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Berufliche Orientierung geht digitale Wege

Mit dem neu geschaffenen BO-Tool NRW stellt das Schulministerium den Schulen ein umfangreiches Online-Instrumentarium zur Beruflichen Orientierung (BO) zur Verfügung. In fünf Themenbereichen werden Materialien, Hilfen, Informationen und Angebote übersichtlich präsentiert.

[Schule NRW 11-21]

Eine gute Berufs- und Studienorientierung ist für unsere Schülerinnen und Schüler von besonderer Bedeutung. Die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf NRW“ bietet für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ab der 8. Jahrgangsstufe ein verbindliches, standardisiertes und transparentes System der Beruflichen Orientierung. Dieses System ist chancengerecht, klischeefrei, kultursensibel und wird auch inklusiv umgesetzt.

Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels trägt eine gute Berufliche Orientierung dazu bei, dass alle jungen Menschen bestmöglich Berufswahlkompetenzen aufbauen, ihre Talente und Ressourcen entfalten sowie ihre Persönlichkeit erkennen und ausbilden können. Ziel ist es, sie zu befähigen, die eigene Berufsbiografie gut zu planen und ihren Lebensweg so auch aktiv zu gestalten.

Mit dem neu  geschaffenen BO-Tool NRW wird der bisherige Prozess der Berufsorientierung digital weiterentwickelt und an die Bedürfnisse und Notwendigkeiten angepasst. Denn nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie auch gezeigt, wie wichtig es ist, digitale Angebote zu schaffen, und auch wie vieles möglich ist.

Das umfangreiche Online-Instrumentarium zur Umsetzung der Beruflichen Orientierung (BO) bietet Materialien, Hilfen, Informationen und Angebote. Es ist klar strukturiert und bietet auf kurzem Wege die wesentlichen Informationen.

 

Digitales Online-Instrumentarium zur Beruflichen Orientierung (BO-Tool NRW)

Für Lehrkräfte der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II werden alle notwendigen Informationen zur Vor- und Nachbereitung sowie für die Durchführung der Standardelemente dargestellt.

Herzstück des neuen Online-Formats ist der Berufswahlpass NRW. Hier können die Schülerinnen und Schüler über den gesamten Zeitraum ihrer beruflichen Orientierung alle Erfahrungen, Beratungen und wichtigen Dokumente sammeln.

Den Berufswahlpass NRW gibt es auch als Berufswahlpass SPRACH-KOMPAKT und als Berufswahlpass in leichter Sprache. Alle drei Formate sind nicht nur im Onlineformat über das BO-Tool, sondern auch über den Broschürenservice verfügbar – inklusive der dazugehörigen Begleithefte.

Die Angebote sind für die Arbeit mit mobilen Endgeräten optimiert (responsives Design) und können so schnell und flexibel für das Lernen und Lehren in digitalen Kontexten genutzt werden. Das erleichtert auch den Einsatz sowohl in Blended Learning als auch in Mobile Learning-Formaten.

Ergänzend dazu wurde das Lehrerbegleitheft für die Sekundarstufe I durch ein weiteres Kapitel ergänzt. Hier werden erprobte und etablierte Projekte im Rahmen einer vertieften Beruflichen Orientierung vorgestellt. – Projekte, die zwar nicht zu den Standardelementen innerhalb von KAoA zählen, aber allesamt eine sinnvolle Ergänzung der Mindestanforderungen darstellen.

 

Barrierearmes Angebot mit KAoA-STAR

Zu einer gelingenden Inklusion gehört auch eine individuelle Berufsorientierung. Das neue Angebot KAoA-STAR richtet sich an Jugendliche mit (Schwer-)Behinderung und/oder Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Körperliche und motorische Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen und Sprache. Ihren persönlichen individuellen Bedarfen entsprechend, werden sie so besser beim Übergang in den Beruf unterstützt. Das Farbschema ist eigens entwickelt und barrierearm gestaltet.

Die behinderungsspezifischen Standardelemente werden so in den KAoA-Prozessschlange integriert und werden ebenfalls mit Informationen und Materialien zur Vor- und Nachbereitung hinterlegt.

Neben den Lehrkräften haben auch die Integrationsfachdienste eine wichtige Aufgabe (IFD), indem sie die Jugendlichen in diesem Prozess eng beraten und begleiten und bei der Vermittlung in geeignete Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse helfen.

 

Interaktiv lernen und orientieren

Auch für die Berufsorientierung wird, das haben die vergangenen Monate gezeigt, das interaktive Lernen und Orientieren von zunehmender Bedeutung sein. Im Bereich E-Learning werden zusätzlich zu den aktuellen Neuerungen der digitalen Beruflichen Orientierung und den sogenannten Serious Games auch interaktive Onlineangebote von externen Partnern zukünftig mit eingebunden. Dieser Bereich des Onlineangebotes wird fortlaufend weiter ausgebaut und mit interessanten Inhalten angereichert.

Zur Kategorie der Serious Games gehört unter anderem das Online-Escape-Game “Mars Pioneers”, wurde speziell für den Prozess der Beruflichen Orientierung in der Sekundarstufe II entwickelt und kann sowohl im Rahmen des Distanzunterrichts als auch in Präsenzform gespielt werden. KAoA-Inhalte wurden hierfür in eine spannende Geschichte und knifflige Rätsel verpackt. Die Schülerinnen und Schüler müssen im Verlauf ihrer Mission Hinweise kombinieren, Rätsel lösen und Codes knacken, um das Spiel für ihre Gruppe zu entscheiden. Das Spiel verspricht in erster Linie Spannung, Spaß und Team-Erlebnis und motiviert die Schülerinnen und Schüler, ihre Berufswahlkompetenz weiter auszubauen. Im BO-Tool gibt es hierzu auch einen Leitfaden für Lehrkräfte.

 

„Berufe-City“ – und andere Angebote des BMBF

Die Berufe-City des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist ein weiterer digitaler Baustein, der interaktiv veranschaulicht, wie beruflich ausgebildete Fachkräfte zum Leben unserer Gesellschaft beitragen. Die Vielfalt an Ausbildungsberufen in Deutschland ist mit rund 330 riesig. Die bestehenden Ausbildungsberufe sind in 37 sogenannte Berufshauptgruppen gegliedert, die wiederum Berufe nach der Ähnlichkeit ihrer Tätigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten zusammenfassen. Ein Streifzug durch die Berufe-City verrät mehr über die Tätigkeiten und Anforderungen.

Die „berufswahlapp“ ist das Portfolioinstrument zur Beruflichen Orientierung von Schülerinnen und Schülern und wird vom BMBF bis Ende 2021 finanziert. Unter dem Arbeitstitel „BWP 4.0“ wird diese App als digitales Lerninstrument neu konzipiert. Ziel ist es, ein internetbasiertes und auf mobilen wie stationären Endgeräten bundesweit nutzbares E-Portfolio zu entwickeln, zu erproben und für die Nutzung in den jeweiligen Bundesländern zur Verfügung zu stellen. In Nordrhein-Westfalen steht die App im Rahmen einer Pilotphase frühestens ab dem Schuljahr 2022/23 zur Verfügung.

 

Wichtig zu wissen - Rechtliches und Grundlagen

Das neue Online-Tool stellt zudem auf einen Blick alle relevanten rechtlichen Grundlagendokumente zusammen. Hier sind unter anderem Erlasse zur Beruflichen Orientierung, das KAoA-Handbuch, die Rahmenvereinbarung NRW sowie die zugehörige Musterkooperationsvereinbarung zu finden. Dieses Angebot wird stets aktualisiert und schafft so einen rechtssicheren Umgang bei der Durchführung der Beruflichen Orientierung.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des neuen Angebotes ist die Bildungsmediathek NRW. Sie stellt hochwertige Medien für den rechtssicheren Einsatz im Unterricht bereit. Die Medien sind beispielsweise zu themenspezifischen Medienlisten gebündelt können den Schülerinnen und Schülern mittels Schüler-IDs zugänglich gemacht werden.

In die Bildungsmediathek NRW werden sukzessive neue Medien für die schulseitige Ausgestaltung und Flankierung des Prozesses der Beruflichen Orientierung eingespeist. Aktuell sind mehr als 20sogenannte Learning-Nuggets verfügbar, die jeweils auf einem audiovisuellen Input basieren und eine inhaltliche Zusammenfassung, ein Lernerfolgsüberprüfungsformat sowie vertiefende Arbeits- und Informationsmaterialien beinhalten. Darüber hinaus werden derzeit schrittweise mehr als hundert 360°-Videos eingespeist, mit denen die Lernenden den Arbeitsalltag in verschiedenen Berufen miterleben können. Die Videos können auch „to go“ genutzt oder beispielsweise mit Tablets und Smartphones in den Unterricht eingebunden werden. Mithilfe von Cardboards oder Virtual-Reality-Brillen ist auch eine immersive Nutzung möglich.

Ergänzend stehen darüber hinaus auch die Inhalte des Filmportals Berufe.TV der Bundesagentur für Arbeit sowie ausgewählte Beiträge der renommierten Sendereihe „Ich mach’s“ des Bayerischen Rundfunks zur Nutzung bereit.

Alle Lehrkräfte, die an allgemein- und berufsbildenden Schulen in NRW unterrichten, sind zur Nutzung dieses Angebotes berechtigt. Die Zugangsdaten entsprechen dem bekannten Kürzel, das auch zum ehemaligen Sek II-Tool führte, und sind darüber hinaus über die BO-Koordination der Bezirksregierung zu erfragen.

 

Autoren: Anja Esser, Matthias Köhler und Andreas Werner, Referat 315, Ministerium für Schule und Bildung NRW