Dachmarke Bildungsportal NRW
Ein Mann schnäuzt sich.

Grippeschutzimpfung für Beschäftigte in den Schulen besonders wichtig

Grippewellen machen vor Schultoren nicht halt – eine Influenza-Impfung schützt vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko. Ein Fachbeitrag des Gesundheitsministeriums NRW.

[Schule NRW 10-26]

Die jährliche Influenza-Saison und damit die Zeit, in der Influenzaviren zirkulieren und Erkrankungen verursachen, hat begonnen. Eine Influenza („Grippe“) ist eine durch Influenzaviren verursachte akute Atemwegserkrankung. Sie tritt insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten auf und kann auch bei gesunden Menschen zu schweren Krankheitsverläufen führen.

Schulen sind aufgrund der Vielzahl und der Regelmäßigkeit der Kontakte zwischen den dort Beschäftigten, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern Orte, an denen Atemwegsinfektionen leicht übertragen werden können. 

Die saisonale Influenza-Impfung ist eine wichtige Maßnahme, um sich und andere zu schützen und das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs zu reduzieren.

 

Influenza – Erkrankung und Übertragung

Die Influenza wird überwiegend durch Tröpfchen und Aerosole übertragen, die beispielsweise beim Husten oder Niesen entstehen. Typische Beschwerden sind plötzlich einsetzendes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl und starke Erschöpfung. 

Der Krankheitsverlauf kann unterschiedlich schwer sein. Insbesondere ältere Menschen, Schwangere und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen.

 

Bedeutung für Beschäftige in Schulen

Der Schulalltag ist geprägt von Begegnung und einem lebendigen Miteinander. Gleichzeitig besteht in Gemeinschaftseinrichtungen grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für die Übertragung von Atemwegsinfektionen wie Influenza.

Beschäftigte in Schulen können daher einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sein. Eine Impfung dient insbesondere dem individuellen Gesundheitsschutz. Darüber hinaus kann die Vermeidung von Influenza-Erkrankungen dazu beitragen, krankheitsbedingte Ausfälle zu reduzieren. 

Schulministerin Dorothee Feller: „Eine Grippewelle in der Bevölkerung macht auch vor der Schule nicht halt und kann sich auf das gesamte Schulleben auswirken. Daher ist ein wirksamer Impfschutz wichtig, damit unsere Schulen gut durch den Winter kommen.“

 

Vorausschauendes Handeln

Aus präventiver Sicht ist der Herbst die beste Gelegenheit, sich frühzeitig mit der Thematik auseinanderzusetzen. Insbesondere Schulleitungen können hierbei eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen und Beschäftige durch ihr Gesundheitsverhalten ermutigen, sich mit dem eigenen Impfschutz auseinanderzusetzen. Ein offener und sachlicher Austausch kann dazu beitragen, dass die Impfung als freiwillige Maßnahme des persönlichen und gemeinschaftlichen Gesundheitsschutzes wahrgenommen wird. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeschutzimpfung neben Menschen insbesondere aus Risikogruppen, wie Ältere, Schwangere oder Personen mit Vorerkrankungen, u.a. auch Personen, die viel Kontakt zu anderen Menschen haben – das trifft auf Beschäftigte im Schulwesen zu. Denn grundsätzlich gilt: Jede Impfung hilft, die Ausbreitung von Influenza-Viren einzudämmen.

Die Impfempfehlung der STIKO und weitere Informationen finden sich unter: https://www.mags.nrw/grippeschutzimpfung

 

Zeitpunkt der Impfung

Die Influenzawelle beginnt in Deutschland meist im Herbst und erreicht ihren Höhepunkt häufig erst nach dem Jahreswechsel. Erste steigende Infektionszahlen können jedoch bereits ab Ende September auftreten. 

Nach der Impfung benötigt das Immunsystem in der Regel etwa 10 bis 14 Tage, um einen ausreichenden Impfschutz aufzubauen. Daher ist es sinnvoll, sich rechtzeitig vor Beginn der Influenza-Saison impfen zu lassen. Die STIKO empfiehlt die saisonale Influenza-Impfung im Herbst. Eine Impfung im Oktober gibt dem Körper ausreichend Zeit, einen Schutz aufzubauen, bevor die Zahl der Influenza-Erkrankungen in der Bevölkerung stärker ansteigt. Möglichkeiten, die Grippeimpfung durchführen zu lassen, gibt es in der Regel in allen niedergelassenen Arztpraxen sowie mittlerweile auch in zahlreichen Apotheken.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Wer sich frühzeitig schützt, schützt nicht nur sich selbst. Gerade in Schulen kann Prävention dazu beitragen, Infektionsketten zu vermeiden und den Schulalltag stabil zu halten.“

Wurde die Impfung im Herbst nicht durchgeführt, besteht jedoch kein Grund, sie grundsätzlich nicht mehr in Betracht zu ziehen. Auch zu Beginn oder während einer bereits laufenden Influenzawelle kann eine Impfung noch sinnvoll sein. Denn der Verlauf einer Grippewelle lässt sich nicht verlässlich voraussagen. 

Da sich die Grippeviren jedes Jahr verändern, ist eine jährliche Impfung mit einem angepassten Impfstoff nötig.

 

Wirksamkeit der Impfung

Die Wirksamkeit der Influenza-Impfung kann von Grippesaison zu Grippesaison deutlich variieren. Entscheidend ist, wie gut die Zusammensetzung des Impfstoffs zu den Grippeviren passt, die tatsächlich in der jeweiligen Saison verbreitet sind. Die Zusammensetzung des Impfstoffs wird bereits einige Zeit vor Beginn der Grippesaison festgelegt. Verbreiten sich andere Virusstämme stärker als erwartet oder verändern sich die zirkulierenden Viren im Verlauf der Saison, kann die Schutzwirkung geringer ausfallen.

 

Sicherheit der Impfung

Die saisonal angepassten Grippeimpfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Wie bei anderen Impfungen kann es auch bei der Grippeimpfung vorübergehend zu meist leichten Reaktionen oder Beschwerden kommen, die schnell wieder abklingen.

 

Verlässliche und verständliche Informationen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zur Erkrankung und Schutzimpfung finden sich unter https://www.bioeg.de/themen/infektionsschutz/ sowie unter https://www.infektionsschutz.de/

 

 

Autorin: Dr. Anne Kolenbrander, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen