Islamischer Religionsunterricht

In NRW leben über 436.000 muslimische Schülerinnen und Schüler. Diese Kinder haben wie auch Kinder mit anderen Religionszugehörigkeiten ein Recht auf einen staatlichen Religionsunterricht. Deshalb bietet das Land seit dem Schuljahr 2012/13 islamischen Religionsunterricht an und baut dieses Angebot kontinuierlich aus.

Etwa 436.500 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen sind muslimischen Glaubens. Diese Kinder haben ein Recht auf einen staatlich verantworteten Religionsunterricht – deshalb hat der Landtag fraktionsübergreifend im Jahr 2011 die gesetzliche Grundlage geschaffen, um islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen anzubieten.

Schulen, die die organisatorischen Voraussetzungen erfüllen und die über die entsprechenden Lehrerinnen und Lehrer verfügen, können den islamischen Religionsunterricht anbieten.

Mittlerweils ist dies für die Primarstufe, die Sekundarstufen I und II und das Berufskolleg möglich.

Das Studienfach "Islamische Religionslehre" zur Ausbildung der Lehrkräfte wird seit dem Wintersemester 2012/2013 von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster angeboten.

Im Jahr 2019 hat der Landtag die gesetzliche Grundlage verändert und die Zusammenarbeit beim islamischen Religionsunterricht mit den islamischen Organisationen neu geregelt. Dadurch beruht die Zusammenarbeit beim islamischen Religionsunterricht auf einem Vertrag, den das Land mit islamischen Organisationen abschließt. Voraussetzung für den Vertragsabschluss ist, dass die jeweilige Organisation bei der Zusammenarbeit alle im Gesetz genannten Voraussetzungen erfüllt (Eigenständigkeit, staatliche Unabhängigkeit, Verfassungstreue und eine verlässliche Organisationsstruktur).

Alle islamischen Organisationen, mit denen das Ministerium auf dieser vertraglichen Basis zusammenarbeitet, entsenden ein Mitglied in die neu zu bildende Kommission für den islamischen Religionsunterricht. Die Kommission vertritt gegenüber dem Ministerium die Anliegen und die Interessen der islamischen Organisationen bei der Durchführung des islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Unterrichtsfach und nimmt die einer Religionsgemeinschaft in den §§ 30 und 31 SchulG zugewiesenen Aufgaben wahr (z.B. Einvernehmen zu Unterrichtsvorgaben und zur Zulassung von Lernmitteln, Erteilung der Idschaza).