Junge sitzt vor einem Laptop am Schreibtisch

Distanzunterricht

Hier finden Sie Hinweise, rechtliche Vorgaben und unterstützende Materialien zum Distanzunterricht.

Präsenzunterricht ist für die Entwicklung der Kompetenzen und die psychosoziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler von besonderer Bedeutung. Daher sorgen die Schulen bei krankheitsbedingter Abwesenheit von Lehrerinnen und Lehrern – soweit möglich – für Vertretungsunterricht. Es empfiehlt sich, vorsorglich auch Szenarien in den Blick zu nehmen, in denen Vertretungsunterricht nicht erteilt werden kann, weil hierfür nicht genügend Lehrerinnen und Lehrer an der Schule zur Verfügung stehen. In diesen Fällen können z.B. Kooperationen mit benachbarten Schulen eine Option sein. Hinweise zu personellen Gestaltungsspielräumen finden Sie hier.

Auch wenn der Präsenzunterricht grundsätzlich Vorrang hat, empfiehlt es sich, vorausschauend auch Szenarien für einen möglichen Distanzunterricht vorzubereiten. Der Distanzunterricht soll, wenn es die technische Ausstattung vor Ort ermöglicht, digital erfolgen. Die vorhandenen digitalen Möglichkeiten sollten hierbei weiterhin lernförderlich und altersadäquat zur Unterstützung des Unterrichts eingesetzt werden. Durch die regelmäßige Integration von Lernplattformen (z.B. LOGINEO NRW LMS) in den Unterricht üben die Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte den Umgang mit den digitalen Angeboten und unterstützen so im Anwendungsfall einen reibungslosen Wechsel vom Präsenzunterricht zum zeitweiligen Distanzunterricht.

Damit der Anspruch aller jungen Menschen auf schulische Bildung und individuelle Förderung gemäß § 1 des Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen auch für den Fall gewahrt und rechtlich abgesichert bleibt, dass der Präsenzunterricht zeitweilig aufgrund einer epidemischen Infektionslage ruht, wird eine neue Verordnung über die Einrichtung von Distanzunterricht erlassen.

Bis zum Inkrafttreten dieser neuen Verordnung werden die Schulleitungen gebeten, im Bedarfsfall Distanzunterricht nach den bis zum 31. Juli 2022 geltenden Grundsätzen einzurichten (Zweite Verordnung zur befristeten Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen gemäß § 52 SchulG vom 2. Oktober 2020). 

Unterschiedliche Szenarien einer Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht hängen von dem technischen Stand, der digitalen Ausstattung und den pädagogisch-didaktischen bzw. organisatorischen Konzepten der einzelnen Schulen ab. Good Practice-Beispiele finden Sie hier.

Handreichungen und weiteres Material zu methodischen und didaktischen Fragen des Distanzunterrichts sowie zur Ausstattung von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern mit digitalen Endgeräten sind hier veröffentlicht oder für die Berufliche Bildung hier zu finden.

Die Handreichung zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht unterstützt die allgemeinbildenden Schulen, die Handreichung zur chancengerechten Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht am Berufskolleg unterstützt die Berufskollegs bei ihren organisatorischen und didaktisch-pädagogischen Planungen. Beide Handreichungen bieten konkrete organisatorische sowie pädagogisch-didaktische Hinweise sowohl für Schulleitungen als auch für Lehrkräfte und können für die Anpassung und Aktualisierung bereits vorhandener schulischer Konzepte genutzt werden.

Die Bildungsmediathek NRW bietet ergänzend ausgesuchte Bildungsmedien und geprüfte Links zu Lehrmaterialien. Diese und weitere Unterstützungsmaterialien – wie z.B. veranschaulichende Schulkonzepte zum Distanzunterricht oder eine Materialsammlung mit Unterstützungsangeboten für Lehrkräfte in Phasen des Distanzunterrichts – sind hier gesammelt sowie für die Berufliche Bildung hier veröffentlicht.

Besondere Hinweise für Förderschulen, Schulen des Gemeinsamen Lernens und Berufskollegs

Eingliederungshilfeleistungen für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen durch pandemiebedingte Auswirkungen, wie z.B. einen aufgrund erhöhten Krankenstands von Lehrkräften notwendigen Distanzunterricht, nicht eingeschränkt werden.
Die zur Teilhabe an Bildung sowie zur Erfüllung der Schulpflicht gemäß § 112 SGB IX bzw. § 35a SGB VIII einzusetzenden Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter können auch im häuslichen Umfeld der Schülerinnen und Schüler unterstützend tätig sein.
Die Kreise und kreisfreien Städte als zuständige Träger der Eingliederungshilfe (§ 1 AG-SGB IX NRW) beziehen die Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler bei der Entscheidung über den Einsatz der Schulbegleiterinnen und -begleiter im häuslichen Umfeld ein.

Für die Berufskollegs ist mit Erlass vom 14. Februar 2022 zur „Fortführung der Verknüpfung von Distanz- und Präsenzunterricht im Schuljahr 2022/2023“ bereits festgelegt worden, dass diese bei besonderen organisatorischen Gegebenheiten und pädagogischen Bedarfslagen Distanzunterricht erteilen können, etwa aus Gründen der Verlässlichkeit gegenüber Ausbildungsbetrieben, der notwendigen Verlässlichkeit der Unterrichtsorganisation für berufsbegleitend Studierende der Fachschulen oder einer für das Ausbildungsziel förderlichen Einübung von digitalisierten Lehr-Lernformaten.
Die Anwendung dieses Erlasses ist vorab der Bezirksregierung anzuzeigen. Der Unterricht in Distanz soll möglichst digital und synchron gemäß Stundenplan erteilt werden. Dabei ist eine gleichwertige (technische) Teilnahmemöglichkeit aller Schülerinnen und Schüler am Distanzunterricht zu gewährleisten.
Sofern dennoch Unterrichtstage und -zeiten verlegt werden müssen, sind z.B. die Ausbildungsunternehmen und sozialpädagogischen Einrichtungen rechtzeitig zu informieren.
Weitere Informationen zum Schulbetrieb in den Berufskollegs sowie zur Beruflichen Orientierung (KAoA) finden Sie hier.