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Ministerin Feller reist in die französische Partnerregion Hauts-de-France

Ministerin Feller: Die Reise steht für das, was Europa heute braucht: Erinnerung, Begegnung und den gemeinsamen Einsatz junger Menschen für Demokratie und Frieden

20.05.2026

Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit: 

Schulministerin Dorothee Feller ist für zwei Tage in die französische Partnerregion Hauts-de-France gereist. Im Mittelpunkt des Besuchs stehen die Verlängerung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Schulministerium und der akademischen Region Hauts-de-France sowie der Austausch mit deutschen und französischen Schülerinnen und Schülern über Demokratie, Erinnerungskultur und die Zukunft Europas. Die Reise findet zeitgleich zur Reise des Ministerpräsidenten nach Schlesien und zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau statt.

Ministerin Feller wird während ihres Aufenthalts von Schülerinnen und Schülern des Georg-Büchner-Gymnasiums aus Düsseldorf begleitet. Gemeinsam mit französischen Jugendlichen setzen sie sich an historischen Erinnerungsorten mit den Folgen von Krieg, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit auseinander und diskutieren über Frieden, Demokratie und Zusammenhalt in Europa. Geplant sind unter anderem Besuche am „Anneau de la Mémoire“ – dem Ring der Erinnerung – sowie am Lycée Fénelon in Lille, wo eine Gedenktafel für die Widerstandskämpferin und Lehrerin Simone Caudmont enthüllt wird.

Schulministerin Dorothee Feller: „Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte unter Druck geraten, sind Begegnungen zwischen jungen Menschen wichtiger denn je. Wer miteinander spricht, gemeinsam lernt und sich mit Geschichte auseinandersetzt, entwickelt Verständnis füreinander und Verantwortung für die Zukunft. Die deutsch-französische Freundschaft ist dafür ein starkes Fundament.“

Die Kooperation zwischen Nordrhein-Westfalen und der akademischen Region Hauts-de-France besteht seit 2008 und wurde seitdem kontinuierlich ausgebaut. Sie umfasst heute den allgemeinbildenden und beruflichen Bereich und fördert insbesondere Schüleraustausch, Schulpartnerschaften, Mehrsprachigkeit sowie internationale Mobilität. Grundlage der Zusammenarbeit sind unter anderem der Élysée-Vertrag von 1963 sowie der Aachener Vertrag von 2019. 

Im Rahmen ihres Aufenthalts unterzeichnet Ministerin Feller gemeinsam mit der Rectrice der französischen akademischen Region Hauts-de-France, Sophie Béjean, die Verlängerung der Kooperationsvereinbarung. Ziel ist es, die Zusammenarbeit in den Bereichen Demokratiebildung, interkulturelle Kompetenzen, Fremdsprachenförderung und europäische Zusammenarbeit weiter zu stärken. 

Ministerin Feller: „Nordrhein-Westfalen und Hauts-de-France verbindet weit mehr als eine Partnerschaft auf dem Papier. Beide Regionen teilen eine gemeinsame Industrie- und Bergbaugeschichte, vergleichbare Erfahrungen im Strukturwandel und die Überzeugung, dass Europa nur gemeinsam stark bleibt. Unsere Schulen leisten dazu einen wichtigen Beitrag.“

Ein besonderer Schwerpunkt der Reise liegt auf der Erinnerungskultur. Gemeinsam mit deutschen und französischen Schülerinnen und Schülern besucht die Ministerin den „Anneau de la Mémoire“ in Notre-Dame-de-Lorette. Auf dem monumentalen Ring sind die Namen von mehr als 580.000 Gefallenen des Ersten Weltkriegs alphabetisch – ohne Unterscheidung nach Nationalität, Rang oder Religion – eingraviert. Das Denkmal gilt als eindrucksvolles Symbol für Versöhnung, Menschlichkeit und die Zerbrechlichkeit des Friedens. 

Die Schülerinnen und Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums setzen sich dort gemeinsam mit französischen Jugendlichen im Rahmen eines Projekts mit Fragen der Erinnerungskultur und der Zukunft Europas auseinander. Sie beschäftigen sich mit historischen Biografien, formulieren Botschaften an kommende Generationen und entwickeln gemeinsam einen symbolischen „Ring der Zukunft“ mit Werten wie Frieden, Demokratie, Respekt und Solidarität. 

Dazu erklärt Ministerin Feller: „Erinnerungskultur ist kein Blick zurück um des Rückblicks willen. Sie hilft jungen Menschen zu verstehen, wohin Hass, Krieg und Ausgrenzung führen können – und warum Frieden und Demokratie niemals selbstverständlich sind. Deshalb ist es so wichtig, dass Schülerinnen und Schüler Geschichte nicht nur aus Büchern lernen, sondern sich an authentischen Orten mit ihr auseinandersetzen.“

Zum Programm gehört außerdem die Enthüllung einer Gedenktafel für die Lehrerin Simone Caudmont am Lycée Fénelon in Lille. Caudmont hatte während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg jüdische Schülerinnen versteckt und wurde dafür später von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt. 

Ministerin Feller betont: „Menschen wie Simone Caudmont zeigen uns, dass Demokratie und Menschlichkeit vom Mut Einzelner leben. Gerade junge Menschen brauchen solche Vorbilder. Schulen sind deshalb nicht nur Orte des Lernens, sondern auch Orte der Verantwortung, des Respekts und der gelebten Demokratie.“

Nordrhein-Westfalen und Frankreich sind auch im Bildungsbereich eng verbunden. Französisch ist nach Englisch die am häufigsten gelernte Fremdsprache an nordrhein-westfälischen Schulen. Im Schuljahr 2025/2026 lernen mehr als 240.000 Schülerinnen und Schüler an 1.546 Schulen Französisch. Zudem pflegen rund 500 Schulen in Nordrhein-Westfalen Partnerschaften mit französischen Schulen.  

 

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Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw

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