Mädchen hockt auf einem Bett, den Kopf auf die Knie gestützt, in der Hand ein Smartphone.

Squid Game – Tik-Tok-Challenges

Gefahren für Schülerinnen und Schülern entgegenwirken

Immer wieder sind Trends festzustellen, die insbesondere im Kinder- und Jugendalter Schädigungen des Körpers und der Psyche verursachen können. Informations- und Präventionsangebote finden Sie hier zusammengestellt.

Der Einfluss von Medien auf das menschliche Verhalten gilt in vielen Bereichen als unbestritten. Das kann sowohl bewusst oder auch unbewusst geschehen. Dabei geben Medien oftmals Anreize, die unreflektiert auch zu einem schädigenden Verhalten führen können.

Immer wieder sind Trends festzustellen, die insbesondere im Kinder- und Jugendalter Schädigungen sowohl des Körpers als auch der Psyche verursachen können.

Zu solchen Trends gehören die zurzeit aktuellen Verhaltensweisen, die z.B. durch die Filmserie „Squid Game“ oder immer wieder durch die sogenannten „Tik-Tok-Challenges“ beeinflusst werden.

Eine TikTok Challenge ist eine Herausforderung, sich an einem aktuellen Trend zu beteiligen. Das Ziel ist es, besonders viele „Likes“ von Followern zu erhalten. Bei einer Challenge drehen die Teilnehmenden ein Video, das eben diese vielen „Likes“ erhalten soll. Die Portale sind so gestaltet, dass sie auf Kinder und Jugendliche eine suchterzeugende Sogwirkung ausüben können.

Jugendliche fordern sich gegenseitig zu „Mutproben“ auf, die gefilmt und auf die Plattform gestellt werden, wo sie sich rasant verbreiten. Im Anschluss wird die nächste „Challenge“ ausgerufen. Diese Mutproben können Straftatbestände ("Klau etwas in deiner Schule!") oder lebensbedrohlich ("Würge eine andere Person bis zur Bewusstlosigkeit!") sein.

Die südkoreanische Serie "Squid Game" ist eine erfolgreiche Netflix-Produktion. Dabei wird in neun Folgen die Geschichte von knapp 500 Menschen erzählt, die sich alle hoch verschuldet haben. Sie treten in scheinbar harmlosen Kinderspielen gegeneinander an, um ein Preisgeld in Millionenhöhe zu gewinnen. Doch der makabere Wettbewerb lässt keine zweite Chance zu: Wer es nicht in die nächste Runde schafft, wird umgehend getötet.

Vereinzelnd kam es bereits an Schulen zu Auseinandersetzungen und Schlägen, während die Serie nachgespielt wurde. Die Grenze zwischen Spiel und Realität verschwimmt und den Teilnehmenden könnten sowohl körperliche als auch psychische Schäden entstehen.

Der Schweregrad der Belastung darf bei den Opfern nicht unterschätzt werden und alle genannten Formen können zu psychischen Belastungen führen. Das Erleben der Opferrolle ist besonders intensiv, weil diese durch die öffentliche Demütigung und die Unkontrollierbarkeit der Verbreitung verstärkt wird. Daher muss ein besonderes Augenmerk auf die Nachsorge gelegt werden, um längerfristigen psychischen Belastungsfolgen vorzubeugen.

Spezialpräventive Angebote

  • Der Notfallorder Hinsehen und Handeln hält sowohl im Interventionsteil als auch im Präventionsteil unter den Kapiteln "Gewaltdarstellungen auf Datenträgern und mobilen Geräten" sowie "Handlungsschritte bei Cybermobbing" wertvolle Verhaltens- und Präventionsmaßnahmen für Lehrkräfte im Umgang mit solchen Phänomenen bereit.
  • Die Landespräventionsstelle gegen Gewalt und Cybergewalt an Schulen stellt auf Anfrage bereitgestelltes umfassendes Informationsmaterial zur Unterstützung von Lehrkräften zur Verfügung.
  • Des Weiteren können sich alle Schulleitungen in Nordrhein-Westfalen bzw. deren schulische Teams für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention bei jedweder Form von Gewaltvorfällen an die für sie zuständige Schulpsychologische Beratungseinrichtung ihres Kreises bzw. ihrer kreisfreien Stadt wenden. Die Schulpsychologischen Beratungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen unterstützen Schulen im Bereich der Krisenintervention vor Ort auf Basis einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung aller kommunalen Spitzenverbände, der Unfallkasse und des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus qualifizieren die Schulpsychologischen Beratungseinrichtungen bei Bedarf die schulischen Teams für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention.

Präventionsangebote

  • Mit dem „Medienkompetenzrahmen NRW“ hat das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen Standards für die Schul- und Unterrichtsentwicklung zur Förderung von Medienkompetenz in der Primarstufe und der Sekundarstufe I sowie zur Förderung digitaler Schlüsselkompetenzen am Berufskolleg gelegt. Ein Schwerpunkt ist u.a., Schülerinnen und Schüler zu einem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu befähigen. Der „Medienkompetenzrahmen NRW“ ist auch verbindliche Grundlage für die sukzessive Überarbeitung aller Lehrpläne aller Schulformen der Primarstufe und Sekundarstufe I sowie für die Medienkonzeptentwicklung der Schulen.
  • Darüber hinaus kooperiert das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen mit der Landesanstalt für Medien NRW, die sowohl für den Unterricht als auch für Eltern Angebote und Materialien anbietet, die dabei helfen, Kinder und Jugendliche bei einer sicheren, fairen und selbst bestimmten Nutzung digitaler Medien zu unterstützen.
  • So hat die EU-Initiative klicksafe das Ziel, für einen sicheren Umgang mit dem Internet zu sensibilisieren. Der klicksafe-Newsbeitrag zur Netflix-Serie "Squid Game" erläutert beispielweise, was Eltern zu der Serie wissen müssen und wie sie sich verhalten können. Für Lehrkräfte bietet klicksafe umfangreiche Materialien, darunter auch die Unterrichtseinheit "Challenges - Alles nur Spaß???", die zur kritischen Auseinandersetzung auch mit der Serie "Squid Game" anregt.
  • Für den sicheren und spielerischen Einstieg ins Internet eignet sich das Internet-ABC. Die Lernplattform richtet sich mit Lernmodulen, Tipps und Tricks an Kinder von fünf bis zwölf Jahren sowie an Lehrkräfte und Eltern, die sie bei den ersten Schritten im Netz begleiten.
  • Das Angebot Eltern und Medien vermittelt Elternabende zu medienpädagogischen Themen. Kitas, Schulen, Familienbildungsstätten und Vereine haben die Möglichkeit, qualifizierte Referierende zu einem Medienthema ihrer Wahl einzuladen und Eltern darüber miteinander ins Gespräch zu bringen. Auch die Frage, welche Angebote für Kinder und Jugendliche geeignet sind, können dort diskutiert werden.
  • Persönliche Fragen zur Nutzung digitaler Medien in der Familie beantwortet die Beratungsplattform ZEBRA. Alle, die Medienfragen haben, erhalten kostenlos und innerhalb von 24 Stunden eine Antwort – individuell, zuverlässig und anonym.
  • Der Ratgeber FLIMMO möchte Eltern dabei helfen, bei der Fülle an TV-, Streaming-, YouTube- und Kinoangeboten den Überblick zu behalten und altersgerecht auszuwählen. Zu "Squid Game" bietet FLIMMO eine pädagogische Einschätzung an.