Wettbewerb „Shalom – Jüdisches Leben heute!“: Schülerinnen und Schüler setzen Zeichen für Vielfalt, Respekt und demokratisches Miteinander
Mehr als 2.200 junge Menschen beteiligen sich an erster landesweiter Wettbewerbsrunde – neues Jahresmotto vorgestellt
Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit:
Mit einer feierlichen Preisverleihung im Landtag Nordrhein-Westfalen sind heute die Gewinnerinnen und Gewinner des landesweiten Schülerwettbewerbs „Shalom – Jüdisches Leben heute!“ ausgezeichnet worden. Mehr als 2.200 Schülerinnen und Schüler hatten sich mit über 450 kreativen Beiträgen am Wettbewerb beteiligt und sich dabei mit dem diesjährigen Motto „Die bunte Vielfalt jüdischer Feste“ auseinandergesetzt. Die Preisverleihung fand im Beisein von Schulministerin Dorothee Feller, der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur Sylvia Löhrmann sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Bildung, jüdischen Gemeinden und Zivilgesellschaft statt.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Jüdisches Leben gehört untrennbar zu Nordrhein-Westfalen. Dass wir nach der Shoa heute wieder die größte jüdische Gemeinschaft bei uns in Nordrhein-Westfalen haben, ist ein Geschenk, für das wir dankbar sind. Der Wettbewerb zeigt eindrucksvoll, wie junge Menschen Verantwortung übernehmen und sich mit Neugier und Respekt mit jüdischer Kultur auseinandersetzen. Kennenlernen, Verstehen und Respekt sind die besten Mittel gegen Hass und Hetze. Die Ideen der Schülerinnen und Schüler sind ein starkes Zeichen für unsere Demokratie und für ein Land, das Vielfalt schützt und lebt.“
Schulministerin Dorothee Feller: „Die große Resonanz auf den Wettbewerb zeigt, wie bereit junge Menschen sind, sich mit jüdischem Leben in seiner Vielfalt auseinanderzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler haben mit Kreativität, Neugier und Offenheit beeindruckende Beiträge geschaffen. Sie machen sichtbar, dass jüdisches Leben ein lebendiger und selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft ist. Genau diese Begegnung mit jüdischer Kultur und jüdischem Alltag stärkt Respekt, baut Vorurteile ab und festigt die demokratischen Werte, die unser Zusammenleben tragen.“
Der Wettbewerb wurde im Schuljahr 2025/2026 erstmals landesweit durchgeführt. Er lädt Schülerinnen und Schüler aller Schulformen dazu ein, sich mit jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen und eigene kreative Zugänge zum Thema zu entwickeln. Die Beiträge reichten von Filmen und Kunstwerken über Kalender und digitale Anwendungen bis hin zu eigens entwickelten Lern- und Gesellschaftsspielen.
Landtagsvizepräsidentin Berivan Aymaz, die auch Vorsitzende der Parlamentariergruppe NRW-Israel ist, sagte: „Der Landtag Nord-rhein-Westfalen ist ein Ort der Demokratie, des Dialogs und des respektvollen Miteinanders. Ich freue mich, dass gerade hier junge Menschen ausgezeichnet werden, die Verantwortung übernehmen und sich für eine offene Gesellschaft einsetzen. Wer jüdisches Leben sichtbar macht, leistet einen wichtigen Beitrag gegen Ausgrenzung und Antisemitismus und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land.“
Die Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur Sylvia Löhrmann: „Antisemitismus begegnen wir nicht allein durch Widerspruch, sondern vor allem auch durch Wissen, Begegnung und Interesse. Die Schülerinnen und Schüler haben mit ihren vielfältigen Beiträgen gezeigt, wie neugierig, kreativ und differenziert sie sich mit jüdischem Leben auseinandersetzen. Ihre Arbeiten schaffen Verständnis und machen deutlich, wie facettenreich jüdische Traditionen und Kultur heute sind.“
Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Präsident der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln Abraham Lehrer: „Die Beiträge der Schülerinnen und Schüler zeigen auf beeindruckende Weise, wie vielfältig, lebendig und selbstverständlich jüdisches Leben heute ist. Wer sich kreativ und ernsthaft mit jüdischen Festen und Traditionen beschäftigt, schafft Nähe und Verständnis – und genau das ist ein wirksamer Beitrag gegen Vorurteile und Antisemitismus.“
„Seit ihrer Gründung setzt sich die Krupp-Stiftung für die deutsch-jüdische Verständigung ein. Dass so viele junge Menschen im Rahmen des Wettbewerbs ‚Shalom‘ nun die Möglichkeit genutzt haben, sich aktiv mit der jüdischen Geschichte und Kultur zu befassen, birgt eine große Chance in sich, Verständnis und Toleranz im Umgang miteinander zu stärken“, so Dr. Michaela Muylkens, Mitglied des Vorstands der Krupp-Stiftung.
Ausgezeichnet wurden Beiträge in mehreren Alters- und Schulformkategorien:
Einzelpreis Förderschule
Ben Rethage wurde für seinen Filmbeitrag „Sukkot – ein jüdisches Fest“ ausgezeichnet. In seinem humorvoll gestalteten Beitrag erläutert er die Bedeutung des jüdischen Laubhüttenfestes und vermittelt zentrale Inhalte auf anschauliche Weise.
Gruppenpreis Förderschule
Die Glückauf-Schule, LWL-Förderschule Hören und Kommunikation, erhielt den Preis für ihren Beitrag „Schau mal – 7 jüdische Feste“. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten einen Film mit Gebärdenvideos, Fotoszenen und Begleitmaterialien, die jüdische Feste barrierearm und verständlich erklären.
Einzelpreis Klassen 5 bis 7
Ben Krolzik wurde für seinen Film „Ben entdeckt Purim“ ausgezeichnet. Darin geht er auf kreative Weise den Ursprüngen und Traditionen des Purim-Festes nach und verbindet historische Hintergründe mit eigenen Recherchen und praktischen Elementen.
Gruppenpreis Klassen 5 bis 7
Die Realschule Hochdahl überzeugte mit dem Projekt „Unsere Reise durch das jüdische Jahr“. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten einen Kalender mit begleitenden Videobeiträgen, der die wichtigsten jüdischen Feste und ihre Bedeutung im Jahresverlauf vorstellt.
Einzelpreis Klassen 8 bis 10
Leonie Elberg erhielt die Auszeichnung für ihren künstlerischen Beitrag „Shalom – jüdische Feste in allen Farben“. Mehrere Leinwände mit Symbolen jüdischer Feste fügen sich zu einem Gesamtwerk zusammen und verdeutlichen die Vielfalt jüdischer Kultur.
Gruppenpreis Klassen 8 bis 10
Das Marie-Curie-Gymnasium Düsseldorf wurde für das Computerspiel „Noahs Chanukka“ ausgezeichnet. Das Spiel vermittelt Wissen über das Chanukka-Fest und seine Traditionen auf interaktive und altersgerechte Weise.
Hauptpreis
Der Hauptpreis ging an das Städtische Ratsgymnasium Gladbeck für das Projekt „Schalompoly – jüdische Feste“. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten ein Brettspiel, das spielerisch Wissen über jüdische Traditionen, Feiertage und Kultur vermittelt und durch seine Kreativität und Detailtiefe überzeugte.
Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Hendrik Wüst und wird vom Schulministerium mit Unterstützung der Bezirksregierung Münster gemeinsam mit der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur durchgeführt. Unterstützt wird er von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Zum Abschluss der Preisverleihung stellte Schulministerin Dorothee Feller das neue Wettbewerbsthema für das Schuljahr 2026/2027 vor: „Alles koscher! Oder was?“. Das neue Motto lädt Schülerinnen und Schüler dazu ein, sich mit jüdischen Traditionen, Alltagskultur, religiösen Regeln und verbreiteten Vorstellungen über das Judentum auseinanderzusetzen und dabei eigene Fragen zu stellen, Vorurteile zu hinterfragen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Weitere Informationen und die Laudationes zum Wettbewerb „Shalom – Jüdisches Leben heute!“ finden sich im Bildungsportal des Schulministeriums. Bilder zur Veranstaltung werden dort ebenfalls ab morgen Mittag zur Verfügung stehen.
Bei Bürgeranfragen wenden Sie sich bitte an: Telefon 0211 5867 40.
Bei journalistischen Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Schule und Bildung, Telefon 0211 5867 3505.
Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw
Navigationshinweise zur Galerie
Benutze im nächsten Element die Pfeiltasten links und rechts zum Blättern der Galerie
Hier finden Sie Bildmaterial zum Download. Die Bilder dürfen von Journalistinnen und Journalisten für redaktionelle Zwecke benutzt werden. Bitte beachten Sie bei der Arbeit mit unserem Bildmaterial folgende Punkte: Die Bilder dürfen weder verfremdet noch sinnverändernd eingesetzt werden. Die Bilder dürfen nicht in einem sachfremden Zusammenhang oder Umfeld genutzt werden.
Bitte geben Sie die vollständige Bildquelle an. Keine Weitergabe der Bilder an Dritte!