Frau mit medizinischem Mund-Nasen-Schutz.

Ressourcen, Einsatz und Ausbildung der Lehrkräfte

Wir haben hier Informationen zu Arbeitsschutz und Dienstpflicht, zur Ausbildung von Lehrkräften sowie
zum „Führen und Leiten in Krisensituationen“ für Sie zusammengestellt.

Personaleinsatz – Arbeitsschutz und Dienstpflicht

Unterrichtseinsatz von Lehrkräften zu Schuljahresbeginn 2021/22 bis zum 08. Oktober 2021 (letzter Unterrichtstag vor den Herbstferien)

Das Land NRW als Dienstherr und Arbeitgeber trifft gegenüber allen Beschäftigten gerade in Zeiten einer Pandemie eine besondere Fürsorgepflicht. Daher sind seit Pandemiebeginn zum Schutz der Beschäftigten diverse Vorgaben zu ihrem schulischen Einsatz getroffen worden, die sich auf die jeweils aktuelle Erkenntnislage stützten. Die Geltungsdauer der zuletzt getroffenen Regelungen zum Personaleinsatz ist zum Schuljahresende 2020/2021 ausgelaufen.

 

1.   Aufgrund der aktuellen Bedingungen und Erkenntnisse werden die Regelungen nicht verlängert. Maßgeblich dafür ist zum einen der Impffortschritt im Schulbereich, mithin die starke Verminderung des Risikos einer Virusübertragung auch für Ungeimpfte oder besonders gefährdete Vorerkrankte. Zum anderen ist die günstige Entwicklung der Inzidenzen zu berücksichtigen, d.h, die Zahl der Infizierten ist konstant geringer und die allgemeinen Bedingungen im öffentlichen Leben sind gelockert. Insgesamt wird die schulische Tätigkeit unter Einhaltung der gebotenen Hygienemaßnahmen als zumutbar bewertet.

Somit gelten grundsätzlich wieder die allgemeinen Dienst- bzw. Arbeitspflichten.     

                  
Aus Gründen der Fürsorgepflicht ist jedoch den zuständigen Schulaufsichtsbehörden per Erlass ein Entscheidungsspielraum zugebilligt worden. Danach sind sie befugt, differenzierte Einzelfallentscheidungen im Hinblick auf die Dienst-/ Arbeitsverpflichtung zu treffen, sofern besonders schwerwiegende Umstände eines Einzelfalles dies erfordern. Dabei gilt der Grundsatz, dass Gesundheitsgefährdungen soweit möglich auszuschließen sind.     

Diese Möglichkeit der Einzelfallentscheidung ist auf besonders schwerwiegende Konstellationen beschränkt. Sie kommt insbesondere in Betracht bei der Erkrankung eines minderjährigen, in häuslicher Gemeinschaft lebenden Kindes der Lehrkraft, sofern für das Kind ärztlich ein individuell hohes Risiko eines schweren Covid-19-Krankheitsverlaufs attestiert wird, auch wenn für dieses Kind kein Pflegegrad anerkannt ist. Dies setzt jedoch voraus, dass das Kind selbst aufgrund seiner gesundheitlichen Disposition vom Präsenzunterricht befreit ist oder keine Betreuungseinrichtung mit Kontakt zu anderen Kindern besucht.   
 

2.   Für Schwangere und Stillende gelten die Schutzmaßnahmen nach dem Mutterschutzgesetz. Das Gesetz ermöglicht es der Frau, ihre Beschäftigung oder sonstige Tätigkeit in dieser Zeit ohne Gefährdung ihrer Gesundheit oder der ihres Kindes fortzusetzen und wirkt Benachteiligungen während der Schwangerschaft, nach der Entbindung und in der Stillzeit entgegen (§ 1 Abs. 1 MuSchG).

Danach ist die Schulleitung verpflichtet, aufgrund der sog. Gefährdungsbeurteilung unter Hinzuziehung des betriebsärztlichen Dienstes zu ermitteln, welche Schutzmaßnahmen für die Schwangere/Stillende erforderlich sind. Dabei sind auch die möglichen Gefährdungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 einzubeziehen. Die Lehrerin ist über die erfolgte Gefährdungsbeurteilung und die festgelegten erforderlichen Schutzmaßnahmen zu informieren und ihr ist ein Gespräch über weitere Anpassungen ihrer Arbeitsbedingungen anzubieten. Wenn nicht anders möglich, ist ein teilweises oder vollständiges Beschäftigungsverbot auszusprechen.

Unabhängig davon können schwangere und stillende Lehrerinnen auf Wunsch vom Einsatz im Präsenzunterricht (einschließlich Pausen- und Klausuraufsicht, etc,) befreit werden. In diesem Fall bleibt die Verpflichtung zu allen übrigen dienstlichen Tätigkeiten am häuslichen Arbeitsplatz oder in der Schule (hier insbesondere Konferenzen, Dienstgespräche etc.) sowie zur Abnahme von mündlichen Prüfungen unberührt. Hierbei gelten die jeweiligen gemäß CoronaBetrVO vorgegebenen besonderen Maßgaben (Abstandregelungen, ggf. Maskentragung) und die Hygienestandards.

 

3.   Für weiteres im Schulbereich eingesetztes Landespersonal und für Seminarausbilderinnen und Seminarausbilder sowie Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter gelten die vorgenannten Regelungen entsprechend.

 

Für eine Beratung zu Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Hinblick auf den Einsatz in der Schule stehen den Lehrkräften die Ansprechpartner der BAD GmbH zur Verfügung.

Ausbildung von Lehrkräften, Vorbereitungsdienst, Staatsprüfung

Staatsprüfungen im Zeitraum bis zum 30.04.2021:

Qualitätsvolle Abschlüsse des Vorbereitungsdienstes erfordern Staatsprüfungen, die das eigenständige Unterrichten als die zentrale Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern in den Mittelpunkt stellen; dies lässt sich bestmöglich über Präsenzunterricht darstellen. Die aktuelle pandemiebedingte Entwicklung an den Schulen erfordert nach wie vor größtmögliche Flexibilität, um den besonderen und z.T. sehr herausfordernden Situationen angemessen begegnen zu können und allen Absolventinnen und Absolventen gleichwertige und individuell faire Prüfungsbedingungen zu ermöglichen.

Die Sonderregelungen der OVP („Dritte Verordnung zur Änderung der Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Staatsprüfung vom 17.12. 2020“) eröffnen erneut die Option eine Staatsprüfung in Präsenzunterricht oder über ein Fachgespräch bzw. zwei Fachgespräche mit Simulationsanteilen im Fach bzw. in den Fächern abzuleisten. In den möglichen Varianten wird ein Nichtbestehen einmalig als nicht durchgeführte Prüfung gewertet.

Ausgangspunkt für das individuell zum Tragen kommende Prüfungsformat ist die konkrete Situation an der jeweiligen Ausbildungsschule. Sobald feststeht, dass eine Staatsprüfung nicht im Präsenzformat stattfinden kann, teilen LAA und Schulleitung dies dem Prüfungsamt mit. (Weitere Informationen und das entsprechende Formular sind auf dem Internetportal des Landesprüfungsamtes (LPA) hinterlegt).

Ausbildungsorganisation:

Für die Ausbildung von Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern (LAA) an den Ausbildungsstandorten nutzen die ZfsL weiterhin Hybrid- und Wechselmodelle; sie orientieren sich dabei an der schrittweisen Öffnung der Schulen für Präsenzunterricht. Bis zu den Osterferien wird – unter Beachtung der vor Ort geltenden Hygiene-Konzepte und Corona-Schutzmaßnahmen – eine deutliche Zunahme an Ausbildungsbegleitung in Präsenz angestrebt.

Unterrichtsbesuche können ab dem 22.02.2021 stattfinden, wenn die Schulen und Lerngruppen am Präsenzunterricht teilnehmen. Die jeweilige schulische Situation ist dabei angemessen zu berücksichtigen. Sofern Unterrichtsbesuche in Präsenz (noch) nicht erfolgen können, treten an deren Stelle weitere verbindliche Ausbildungsformate, die eine individuelle Begleitung und Beratung der Auszubildenden ermöglichen und als weitere Beurteilungsgrundlagen mit in die Langzeitbeurteilungen eingehen. LAA werden angeregt, ihren schulischen Einsatz im Rahmen von Distanzunterricht sowie dort gewonnene Kompetenzen und Erfahrungen aktiv in diese Ausbildungsbegleitung durch die Seminarausbilder/innen mit einzubringen.

Die im Zusammenhang der Pandemie bestehenden besonderen Regelungen zum Einsatz von Lehrerinnen und Lehrern gelten in ihrer jeweiligen Fassung weiterhin entsprechend auch für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sowie Praktikantinnen und Praktikanten.

Informationen für Schulleitungen – „Führen und Leiten in Krisensituationen“

Die dynamische Entwicklung im Zusammenhang mit dem Coronavirus erfordert ein gleichermaßen umsichtiges wie effektives Handeln der Schulleitungen. Der Notfallordner „Hinsehen und Handeln“ unterstützt Schulen dabei, kompetent mit verschiedensten Notlagen umzugehen, auch bei der Bewältigung der aktuellen Situation. 

Ein Auszug aus dem Notfallorder (Seiten 231 – 234) bietet wichtige Handlungsempfehlungen für Schulleitungen und gibt Schulleiterinnen und Schulleitern wichtige Orientierung. Der gesamte Notfallordner steht allen Schulen auch online zum Download zur Verfügung. (www.notfallordner.nrw.de, Anmeldung mit Schulkennung und Kennwort)