Zwei Jungen lernen gemeinsam im Unterricht

Filmtipp von FILM+SCHULE NRW: Kippa

Oskar geht es gut – bis er nebenbei erzählt, dass er Jude ist. Der Filmtipp „Kippa“ beruht auf einer wahren Begebenheit.

[Schule NRW 12-21]

Oskar fühlt sich wohl an seiner neuen Schule und findet schnell Anschluss. Als er beiläufig im Unterricht erwähnt, dass er Jude ist, ändert sich jedoch alles. Plötzlich wird er ausgegrenzt, gemobbt, verprügelt und sogar sein bester Freund Eren wendet sich von ihm ab. Seinen Eltern verschweigt Oskar alles, bis seine Mutter durch Zufall Hämatome von den Prügelattacken am Körper ihres Sohns entdeckt. Gespräche mit den Lehrerinnen und Lehrern sowie dem Schuldirektor führen zu keiner Lösung: Die Verantwortlichen schauen weg oder scheinen gegen die antisemitisch motivierten Angriffe machtlos zu sein. Als die Situation sich immer weiter zuspitzt, muss Oskar schließlich entscheiden, ob er sich weiter einschüchtern lässt oder ein Zeichen setzt.

Die in „Kippa“ erzählte Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Wenzel Michalski, Deutschland-Direktor der Menschenrechts-Organisation Humans Rights Watch, beobachtete 2017 Mobbing und antisemitische Angriffe auf seinen eigenen Sohn an einer inklusiven Gemeinschaftsschule in Berlin und machte dessen Leidensgeschichte öffentlich. Regisseur Lukas Nathrath nahm dieses Einzelschicksal zum Anlass, genauer zum Phänomen antisemitisch motivierten Mobbings an deutschen Schulen zu recherchieren. So entstand zunächst eine Dokumentation zum Thema und schließlich auch das Drehbuch zum Spielfilm.

„Kippa“ schafft über den sympathischen und glaubwürdigen Hauptprotagonisten Oskar als Identifikationsfigur einen leichten Zugang zu diesem komplexen Themenfeld. Der Film zeichnet zudem ein sehr differenziertes der Akteure und zeigt ihre unterschiedlichen Motivationen auf.

Der Kurzspielfilm bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für den Unterricht, insbesondere für die Fächer Deutsch, Religion, Philosophie und Politik. FILM+SCHULE NRW hat ihn im Rahmen des Filmpakets „Jüdisches Leben in Deutschland“ in das Label „Ausgezeichnet!“ aufgenommen und stellt ihn als Landeslizenz über die Bildungsmediathek NRW kostenlos allen Lehrkräften in NRW zum Download oder Streaming zur Verfügung. Geeignet ist der Film für den Unterricht ab der 8. Klasse.

Ergänzend zum Film bietet FILM+SCHULE NRW ein umfangreiches Paket an Unterrichtsmaterialien an.

 

Das Filmpaket „Jüdisches Leben in Deutschland“, das FILM+SCHULE NRW anlässlich des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ in 2021 kuratiert hat, beinhaltet neben „Kippa“ noch folgende weitere Produktionen: „Die Unsichtbaren“, „Kaddisch für einen Freund“ und „Masel Tov Cocktail“.

Im Rahmen der SchulKinoWochen NRW vom 20. Januar bis 9. Februar 2022 werden alle vier Filme in einem digitalen Sonderprogramm zum kostenlosen Streaming zur Verfügung gestellt.