Landesprogramm "Grundschulbildung stärken durch HSU – Mehrsprachigkeit unterstützt den Bildungserfolg der Kinder"

Das Landesprogramm startet im Schuljahr 2021/2022 sukzessive in 68 Grundschulen. Die Landesregierung stellt dafür zusätzlich 70 Lehrerstellen im Rahmen des Masterplans Grundschule zur Verfügung.

Wort-Bild-Marke: Schriftzug "Grundschulbildung stärken durch HSU - Mehrsprachigkeit unterstützt den Bildungserfolg der Kinder. Daneben grafische Darstellung zweier lachender Gesichter, die von einem aufstrebenden Pfeil in NRW-Landesfarben eingerahmt werden.
© Landesprogramm Mehrsprachigkeit

In nordrhein-westfälischen Grundschulen ist ein Großteil der Kinder mehrsprachig. Die Erfahrung an einigen Schulen zeigt, dass alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig davon, ob sie ein-, zwei- oder mehrsprachig aufwachsen, durch eine Schul- und Unterrichtsentwicklung, die der Sprachenvielfalt in den Klassen angepasst ist und diese adäquat fördert, gute Schulergebnisse erreichen.

Mit der Änderung des Runderlasses „Herkunftssprachlicher Unterricht“ im Sommer 2020 ist das „gemeinsame Unterrichten von Lehrkräften des Herkunftssprachlichen Unterrichts und Lehrkräften der anderen Fächer in der Primarstufe möglich“ (BASS 13-61 Nr. 2 Abs. 1.4).

Durch das Landesprogramm "Grundschulbildung stärken durch HSU – Mehrsprachigkeit unterstützt den Bildungserfolg der Kinder" sollen Umsetzungsmöglichkeiten für die engere Verzahnung des Herkunftssprachlichen Unterrichts (HSU) mit den Fächern in der Grundschule entwickelt und umgesetzt werden. Unterstützt wird dies durch die begleitende Implementation des Elternunterstützungsbausteine Rucksack Schule und den Bücherkoffer NRW.

Ausgangspunkt für das Programm ist, die Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler in den Lernprozess einzubinden und somit auch einen Beitrag zur sprachlichen und interkulturellen Bildung für alle Kinder zu ermöglichen.

Das Landesprogramm "Grundschulbildung stärken durch HSU – Mehrsprachigkeit unterstützt den Bildungserfolg der Kinder" ist Teil des Sprachbildungskonzeptes einer Schule. Zentral ist dabei eine Unterrichts- und Schulentwicklung, die gezielt die Ausgangslagen vor allem der mehrsprachigen Kinder berücksichtigt und auf die sprachliche Kompetenzerweiterung aller Schülerinnen und Schüler ausgerichtet ist.

Im Schuljahr 2021/2022 nehmen sukzessive 68 Grundschulen aus allen Bezirksregierungen am Landesprogramm teil. Im Rahmen des Masterplans Grundschule wird jeder am Programm teilnehmenden Grundschule ab dem Schuljahr 2021/2022 eine 1,0 Lehrerstelle im HSU zusätzlich und dauerhaft bereitgestellt.

Die im Programm tätigen HSU-Lehrkräfte und die Grundschullehrkräfte unterrichten gemeinsam in ausgewählten Fächern oder Themenfeldern. Neben der Bildungssprache Deutsch sind die gesprochenen Herkunftssprachen der Schülerinnen und Schüler und die damit verbundenen Sprachidentitäten vorhandene Ansatzpunkte.

Zudem erhalten alle teilnehmenden Schulen durch das Kommunale Integrationszentrum die Begleitung des Aufbaus Rucksack Schule und Bücherkoffer NRW am jeweiligen Standort. Sollten Schulen weitere Unterstützung wünschen, erhalten sie auf Nachfrage eine Prozessbegleitung durch gezielt geschulte „BeraterInnen interkultureller Unterrichts- und Schulentwicklung“.