Frau mit medizinischem Mund-Nasen-Schutz.

Lehrerausbildung & Arbeitsschutz

Wir haben hier Informationen zu Arbeitsschutz und Dienstpflicht, zur Ausbildung von Lehrkräften sowie
zum „Führen und Leiten in Krisensituationen“ für Sie zusammengestellt.

Lehramtsstudierenden sowie Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern sollen durch die Corona-Pandemie keine Nachteile für ihr berufliches Fortkommen entstehen. Der Ausbildungsbetrieb der Lehrerausbildung in Verantwortung der Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung, also interne und externe Seminarveranstaltungen sowie die ausbildungsfachliche Begleitung von Lehramtsanwärterinnen, Lehramtsanwärtern und Praxissemesterstudierenden, folgt analog den Regelungen, die für die jeweiligen Ausbildungsschulen getroffen werden.

Die Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung passen bestehende Hygienekonzepte fortlaufend und bedarfsgerecht an.

Derzeit steigende Infektionszahlen und die erhöhten Zahlen coronainfizierter Personen in den Kliniken zeigen, dass die Coronapandemie nicht vorbei ist. Die Situation in unseren Krankenhäusern ist aber im Hinblick auf schwere COVID-19-Krankheitsverläufe nach wie vor stabil und unkritisch. Daher gibt es derzeit keinen Grund, durch erhebliche Einschränkungen und Schutzmaßnahmen in das gesellschaftliche Leben einzugreifen.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, auf bewährte Infektionsschutzmaßnahmen zurückzugreifen. Hier haben die Schulen mittlerweile einen großen organisatorischen Erfahrungsschatz. Die bewährten Maßnahmen -  Hygiene, Abstand, freiwilliges Maskentragen, anlassbezogene Testungen, regelmäßiges Lüften - tragen dazu bei, dass in Schulen weiterhin ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Pandemie erfolgt.

Insgesamt wird daher derzeit die schulische Tätigkeit unter Einhaltung der empfohlenen Maßnahmen als gut umsetzbar bewertet. Somit gelten grundsätzlich die allgemeinen Dienst- bzw. Arbeitspflichten. 

Für Schwangere und Stillende gelten die Vorgaben nach dem Mutterschutzgesetz. Das Gesetz schützt die Gesundheit der schwangeren oder stillenden Frau und ihres Kindes. Das Gesetz ermöglicht es grundsätzlich der Frau, ihre Beschäftigung oder sonstige Tätigkeit in dieser Zeit ohne Gefährdung ihrer Gesundheit oder der ihres Kindes fortzusetzen und wirkt Benachteiligungen während der Schwangerschaft, nach der Entbindung und in der Stillzeit entgegen (§ 1 Abs. 1 MuSchG). Die Weiterbeschäftigung einer schwangeren Frau darf jedoch nur insoweit erfolgen, als durch effektive Schutzmaßnahmen unverantwortbare Gefährdungen am Arbeitsplatz ausgeschlossen sind (§ 9 Abs. 1, 2, § 13 MuSchG). Die Maßnahmen sind vom Arbeitgeber eigenverantwortlich festzulegen und umzusetzen.

Die Verantwortung für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung, für die evtl. Feststellung unverantwortbarer Gefährdungen am Arbeitsplatz sowie für die Festlegung erforderlicher Schutzmaßnahmen obliegt - unabhängig vom Wunsch der (werdenden) Mutter – der Leiterin oder dem Leiter der Schule als Verantwortliche oder Verantwortlicher für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Schule (§ 59 Abs. 8 SchulG).

Diese haben jeweils im Rahmen der Gefährdungsbeurteilungen eine Beurteilung der Bedingungen des konkreten Arbeitsplatzes vorzunehmen. Es wird empfohlen, sich bei offenen Fragestellungen vom betriebsärztlichen Dienst unterstützen zu lassen.  Hierbei ist auch eine mögliche Gefährdung durch das Coronavirus SARS-CoV-2 zu beachten. Die Leiterin oder der Leiter der Schule muss daher feststellen, ob ein erhöhtes Infektionsrisiko am Arbeitsplatz für die schwangere oder stillende Frau besteht und ob dieses durch geeignete Schutzmaßnahmen mit ausreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Da es im Schulbetrieb regelmäßig zu vermehrten Kontakten mit einer größeren bzw. wechselnden Anzahl von (ggf. noch ungeimpften) Personen kommt, sollte die Leiterin oder der Leiter der Schule vor Ort prüfen, ob geeignete und wirksame Schutzmaßnahmen in Betracht kommen, und ggf. für ihre Umsetzung sorgen. Dies betrifft sowohl die Teilnahme schwangerer oder stillender Lehrerinnen am Präsenzunterricht als auch die Teilnahme an besonderen Veranstaltungen in Präsenz, wie z. B. Konferenzen, Elternabende oder mündliche Prüfungen. 

Auf die Empfehlungen des MAGS zur Beschäftigung von schwangeren und stillenden Frauen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2/COVID-19-Erkrankung wird verwiesen.

Zudem stellt die BAD Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung zur Verfügung.

Die Leiterin oder der Leiter der Schule muss die Gefährdungsbeurteilung aufgrund der dynamischen Lage regelmäßig überprüfen und bei Bedarf anpassen.

Wenn die zur Verfügung stehenden Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, um eine unverantwortbare Gefährdung am Arbeitsplatz im Präsenzunterricht auszuschließen, ist die schwangere oder stillende Frau vom Präsenzunterricht zu befreien. Weitere Informationen zum Mutterschutz bei schwangeren Lehrerinnen finden Sie auch hier

In diesem Fall ist ein alternativer Einsatz zu prüfen, etwa im Distanzunterricht, zur Stundenplan-Erstellung, zur Unterrichtsvorbereitung, zur Erarbeitung von Prüfungsaufgaben, für Korrekturarbeiten, zum Erstellen von Unterrichtsmaterialien für andere Kolleginnen und Kollegen, in der individuellen Förderung, u.ä.. Sofern solche oder andere geeignete und zumutbare dienstlichen Tätigkeiten in der Schule erbracht werden, sollten insbesondere die Hygiene- und Infektionsschutzempfehlungen beachtet werden, wie Abstand, Hygienestandards, anlassbezogene Testungen und ggf. zeitweilig freiwillige Maskentragung. Soweit durch die Maskentragung jedoch eine körperliche Belastung der schwangeren Frau entsteht, steht dies einem Einsatz entgegen.

Für eine Beratung zu Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Hinblick auf den Einsatz in der Schule stehen den Lehrkräften die Ansprechpersonen der BAD GmbH zur Verfügung.

Für Beamtinnen und Beamte kann eine Erkrankung aufgrund einer Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 als Dienstunfall mit den besonderen Leistungen der Dienstunfallfürsorge nur anerkannt werden, wenn sie nachweislich durch einen Dienstunfall verursacht worden ist. Als virale Infektionskrankheit, die eine Inkubationszeit von mehreren Tagen hat, kann dieser Nachweis schwer zu führen sein. Liegen Anhaltspunkte vor, dass Beamtinnen und Beamte sich in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben, sollten sie sich über die Schulleitung an die Bezirksregierungen als zuständige personalführende Stelle wenden. Bei der Beantragung einer Anerkennung als Dienstunfall kann der beigefügte Fragebogen hilfreich sein.

Für Tarifbeschäftigte ist zuständiger Träger der gesetzlichen Unfallversicherung die Unfallkasse NRW. Tarifbeschäftigte sollten sich daher über die Schulleitung an die Unfallkasse NRW wenden.

Die dynamische Entwicklung im Zusammenhang mit dem Coronavirus erfordert ein gleichermaßen umsichtiges wie effektives Handeln der Schulleitungen. Der Notfallordner „Hinsehen und Handeln“ unterstützt Schulen dabei, kompetent mit verschiedensten Notlagen umzugehen, auch bei der Bewältigung der aktuellen Situation. 

Ein Auszug aus dem Notfallorder (Seiten 231 – 234) bietet wichtige Handlungsempfehlungen für Schulleitungen und gibt Schulleiterinnen und Schulleitern wichtige Orientierung. Der gesamte Notfallordner steht allen Schulen auch online zum Download zur Verfügung. (www.notfallordner.nrw.de, Anmeldung mit Schulkennung und Kennwort)