Szene aus dem Film "Der Fall Collini"

Filmtipp von FILM+SCHULE NRW: Der Fall Collini

Eine Pflichtverteidigung wird für den jungen Anwalt Caspar Leinen zugleich zu einer beruflichen wie auch privaten Herausforderung. Verhandelt wird ein spektakulärer Mordfall. Der Filmtipp von FILM+SCHULE NRW stellt heute „Der Fall Collini“ vor.

[Schule NRW 02-21]

Der 70-jährige Italiener Fabrizio Collini, der über 30 Jahre lang unbescholten in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, tötet den angesehenen und bekannten Firmeninhaber Hans Meyer in dessen Berliner Hotelsuite. Caspar will sich bei seinem ersten großen Fall als Strafverteidiger beweisen und nimmt die Pflichtverteidigung von Fabrizio Collini ohne zu zögern an. Zunächst sieht alles danach aus, als wäre eine Verurteilung wegen Mordes nur noch reine Formsache, die Beweislage ist erdrückend. Zudem war das Mordopfer Hans Meyer der Großvater von Caspars Jugendliebe Johanna und wie ein Ersatzvater und Förderer für den jungen Anwalt – ein kaum zu lösender Gewissenskonflikt. Doch Caspar lässt sich nicht beirren. Im Zuge seiner akribischen Recherche stößt er schließlich auf einen der größten Justizskandale der deutschen Geschichte und deckt die grausame Wahrheit lange zurückliegender Geschehnisse auf.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Ferdinand von Schirach erzählt Regisseur Marco Kreuzpaintner in Der Fall Collini eine fesselnde Geschichte vom moralisch wie ethisch oft strittigen Verhältnis zwischen Recht und Gerechtigkeit. Mit einem Genremix aus Gerichts-, Familiendrama und Politthriller gelingt ein differenzierter, mehrdimensionaler Blick auf das Geschehen. So werden die einzelnen Protagonistinnen und Protagonisten nahbar und ihre jeweiligen Sichtweisen und Motivationen nachvollziehbar dargestellt. Ein zentrales filmgestalterisches Element stellen dabei Rückblenden dar, die es den Zuschauenden ermöglichen, selbst Zeugen der durch Hans Meyer verübten Kriegsverbrechen zu Zeiten der deutschen Besatzung Italiens während des 2. Weltkriegs zu werden. Am Ende schließt der Prozess ohne Urteilsspruch – eine Einladung dazu, sich selbst ein Urteil zu bilden und sich für diesen Fall eine individuelle Antwort auf die Fragen zu geben, was Recht und was Unrecht ist, wer Schuld hat und wer Verantwortung trägt für die begangenen Taten.

FILM+SCHULE NRW hat den Spielfilm in das Label „Ausgezeichnet!“ aufgenommen und stellt ihn als Landeslizenz über EDMOND NRW kostenlos allen Lehrkräften in NRW zum Download oder Streaming zur Verfügung. Geeignet ist der Film für den Unterricht ab der 11. Klasse.

Mehr Informationen zum Film finden Sie hier.