UNESCO-Projektschulen: Bildung und Fundament für den Frieden
Das Netzwerk der UNESCO-Projektschulen ist ein weltweiter Zusammenschluss von Bildungseinrichtungen, die die Ziele und Werte der UNESCO – Frieden, Toleranz und nachhaltige Entwicklung – lebendig im Schulalltag verankern. Diese Ideale prägen ihre Schulprofile und Leitbilder ebenso wie ihre konkrete pädagogische Arbeit.
Innovative und zukunftsfähige Bildungsarbeit zeichnen die UNESCO-Projektschulen aus. Sie arbeiten fächerverbindend und projektorientiert. Mit diesem ganzheitlichen Bildungsansatz und dem damit verbundenen Whole School Approach schaffen sie Freiräume für Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation und wirken so auch weit über Schule hinaus. In den Jahren 2023 und 2024 hat jeweils eine UNESCO-Projektschule aus Nordrhein-Westfalen den Deutschen Schulpreis gewonnen.
In Nordrhein-Westfalen arbeiten aktuell 56 UNESCO-Projektschulen gemeinsam mit 310 UNESCO-Projektschulen in Deutschland und rund 11.500 Schulen in fast allen 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO zusammen.
Sie sind Teil des weltweiten Schulprojekts (Associated Schools Project - ASP) der UNESCO. Ob Grundschule oder berufsbildende Schule, Gymnasium oder Gesamtschule, Realschule oder Hauptschule, staatliche Regelschule oder Privatschule - jeder Schultyp des deutschen Bildungssystems ist im Kreise der UNESCO-Projektschulen vertreten.
Erziehen im Rahmen des ethischen Konsenses der UNESCO
Das Netz der UNESCO-Projektschulen wurde 1953 unter dem Eindruck des 2. Weltkrieges ins Leben gerufen. Die Staaten, die sich in der UNESCO zusammengeschlossen haben, drückten auf diese Weise die Hoffnung aus, dass der Weltfrieden durch Erziehung gesichert werden könne. Neben Abkommen und Verträgen auf politischer Ebene standen immer auch das gegenseitige Verständnis der Völker füreinander und die Achtung voreinander im Mittelpunkt. Entsprechend lauten die vier zentralen Zielsetzungen, auf die sich die UNESCO-Projektschulen verpflichten:
- Demokratiebildung auf der Basis der Menschenrechte und gelebte Teilhabe aller Akteure im schulischen Alltag (WSA)
- Förderung des globalen Lernens unter anderem durch Partnerschaften mit Schulen des globalen Südens
- Nachhaltigkeitsbildung im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) als globaler Fahrplan für eine sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltige Entwicklung als zentrale Aufgabe der Agenda 2030
- Leben in Vielfalt und Global Citizen Education
- Wesentliche Elemente der konkreten Arbeit an den Schulen sind fächerübergreifendes, projektbezogenes Handeln, lokale Aktivitäten im Rahmen der vier zentralen Zielsetzungen und vielfältige Möglichkeiten zu nationalen und internationalen Begegnungen.
Mit seiner Eingebundenheit in den ethischen Konsens der Vereinten Nationen bietet das Schulnetz der UNESCO den beteiligten Schulen einen nicht zu unterschätzenden Orientierungsrahmen und die Möglichkeit, Erfahrungen und Ideen weltweit auszutauschen. Publikationen und regelmäßige Veranstaltungen geben Anregung für die Weiterentwicklung der eigenen Schule. Sie sind auch der Ort, wo gemeinsame Aktionen entwickelt und beschlossen werden. Die Mitarbeit im Netzwerk ist für viele aktiv beteiligte Lehrerinnen und Lehrer Teil ihrer Identität und pädagogische Heimat geworden.
Whole School Approach
Die Mitgliedschaft im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen und die UNESCO-Arbeit insgesamt werden vom Kollegium, der Schülerschaft und der Elternschaft und allen weiteren am Schulleben Beteiligten getragen (Whole School Approach). Die Schulen verfügen über eine der Schulgröße angepasste schulische Organisationsform, die die UNESCO-Arbeit im Team wahrnimmt und aktiv gestaltet. In jedem Falle bestimmen sie eine Schulkoordination als zentrale Ansprechperson. Diese Koordination der Schule ist in die Qualitätsentwicklung der Schule integriert.
Struktur des Netzwerkes in NRW
Die UNESCO-Projektschulen Deutschlands sind organisatorisch an die Deutsche UNESCO-Kommission bei der die Bundeskoordination angesiedelt und an das Auswärtige Amt angeschlossen.
Das Landesnetzwerk NRW ist in fünf Regionen organisiert, um eine enge Zusammenarbeit der Schulen und einen effektiven Austausch der Expertise der Schulen zu gewährleisten. Die Regionalkoordinatorinnen und -koordinatoren stehen in engem Austausch mit dem Landeskoordinator.
Ansprechpartner für das Landesnetzwerk ist Karl Hußmann, Landeskoordinator der UNESCO-Projektschulen in NRW (mail[at]karlhussmann.de (mail[at]karlhussmann[dot]de)).
Im Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt und begleitet das Referat 412 aktiv die Arbeit des Netzwerkes.
Wie wird man UNESCO-Projektschule in NRW?
Die Zugehörigkeit zum Netzwerk sieht drei Entwicklungsstufen vor:
- „Interessierte Schule“ (Mitgliedschaft im jeweiligen Landesnetzwerk)
- „Mitarbeitende Schule“ (Mitgliedschaft im bundesweiten Netzwerk)
- „Anerkannte UNESCO-Projektschule“ (Mitgliedschaft im ASPnet)
Auf jeder Stufe muss die Schule über mindestens zwei Jahre aktiv mitarbeiten, bevor die nächste Stufe beantragt werden kann. Das Durchlaufen der Stufen geht von einem Entwicklungsprozess aus, in welchem die Schule die geforderten Qualitätskriterien zunehmend erfüllt.