Schule und Steuern: Lebenspraktisches Wissen für den Unterricht
Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen vermittelt mit dem Projekt „Schule und Steuern“ praxisnahes Grundwissen zu Steuern und Finanzen und gibt Schülerinnen und Schülern einen verständlichen Einblick in Themen, die sie im Alltag und späteren Berufsleben begleiten.
[Schule NRW 02-26]
Steuern sind im täglichen Leben allgegenwärtig und unverzichtbar für das Funktionieren von Staat und Kommunen. Sie finanzieren öffentliche Leistungen und sichern das Gemeinwesen. Ein grundlegendes Verständnis ihrer Bedeutung ist daher eine wichtige Voraussetzung für informierte und verantwortungsbewusste Entscheidungen.
Steuern verständlich erklärt
Genau hier setzt das Unterrichtsprogramm „Schule und Steuern“ an. Seit vielen Jahren engagiert sich die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen mit diesem Angebot aktiv dafür, Wissen rund um Steuern und Finanzen praxisnah und verständlich zu vermitteln. Ziel ist es, jungen Menschen einen grundlegenden Überblick über das deutsche Steuersystem zu geben und die Bedeutung von Steuern für das Zusammenleben in einer Solidargemeinschaft zu verdeutlichen.
Unterricht aus erster Hand
Für jeweils eine Doppelstunde kommen engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der örtlichen Finanzämter in weiterführende Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeiten sie zentrale Fragen wie: Wie finanziert sich unser Staat? Was bedeutet Steuergerechtigkeit? Und warum ist es notwendig, dass alle ihren Beitrag leisten?
Anhand greifbarer Beispiele wird deutlich, dass der Staat die Bedürfnisse und Erwartungen seiner Bürgerinnen und Bürger nur erfüllen kann, wenn die Solidargemeinschaft funktioniert.
Dialog auf Augenhöhe
Ein zentrales Element des Projekts ist der offene Austausch. Neben den fachlichen Grundlagen bleibt ausreichend Zeit, um individuelle Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten. Diese reichen von der Versteuerung von Ferienjobs bis hin zu Fragen zur ersten Steuererklärung. Der direkte Austausch ermöglicht Einblicke aus erster Hand und schafft Vertrauen.
Aktive Beteiligung im Unterricht
Die Schülerinnen und Schüler werden aktiv in die Unterrichtseinheiten eingebunden. Kurze Quizformate, etwa zur Umsatzsteuer, regen zum Mitdenken und Diskutieren an. Auch Fragen zur Steuerhinterziehung stoßen regelmäßig auf Interesse und führen zu vertiefenden Gesprächen. So entsteht ein lebendiger Unterricht, der über reine Wissensvermittlung hinausgeht.
Positive Rückmeldungen aus der Schule
Die Rückmeldungen zum Projekt fallen durchweg positiv aus. Viele Schülerinnen und Schüler schätzen besonders, dass sie einen verständlichen Überblick über steuerliche Grundlagen erhalten und Zusammenhänge zwischen Steuern, staatlichen Leistungen und dem Gemeinwesen besser nachvollziehen können. Auch Lehrkräfte sehen in dem Angebot eine sinnvolle Ergänzung ihres Unterrichts. Der fachliche Kompetenzaufbau der Kernlehrpläne wird mit anschaulichen Beispielen aus der Welt der Finanzverwaltung sinnvoll ergänzt und vertieft.
„Unsere Schülerinnen und Schüler stellen meist fest, dass das lebenspraktische, jeden betreffende Thema Steuern sehr komplex ist und die Regelungen politisch entschieden werden“, so ein Fachlehrer für Sozialwissenschaften.
Zielgruppe und Organisation
Das Angebot richtet sich grundsätzlich an Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 9 und steht allen Schulformen offen. Nach den bisherigen Erfahrungen hat es sich insbesondere in der gymnasialen Oberstufe sowie an Berufskollegs bewährt.
Schulen, die Interesse an dem Projekt haben, können über die jeweilige Dienststellenleitung des örtlichen Finanzamtes Kontakt aufnehmen. Die entsprechenden Kontaktdaten sind hier abrufbar.
Weitere Informationen unter: https://www.finanzverwaltung.nrw.de/projekt-schule-steuern
Autorin und Autor: Verena Greven, Leiterin Finanzamt Beckum, und Dirk Oehler, Leiter Finanzamt Hamm