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Mit Blicken in die Praxis fürs Leben lernen: Schulministerium und Partner starten Programm „Fit for life“

Ministerin Feller: Das Programm wird inspirieren, Interesse wecken, Orientierung geben

07.01.2026

Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit: 

Wie ernähre ich mich gesund? Wie eröffne ich ein Konto? Wie kann ich einfache Reparaturen selbst durchführen? Welche Versicherungen benötige ich wirklich? Spannende und wichtige neue Einblicke erhalten Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen nun im Unterricht – im Rahmen des neuen Programms „Fit for life“. Dieses startete Schulministerin Dorothee Feller am Mittwoch, 7. Januar 2026, mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen sowie weiteren Kammern und Partnern in der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen. Pilotregion ist zunächst der Regierungsbezirk Münster. Das Programm setzt auf Schulbesuche von „Life Teachers“ unter anderem aus Unternehmen und Handwerksbetrieben, um junge Menschen praxisnah fit fürs Leben zu machen. In den vergangenen Monaten haben verschiedene Schulen und Kammern, besonders die IHK Nord Westfalen, das Programm federführend und in Abstimmung mit dem Schulministerium erarbeitet und erprobt. 

„Das Programm verbindet Schulen und Arbeitswelt, es ermöglicht aber vor allem auch, dass wichtiges Wissen aus erster Hand an Kinder und Jugendliche weitergegeben werden kann. In Praxiseinheiten erhalten die Schülerinnen und Schüler aus erster Hand praktische Tipps für das Alltagsleben, die das Verständnis bei Schülerinnen und Schülern erhöhen, wofür die theoretischen Inhalte aus dem Unterricht in der Praxis benötigt werden. Sie reichen von praktischen Finanzierungstipps über Fragen einer gesunden Lebensführung bis zu handwerklichen Aufgabenstellungen. Dass Schülerinnen und Schüler so auch eine ganze Bandbreite an Berufen kennenlernen, inspiriert, weckt Interesse und gibt Orientierung: Angesichts von über 320 Ausbildungsberufen helfen solche persönlichen Einblicke somit ebenfalls dabei, berufliche Wege greifbar zu machen und die Vielfalt an Möglichkeiten besser einzuordnen“, erläuterte Ministerin Feller. „Nicht zuletzt schafft das Projekt mehr Chancengerechtigkeit: Wenn Menschen aus der Praxis in den Unterricht kommen, öffnen sie Türen, die manchen Schülerinnen und Schülern sonst verschlossen blieben. Ich bin allen Kammern dankbar, die von Beginn an Interesse an dem Projekt gezeigt haben, und der IHK Nord Westfalen, die für die Pilotierung die Federführung übernommen hat.“

Aus Sicht von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel leistet „Fit for life“ einen konkreten Beitrag, um Schülerinnen und Schüler auf das Leben und den Beruf vorzubereiten. Allein rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen waren unter den mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Auftaktveranstaltung. Der IHK-Hauptgeschäftsführer setzt auf eine weitere Beteiligung der Wirtschaft. Jaeckel bezeichnete die „Life Lessons“ als eine wirkungsvolle Möglichkeit für viele Fach- und Führungskräfte aus der Region, „eigene Lebenserfahrungen einzubringen und junge Menschen praxisnah zu unterstützen“. Solche Initiativen begrüßt auch Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages: „Schülerinnen und Schülern die Chance zu geben, aus erster Hand zu erfahren, wie sich ein Beruf anfühlt und was sich alles mit einer beruflichen Ausbildung erreichen lässt, ist ein Gewinn. Gerade mit Blick auf die handwerklichen Ausbildungsberufe ist vielen nicht klar, was alles dazugehört und welche Karrieren möglich sind. Die überzeugendsten Beispiele liefert hier die Praxis. Deshalb haben wir uns auch als Handwerk in die Konzeption des Programms eingebracht.“  

Wie gewinnbringend ein kurzer Draht zwischen Expertinnen und Experten aus der Berufswelt und Schulen ist, zeigen erste Pilotversuche, über welche die Organisatoren beim Auftakt der Bildungspartnerschaft informierten. Die Resonanz auf stärkere Praxiseinheiten an der Gesamtschule Münster-Mitte fiel zum Beispiel ebenso positiv aus wie die Bewertung weiterer berufsnaher Unterrichtsstunden an vier Schulen in Gelsenkirchen, die sich am Startchancen-Programm beteiligen. So ging es an einem Berufskolleg und einer Hauptschule um Finanzen und Versicherungen sowie an einem Gymnasium um „Glaubenssätze und KI“. Die „Life Teachers“, die in den Schulen ihre Erfahrungen vermittelten, sind bei Finanzdienstleistern, Versicherungen und Hilfsorganisationen tätig.

Die Betreiber der Plattform LifeTeachUs aus Berlin unterstützen das Projekt. Geschäftsführer Ludwig Thiede stellte das Konzept vor. Die gemeinnützige Bildungsinitiative bringt mithilfe einer App Schulen und „Life Teachers“ zusammen. Diese ergänzen – in Abstimmung mit den Lehrkräften – den Unterricht um zusätzliche Praxisanteile oder gestalten Projekttage mit. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen, der Ministerin persönlich und der IHK“, erklärte Thiede. Bildung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Jede und jeder von uns trägt Wissen und Erfahrungen in sich, die für andere wertvoll sein können. Genau dieses Wissen zurück in die Schule zu bringen, ist der Kern von LifeTeachUs.“ Unter den künftigen „Lehrerinnen und Lehrern fürs Leben“ sollen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IHK Nord Westfalen sein. „In jedem Betrieb ist so viel Wissen vorhanden, das wir zum Nutzen unseres Nachwuchses weitergeben können“, zeigte sich IHK-Hauptgeschäftsführer Jaeckel überzeugt. 

 

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Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw

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