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Ministerin Dorothee Feller und Jörg Schönenborn sitzen mit Schülerinnen und Schülern an im Kreis aufgestellten Tischen und sprechen miteinander.

Nordrhein-Westfalen stärkt seine Schülerinnen und Schüler im kritischen Umgang mit Nachrichten

Ministerin Feller: Journalismus ist für unsere Demokratie unverzichtbar, weil er die Regierenden kontrolliert und die die Regierten informiert

23.06.2026

Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit: 

Nordrhein-Westfalen stärkt seine Schülerinnen und Schüler im kritischen Umgang mit Nachrichten. Dazu ermöglicht das Schulministerium allen Startchancen-Schulen mit Sekundarstufe I die Teilnahme am Programm „Journalismus macht Schule“. Kern dieses Programms sind Schulbesuche von Journalistinnen und Journalisten öffentlich-rechtlicher und privater Medienhäuser. Landesweit geben bereits 70 von ihnen Jugendlichen an weiterführenden Schulen persönliche Einblicke in ihre Arbeit. Wie ein solcher Schulbesuch aussieht, hat Ministerin Dorothee Feller heute (Dienstag, 23. Juni 2026) in Düsseldorf miterlebt:

Ungewohnte Uhrzeit, ungewohnte Umgebung – und trotzdem ist Jörg Schönenborn voll in seinem Element. Der WDR-Journalist, der sonst an Sonntagabenden im Fernsehen Wahlergebnisse einordnet, spricht an diesem Dienstagmorgen mit einer Schulklasse über seinen Beruf. Und die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler der Düsseldorfer St.-Benedikt-Hauptschule haben ihm viele Fragen mitgebracht: Warum wollten Sie Journalist werden und wie sind Sie es geworden? Waren Sie aufgeregt, als Sie vor vielen Jahren einmal Wladimir Putin interviewt haben – und wie blicken Sie heute auf das Interview zurück? Und worin unterscheiden sich eigentlich der WDR und Netflix voneinander?

Jörg Schönenborn, der ab Juli die ARD-Tagesthemen moderieren wird, hat sichtlich Spaß daran, heute einmal nicht der Fragesteller zu sein, sondern derjenige, der die Antworten gibt. Und schnell wird deutlich, warum ihm die Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern so wichtig ist: „Auch Neuntklässler machen bereits jeden Tag im Netz die Erfahrung, dass man nicht alles glauben sollte, was so auf dem Display erscheint. Deshalb sind sie neugierig, und wollen wissen, was Journalismus von den vielen anderen Angeboten unterscheidet und wie man erkennt, welcher Quelle man vertrauen kann. Schülerinnen und Schüler können gar nicht früh genug lernen, beim Medienkonsum kritische Fragen zu stellen. Nur so lernen sie souverän zu entscheiden, von wem sie ihre Nachrichten beziehen wollen. Dazu konnte ich hoffentlich heute ein bisschen beitragen.“

Gut 300.000 Euro stellt das Schulministerium bislang jährlich aus Mitteln des Startchancen-Programms für die journalistischen Schulbesuche bereit. Perspektivisch soll es neben dem Angebot für die weiterführenden Schulen auch ein entsprechendes Angebot für die Grundschulen im Startchancen-Programm geben. 

Schulministerin Dorothee Feller: „Kritischer Journalismus ist für unsere Demokratie unverzichtbar, weil er die Regierenden kontrolliert und die Regierten informiert. Jedoch: Unsere Kinder und Jugendlichen wachsen in einer Medienwelt auf, in der Fakten, Meinungen und Fake News oft kaum voneinander zu unterscheiden sind. Wie wichtig diese Unterscheidung ist, zeigt zum Beispiel das Brexit-Referendum heute vor zehn Jahren, das von einer massiven Desinformationskampagne beeinflusst wurde. Wir wollen, dass unsere Kinder und Jugendlichen lernen, sich gut und souverän zu informieren, bevor sie Entscheidungen treffen. Deshalb macht Journalismus bei uns Schule.“

Journalistinnen und Journalisten erklären dazu journalistische Qualitätsmaßstäbe wie den Faktencheck oder das Zwei-Quellen-Prinzip und zeigen Unterschiede zwischen redaktionell verantworteten Nachrichten und Beiträgen in sozialen Netzwerken. Florian Nuxoll, Mitglied im Vorstand von „Journalismus macht Schule“ und selbst Gymnasiallehrer, erklärt: „Faktencheck und Quellenprüfung klingen für viele Jugendliche zunächst abstrakt. Im Gespräch mit Journalistinnen und Journalisten merken sie, dass dahinter ein nachvollziehbares Handwerk steckt – und dass sie selbst lernen können, Informationen einzuordnen. Vor allem aber erkennen sie, dass es sich lohnt, genauer hinzusehen: Es kommt darauf an, ob etwas stimmt – und nicht nur darauf, ob es spannend klingt. Genau diese Haltung hilft ihnen dann auch dort, wo sie ohnehin täglich unterwegs sind: in den sozialen Netzwerken.“

Neben den Schulbesuchen bietet das Programm auch Workshops für Lehrkräfte und Unterrichtsmaterial für verschiedene Fächer und Schulformen. Um die Angebote möglichst passgenau auf die Schulen zuzuschneiden, arbeiten das Schulministerium und der Verein „Journalismus macht Schule“ eng mit der Medienberatung NRW und der Landesanstalt für Medien NRW zusammen. 

Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Bei Bürgeranfragen wenden Sie sich bitte an: Telefon 0211 5867 40.

Bei journalistischen Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Schule und Bildung, Telefon 0211 5867 3505.

Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw

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