Dachmarke Bildungsportal NRW
Gruppenbild aus Vogelperspektive der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der RBZB-Veranstaltung am 1. Juli 2026 im MSB NRW

Vom Schulversuch zur NRW-Dachmarke der Beruflichen Bildung

Ausbau der Regionalen Bildungszentren Berufskollegs

Wie können sich Berufskollegs organisatorisch für die Zukunft fit machen? Die Regionalen Bildungszentren der Berufskollegs machen es vor.

[Schule NRW 07/08-26]

Im November 2025 wurde das Auslaufen des Schulversuchs „Regionale Bildungszentren der Berufskollegs (RBZB)“ gebührend im „Schlösschen“ der Bezirksregierung Düsseldorf gefeiert. Seitdem ist viel passiert. Die bereits bestehenden RBZB und weitere arbeiten mit der Unterstützung des Ministeriums für Schule und Bildung daran, sich als NRW-Dachmarke zu etablieren. Doch zunächst ein Blick zurück…

 

Worum ging es bei diesem Schulversuch?

In dem landesweiten Schulversuch Regionale Bildungszentren der Berufskollegs (RBZB)“ mit einer Laufzeit von 2019 bis 2025 wurden in der Projektlinie A neue Organisations- und Leitungsstrukturen für die Zusammenarbeit von Berufskollegs mit ihren Schulträgern in Regionalen Bildungszentren für Berufskollegs erprobt. In allen sieben Standorten des Schulversuchs wurden diese neuen Strukturen mit dem Ziel der besseren und effizienteren Zusammenarbeit mit und ohne Geschäftsstellen, agil oder klar strukturiert erprobt. In der Projektlinie B wurden in verschiedenen von der wissenschaftlichen Begleitung sogenannten thematisch zusammenhängenden Clustern unterschiedliche Bildungsangebote entwickelt, erprobt und evaluiert. Dazu gehörten z.B. flexiblere Unterrichtsformate für Internationale Förderklassen, Blended Learning-Konzepte oder neue Schwerpunktfächer wie I-Commerce oder Game- und Interactiondesign. 

Mit Beendigung des Schulversuchs wurden die bewährten Organisations- und Leitungsstrukturen und einige bildungsgangbezogene Maßnahmen nach der Evaluation durch die wissenschaftliche Begleitung von Prof. Dr. Detlef Buschfeld, Universität Köln, und Professorin Dr. Bernadette Dilger, Universität St. Gallen, evaluiert und durch das Ministerium für Schule und Bildung NRW in einem Grundlagenerlass bzw. APO-BK-Änderung verstetigt. 

 

Was ist seit dem Ende des Schulversuchs passiert? 

Aktuell sind zu sechs Regionalen Bildungszentren der Berufskollegs, die aus dem Schulversuch hervorgegangen sind, drei weitere hinzugekommen, so dass zu diesem Zeitpunkt in Nordrhein-Westfalen in neun Kreisen oder kreisfreien Städten insgesamt 41 Berufskollegs in Regionalen Bildungszentren zusammenarbeiten. Von dieser Zusammenarbeit profitieren bereits über 83.000 junge Menschen während ihrer Zeit am Berufskolleg. 

Das MSB hat die Geschäftsstelle Qualitätsentwicklung am Berufskolleg um den Geschäftsbereich RBZB erweitert, um bestehende RBZB zu unterstützen, neue interessierte Schulleitungen und Schulträger zu beraten und Kommunikations- und Vernetzungsstrukturen aufzubauen. 

Die Grafik zeigt, welche RBZB es mit Stand 07-2026 in NRW gibt.

 

Wozu dient der Grundlagenerlass RBZB?

Der Grundlagenerlass RBZB regelt die Kooperation von Berufskollegs mit ihrem Schulträger oder ihren Schulträgern über die Organisationsstrukturen Lenkungskreis, koordinierende Stelle und Beirat. Gleichzeitig sind dafür 100 Stellen aus den 500 Stellen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Beruflichen Bildung als Ressourcen bereitgestellt worden.

Grafische Darstellung der Struktur der Regionalen Bildungsnetzwerke

Durch diese strukturell und personell gesicherte Zusammenarbeit stärken die RBZB die Innovationskraft der Berufskollegs in den Regionen. Sie greifen innovative Entwicklungen der Arbeitswelt auf, entwickeln passende Lernangebote und fördern so die berufliche Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt. Durch die Kooperation können in einer Region mit einer abgestimmten Bildungsgangplanung außerdem personelle Ressourcen sowie die Ausstattung der Schulen und die Räumlichkeiten gemeinsam geplant und effizienter genutzt werden.

 

Welche Ziele und Handlungsfelder stehen im Fokus?

Die Ziele der RBZB stimmen überein mit dem Vorhaben des Schulministeriums, die Bildungsqualität weiterzuentwickeln. Durch den Schulkompass NRW 2030 ist die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung für alle Schulformen neu aufgestellt worden. Regionale Bildungszentren der Berufskollegs unterstützen die datengestützte Qualitätsentwicklung der Berufskollegs und des Unterrichts für ihre Schülerinnen und Schüler, indem sie standardisierte Verfahren und Instrumente zur Qualitätsmessung nutzen. 

Zur Qualitätssicherung und -entwicklung sollen die Handlungsfelder „Innovationskraft stärken“, „Integrationsleistung erhöhen“, „Demokratiebildung“ und „Nachhaltigkeit“ besonders berücksichtigt und in den Kontext von systematischer datengestützter Schul- und Unterrichtsentwicklung gestellt werden. So wurde zum Beispiel im RBZB Dortmund eine Prozessbeschreibung zur Projektentwicklung etabliert. Dadurch soll gewährleistet werden, dass Visionen strukturiert, Verantwortlichkeiten geklärt und erste Ideen in einen konkreten Handlungsplan überführt werden können. Zudem ist die Evaluation fester Bestandteil der Verbundarbeit. Die Effizienz der Ressourcensteuerung, die Mehrwerte gemeinsamer Bildungs- und Erziehungsangebote sowie die Kooperations- und Kommunikationsstrukturen bei Beratungs- und Verwaltungsprozessen werden kontinuierlich überprüft.

 

Welche Unterstützung leistet der Geschäftsbereich RBZB der Geschäftsstelle Qualitätsentwicklung im Berufskolleg?

Der Geschäftsbereich RBZB ist in der Bezirksregierung Düsseldorf der Geschäftsstelle Qualitätsentwicklung im Berufskolleg organisatorisch zugeordnet und dem Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW unterstellt. Als erste Anlaufstelle ist der Geschäftsbereich Ansprechpartner für allgemeine und erste Informationen zu den RBZB. Für weiterführende Beratungen vermittelt er Interessierte an die jeweils regional zuständige Fachberatung.

Die wesentlichen Arbeitsfelder sind Beratung und Unterstützung, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sowie Vernetzung und Wissenstransfer:

Wenn Schulen oder Schulträger sich für Regionale Bildungszentren der Berufskollegs interessieren, steht die Geschäftsstelle für Erstberatungen zur Verfügung und unterstützt im weiteren Verlauf beim Errichtungsprozess. Die bereits bestehenden RBZB werden vor allem bei der Organisations- und datengestützten Qualitätsentwicklung unterstützt. 

Zum Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gehören unter anderem der Aufbau und die Pflege eines Informations- und Serviceportals. Bereits jetzt werden unter ein Musterkooperationsvertrag, eine Checkliste Neugründung RBZB und ein Flyer online zur Verfügung gestellt: Regionale Bildungszentren der Berufskollegs (RBZB) | Bildungsportal NRW. Zudem geben der Grundlagenerlass, der Abschlussbericht zum Schulversuch und Beispiele aus der Praxis einen tieferen Einblick in die Regionalen Bildungszentren der Berufskollegs. Dieses Angebot wird in Kürze durch einen Informationsfilm ergänzt.

 

Wie finden Vernetzung und Wissenstransfer statt?

Dem Schulministerium ist es ein wichtiges bildungspolitisches Anliegen, dass die Arbeit der bestehenden Regionalen Bildungszentren der Berufskollegs erfolgreich fortgeführt wird und weitere RBZB gegründet werden. Deswegen fand Anfang Juli ein Netzwerktag im Schulministerium statt. Teilnehmende aus bestehenden RBZB und aus interessierten Städten und Kreisen nutzten die Gelegenheit, sich auszutauschen und zu vernetzen. 

 

Einen umfassenden Eindruck von dieser Veranstaltung bekommen Sie unter: https://www.schulministerium.nrw/die-rbzb-community-nordrhein-westfalen-waechst

 

Autorin: Meike Schöps, Ministerium für Schule und Bildung NRW

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Ihr Ansprechpartner

Geschäftsstelle Qualitätsentwicklung im Berufskolleg
Geschäftsbereich RBZB
0211 - 475 4045
dez45.rbzb[at]brd.nrw.de (dez45[dot]rbzb[at]brd[dot]nrw[dot]de)