Start in den Vorbereitungsdienst: Ministerin Feller begrüßt neue Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in Nordrhein-Westfalen
Ministerin Feller: Sie werden eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft übernehmen und mit ihren frischen Ideen und Schwung junge Menschen auf ihrem Weg formen
Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit:
Johannes Weber hat viele Talente. Als studierter Jazzgitarrist spielt er in einer rheinländischen Band, tourt als Gastmusiker und unterrichtet in Musikschulen. Er hat sich zudem im Betrieb seines Vaters zum Fliesenlegergesellen ausbilden lassen und ein Faible für Zahlen. Seine Interessen und Fähigkeiten verbindet der 34-Jährige nun, um Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg zu begleiten: Weber wird Lehrer für Musik und Mathematik. Vertrauen schaffen, Werte vermitteln, Selbstvertrauen in Kindern und Jugendlichen wecken, elementare Kenntnisse aus Kernfächern fürs Leben weitertragen – all das sind wichtige Ziele für den Bonner, die ihn auch in seinem Vorbereitungsdienst begleiten werden, der in den kommenden Tagen startet.
Johannes Weber zählt zu den rund 3.400 Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern (LAA), die am Freitag, 1. Mai 2026, ihr Referendariat in einem der Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) des Landes und in einer Ausbildungsschule beginnen. Etwa 130 dieser neuen LAA begrüßte Schulministerin Dorothee Feller stellvertretend für alle landesweiten Referendarinnen und Referendare am Dienstag, 28. April 2026, im ZfsL Jülich. Dort nahm sie an der feierlichen Veranstaltung teil, in der die künftigen Lehrkräfte ihren Amtseid schworen.
Ministerin Dorothee Feller: „Dies ist immer wieder ein besonderer und sehr würdevoller Moment und er bringt zum Ausdruck, welch wichtige Aufgabe die jungen Menschen in unseren Schulen übernehmen werden. Die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen können sich auf jede einzelne und jeden einzelnen von ihnen freuen. Mit ihren Interessen, Fähigkeiten, frischen Ideen und ihrem Schwung werden sie andere junge Menschen auf ihrem Weg in diese Gesellschaft formen. Jede und jeder LAA, egal ob in Jülich oder an einem anderen ZfsL-Standort, kann sicher sein, im Vorbereitungsdienst beste Bedingungen vorzufinden und optimal auf diese anspruchsvolle und aufregende berufliche Tätigkeit vorbereitet zu werden.“
Ministerin Feller appellierte auch an die LAA, selbstbewusst und hinterfragend an die Aufgaben heranzugehen: „Mit Blick auf Ihre berufliche Zukunft und Ihren Einstieg in die Schule ist eines sehr wichtig: Bewahren Sie sich Ihren frischen und unvoreingenommenen Blick auf das Schulsystem! Nutzen Sie die Ausbildung, um sich auf den Schulalltag bestmöglich vorzubereiten! Nehmen Sie Gesprächsangebote wahr, die sich Ihnen bieten, und stellen Sie all die Fragen, die sich Ihnen stellen; egal wie banal oder vielleicht auch kritisch sie erscheinen mögen. Es ist wichtig, neue Dinge auszuprobieren. Haben Sie also den Mut, auch mal zu sagen: Wir können es auch anders machen.“
Die Vereidigung nahm die Jülicher ZfsL-Leiterin Sandra Schoof vor. „Vielfalt leben – Potenziale wecken: Unter diesem Motto starten wir heute mit Ihnen allen in den Vorbereitungsdienst“, sagte sie in ihrer Rede, „wir werden alles tun, damit Sie mit einem guten Gefühl und allen wichtigen Fähigkeiten Lehrkräfte werden. Und wir werden Ihnen Orientierung geben für einen durchaus komplexen Berufsalltag, in dem die Verschiedenheit der Biografien, Talente und Förderbedarfe der Ausgangspunkt jeder pädagogischen Arbeit ist. Lehrkräfteausbildung am ZfsL Jülich bedeutet für uns: Wir befähigen angehende Lehrerinnen und Lehrer, Demokratie vorzuleben und Potenziale zu wecken. Unser diesjähriges Motto verstehen wir als unseren Ausbildungsauftrag. Wir bereiten künftige Lehrerinnen und Lehrer darauf vor, jedem Kind – ungeachtet seiner Startbedingungen – den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu ebnen.“
Das alles geschieht – an allen ZfsL im Bundesland – erstmals unter neuen Rahmenbedingungen. Nach vielen Gesprächen, die Ministerin Feller in den vergangenen Jahren in den ZfsL geführt hat, sind Verbesserungsmöglichkeiten für Inhalte und Abläufe des Vorbereitungsdienstes geprüft und erste Reformen angestoßen worden, die sowohl den Lehrenden als auch den Lernenden nutzen. So entlastet die neue „Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Staatsprüfung“ (OVP) Auszubildende und Prüfende und orientiert sich konsequenter am schulischen Alltag. Beispielsweise müssen die LAA zur Planung von Unterrichtsbesuchen der Ausbilderinnen und Ausbilder deutlich weniger schriftliche Vorbereitungen anfertigen als bislang. Auch werden sich Ausbildungsschulen und ZfsL noch enger abstimmen, um die bestmögliche Ausbildung für die jeweilige Lehramtsanwärterin oder den jeweiligen Lehramtsanwärter zu ermöglichen.
Zugleich stärkt und präzisiert die OVP die Anforderungen an Seminarausbilderinnen und Seminarausbilder sowie das Leitungspersonal. Hierbei helfen unter anderem verstärkte Fortbildungen. Auch setzt die Reform neue Akzente in Fragen von Demokratiebildung oder der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Insgesamt unterstützt die modifizierte OVP eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Ausbildung, die Lehrkräfte gezielt auf die Herausforderungen des Berufes vorbereitet und sie befähigt, Schule aktiv weiterzuentwickeln.
Dies sei ein wertvoller Fortschritt, meinte ZfsL-Leiterin Schoof in ihrer Ansprache an die LAA: „Erfolgreiche Schule funktioniert heute nur im Team. Deshalb verstehen wir die Ausbildung als ein lebendiges Netzwerk, das wir gemeinsam mit unseren Ausbildungsschulen gestalten. Unsere Ausbilderinnen und Ausbilder stehen selbst mitten in der Schulpraxis und begleiten Sie auf Augenhöhe. Durch die neue OVP 2026 wird diese enge Verzahnung noch verbindlicher. Uns ist wichtig, dass Sie im Vorbereitungsdienst durch dieses Netzwerk die Sicherheit gewinnen, die Sie für einen guten Start in den Beruf brauchen.“
Emily Heuer aus Köln beginnt ebenfalls am ZfsL Jülich ihren Vorbereitungsdienst. Nach ihrem Schulabschluss startete sie zunächst mit einer Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau, schloss dann ein Lehramtsstudium Sonderpädagogik an. Fächer: Deutsch und Biologie, Förderschwerpunkte: emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache. „Ich bin ein kreativer, neugieriger und handlungsorientierter Mensch“, erzählt die 28-Jährige, „mir selbst fiel das stille Sitzen und das theoretische Lernen in der Schule nicht immer leicht. Ich habe jedoch das große Privileg erlebt, zu Hause durch kreative und alternative Lernwege individuell gefördert zu werden. Dadurch habe ich früh ein Vertrauen in meine eigenen Stärken entwickelt und meinen Weg entsprechend gestalten können. Mir ist bewusst, dass nicht jedes Kind diese Unterstützung im Rücken hat. Daraus ergibt sich für mich der Wunsch, Kinder in ihren Stärken zu fördern und sie darin zu bestärken. Ich möchte gemeinsam mit ihnen unterschiedliche Lernwege entdecken und für jedes Kind passende Zugänge zum Lernen finden. Mein Ziel ist es, Unterricht möglichst praxisnah und erfahrungsorientiert zu gestalten, um alle Kinder bestmöglich zu erreichen.“
Zum Hintergrund
In Nordrhein-Westfalen beginnen immer am 1. Mai und am 1. November eines Jahres Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter ihren Vorbereitungsdienst. Ziel der schulpraktischen Lehrerausbildung an den insgesamt 33 ZfsL mit 106 lehramtsbezogenen Seminaren ist, die LAA in der Professionalisierung des eigenen Lehrerinnen- und Lehrerhandelns zu unterstützen und sie bestmöglich auf die Anforderungen des Schulalltags vorzubereiten. Nach dem 18-monatigen Vorbereitungsdienst und einer erfolgreichen Staatsprüfung stehen diese LAA dem Schuldienst in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Als frisch ausgebildete Lehrkräfte tragen sie dazu bei, den Unterricht an unseren Schulen sicherzustellen. Die Ausbildung kann ebenso in Teilzeit absolviert werden und beträgt dann 24 Monate.
Die Bewerbungsverfahren für die beiden Starttermine im Frühjahr und am Ende des Jahres werden über das Internetportal SEVON (Seminareinweisungsverfahren Online) abgewickelt. Die Bewerberinnen und Bewerber können dort ihre Anträge digital stellen und Ortswünsche angeben. Unterlagen können zu jedem Zeitpunkt digital nachgereicht werden. Jede Bewerberin und jeder Bewerber mit form- und fristgerechter Bewerbung erhält zum entsprechenden Einstellungstermin einen Ausbildungsplatz.
Bei Bürgeranfragen wenden Sie sich bitte an: Telefon 0211 5867 40.
Bei journalistischen Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Schule und Bildung, Telefon 0211 5867 3505.
Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw
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