Schnell handeln, um Leben zu retten
Laienreanimation: Schulministerin Feller startet Fortbildung von Lehrkräften / 150 Lehrerinnen und Lehrer beim Auftakt in Mülheim dabei / Ab kommendem Schuljahr erhalten Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 verpflichtende Ausbildung
Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit:
Schnell handeln, um Leben zu retten: Darum ging es am Montag, 2. Februar 2026, in der Otto-Pankok-Schule in Mülheim an der Ruhr. Etwa 150 Lehrerinnen und Lehrer beugten sich in einer Übung über Reanimationsphantome und trainierten die Herzdruckmassage. Die Lehrkräfte ließen sich in Laienreanimation fortbilden, um Schülerinnen und Schüler ab dem kommenden Schuljahr in der neuen obligatorischen Ausbildung mit den notwendigen Verhaltensweisen in derartigen Ernstfällen vertraut machen zu können.
Die vertragliche Verpflichtung ist entstanden als Kooperation von Schulministerium, Bezirksregierungen, Vertreterinnen und Vertretern von Stiftungen, Ärztekammern, Hilfsorganisationen, ärztlichen Partnern und medizinischen Fachgesellschaften. Sie sieht erstmals die verbindliche Schulung von Jugendlichen der Klassen sieben bis neun und damit der Sekundarstufe I vor. Wichtig für die Vorbereitung darauf sind die Lehrkräftefortbildungen, die jetzt im Ruhrgebiet starteten. Mit dabei waren neben Schulministerin Dorothee Feller auch Katerina Malliou von der Björn-Steiger-Stiftung, Dr. Sinann Al Najem von der Deutschen Herzstiftung und Professorin Antje Gottschalk als Chefärztin am Düsseldorfer Florence-Nightingale-Krankenhaus. Vertreterinnen und Vertreter der Schulsanitätsdienste des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter und der Otto-Pankok-Schule sowie Jens Schuhknecht und Ulrich Bender als Leiter der Schule waren ebenso beteiligt.
„Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde – und die richtigen Griffe von Ersthelferinnen und Ersthelfern können Leben retten. Unser Konzept wird dafür sorgen, dass es in den Schulen ganz selbstverständlich wird, dass Schülerinnen und Schüler wissen, was in solchen Momenten zu tun ist. Wir geben den Schulen für ihre Ausbildungsmaßnahmen jede Unterstützung, die notwendig ist. Ich danke allen Partnern, die sich mit uns auf den Weg gemacht haben, um die Ausbildung in Laienreanimation zu einem festen Bestandteil der Ausbildung in den Schulen zu machen. Es ist toll, dass sich – wie sich bereits heute zeigt – so viele Lehrkräfte schulen lassen. Ich danke auch den vielen Schülerinnen und Schülern, welche die Veranstaltung hier in der Otto-Pankok-Schule mitorganisiert haben“, betonte Ministerin Feller.
Erst kürzlich hatten sich im Schulministerium fünf weitere Organisationen durch Kooperationsverträge der Initiative angeschlossen: die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Nordrhein und die DLRG Westfalen, der Johanniter Landesverband Nordrhein-Westfalen, der Malteser Landesverband Nordrhein-Westfalen und die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Weitere Partner sind unter anderem das Aachener Institut für Rettungsmedizin und zivile Sicherheit, die ADAC Stiftung, die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten, die Björn-Steiger-Stiftung, der BKK-Landesverband NORDWEST, die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, die Deutsche Herzstiftung, der Deutsche Rat für Wiederbelebung, das Deutsche Rote Kreuz (Landesverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe), das Deutsche Jugendrotkreuz (Landesverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe), das Franziskus Hospital Bielefeld, die Stiftung Universitätsmedizin Münster, das Universitätsklinikum Köln und das Universitätsklinikum Münster.
Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen jede Schülerin und jeder Schüler mindestens einmal in den Klassen sieben, acht oder neun eine Schulung zur Laienreanimation im Umfang von 90 Minuten erhalten. Förderschulen und private Ersatzschulen werden ermutigt, Reanimationsunterricht durchzuführen. Unterstützung erhalten die Schulen durch Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner einer Geschäftsstelle, die bei der Bezirksregierung Köln eingerichtet ist.
Damit das Vorhaben flächendeckend und zuverlässig umgesetzt werden kann, sollen alle rund 2.100 Schulen mit Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen spätestens im Laufe des kommenden Schuljahres über jeweils zehn sogenannte Reanimationsphantome sowie zwei entsprechend geschulte Lehrkräfte verfügen. Aktuell sind bereits mehr als 8.000 Phantome an den Schulen vorhanden.
Der Mindeststandard für die Schulung der Lehrkräfte wird durch Schulungsvideos der Björn-Steiger-Stiftung und der Deutschen Herzstiftung gewährleistet. Alle Lehrkräfte können zudem auf ein umfassendes Angebot an Lehrvideos und Unterrichtsmaterialien von anderen Projektpartnern zurückgreifen. Ergänzend laufen nach dem Start in Mülheim an der Ruhr die Präsenzfortbildungen: Im Jahr 2026 sind zwölf weitere Schulungstermine für Lehrerinnen und Lehrer geplant, unter anderem in Bielefeld, Paderborn, Münster, Dortmund und in der Städteregion Aachen.
„Uns ist bewusst, dass Lehrkräfte bereits jetzt mit vielen Herausforderungen konfrontiert sind. Ich habe großen Respekt vor den Lehrerinnen und Lehrern, die dem wichtigen Thema Laienreanimation in ihrer Arbeitszeit so viel Engagement und Einsatz widmen“, sagte Ministerin Feller. „Wir werden sie deshalb mit einer breiten Palette von Informationen und Fortbildungsmöglichkeiten versorgen und das Konzept so einführen, dass es bald ganz automatisch Teil des schulischen Alltags ist und Schülerinnen und Schüler sich sicher und gut vorbereitet fühlen, sollten sie mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand konfrontiert sein.“
Weitere Informationen über die Fortbildungen und den Runderlass des Schulministerium „Verpflichtung zur Ausbildung von Schülerinnen und Schülern in Laienreanimation ab Klasse 7“ finden Sie hier.
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