchs ist die Weiterentwicklung der Regionalen Bildungszentren der Berufskollegs (RBZB) der Landesregierung ein wichtiges Anliegen. Um die Dachmarke der Beruflichen Bildung „RBZB“ sichtbar zu machen, den fachlichen Austausch zwischen bestehenden RBZB und interessierten Schulleitungen und Schulträgern zu ermöglichen und die bisherige Arbeit wertzuschätzen, hat das zuständige Fachreferat zum Netzwerktag ins Ministerium geladen. Mehr als 80 Personen sind der Einladung gefolgt, lernten die Arbeit der Geschäftsstelle sowie die Vorteile der RBZB für die Berufliche Bildung kennen. 

Mehr Perspektiven durch Kooperationen

„Für Nordrhein-Westfalen sind RBZB eine große Chance. Denn das Land braucht berufliche Bildung, die nicht verwaltet, sondern gestaltet wird. RBZB sind dafür ein überzeugendes Instrument“, brachte Karsten Mielke, Hauptdezernent für Berufliche Bildung in der Bezirksregierung Arnsberg, die Vorteile auf den Punkt. Besonders entscheidend sei in diesem Zusammenhang ein wichtiger Paradigmenwechsel. Nicht der einzelne Standort stehe im Mittelpunkt, sondern das regionale Netzwerk.

Dieser Paradigmenwechsel sei durch den Grundlagenerlass RBZB ermöglicht worden. Der Erlass sei keine bloße Verwaltungsvorschrift, sondern eine strukturelle Antwort auf die Komplexität beruflicher Bildungslandschaften: „Sein Grundgedanke ist klar: Zentrale Herausforderungen wie Fachkräftesicherung, Sicherung und Abstimmung regionaler Bildungsangebote, Integration heterogener Zielgruppen, digitale Transformation und Attraktivität beruflicher Bildungswege können dauerhaft nur im kooperativen Verbund mehrerer Berufskollegs mit dem Schulträger und der Schulaufsicht vor Ort bearbeitet werden.“ Karsten Mielke betonte, dass durch Kooperation mehr Perspektiven geschaffen werden. Dabei war es ihm aber auch wichtig hervorzuheben: „RBZB bedeutet nicht Gleichmacherei. Es bedeutet Kooperation mit klaren Regeln, gemeinsamer Verantwortung und regionalem Gestaltungsraum.“

Vom Einzelkämpfer zum strategischen Netzwerker

„Uns ist es wichtig, die Akteure der RBZB selber zu Wort kommen zu lassen“, betonte Fachreferentin Susanne Sistig, die durch die Veranstaltung führte und begrüßte Johannes Kohtz-Cavlak, Schulleiter am Alice-Salomon-Berufskolleg im RBZB Bochum. 

Auch er sparte nicht mit Lob für die im Erlass festgelegten Organisationsstrukturen. „Ein Segen sind die koordinierenden Stellen, sie schaffen den organisatorischen Rahmen, damit Schulleitung arbeiten kann“, betonte er und bekam zustimmenden Applaus. Im weiteren Verlauf fokussierte er sich auf die Fragen: Was bleibt und was ändert sich für Schulleitungen? „Es bleibt die Verantwortung für die eigene Schule, aber die Perspektive ändert sich. Früher hat man sich die Frage gestellt, was ist gut für meine Schule. Heute fragt man sich, was ist gut für die Berufliche Bildung, für die Region, für die Stadt. Schulleitungen haben sich vom Einzelkämpfer zum strategischen Netzwerker entwickelt.“ Weiterhin betonte er: „Das schöne ist, man ist nicht mehr allein“ und schloss seinen Beitrag mit den Worten: „Gute Kooperation macht Schulen nicht kleiner, sondern stärker.“
Weitere Impulsvorträge gab es zur Funktion des Schulträgers in der koordinierenden Stelle des RBZB, zu Projektmanagementprozessen zwischen Schulleitungen der Berufskollegs und der Schulträger und zu verschiedenen bereits durchgeführten Projekten in gemeinsamer Verantwortung zwischen Schulträger und Berufskollegs (Kooperationen der Internationalen Förderklassen und den „Fit für Mehr“-Klassen; Projekte zur Demokratiebildung und zu Schutzkonzepten).

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand dann der Austausch. In sechs Workshops tauschten sich interessierte Schulleitungen und Schulträger mit den Vertreterinnen und Vertretern aus bereits bestehenden RBZB aus. Die Ergebnisse der Workshops wurden in prägnanten Take-Home-Messages den Gästen mitgegeben: Vertrauen, Transparenz, Innovation und gemeinsame Identität sind nur einige wesentliche Schlagworte aus diesen Botschaften.

Abschließend bedankte sich Dr. Tanja Reinlein, Abteilungsleiterin für die Berufliche Bildung und das Lehren und Lernen in der digitalen Welt, für das engagierte Arbeitsklima: „Unsere heutige Netzwerktagung hat erneut deutlich gemacht, welches Potenzial in den Regionalen Bildungszentren der Berufskollegs in NRW liegt. RBZB stehen für Kooperation statt Konkurrenz, für gemeinsame Verantwortung und für den Anspruch, Berufliche Bildung regional vernetzt, zukunftsorientiert und passgenau zu gestalten. Ich freue mich ganz besonders über die Aufbruchsstimmung, die ich heute erfahren habe. Ihr großes Interesse und Engagement verdeutlicht, dass RBZB nicht nur ein weiteres Modell der Zusammenarbeit sind, sondern ein lebendiger und sich weiterentwickelnder Baustein für die Zukunft der Beruflichen Bildung in Nordrhein-Westfalen.“