Familiengrundschulzentren im Ruhrgebiet

Familiengrundschulzentren bilden an schon bestehenden Grundschulen im Stadtteil „Knotenpunkte“, an denen kommunale Angebote für Kinder und deren Familien gebündelt werden.

Fragen & Antworten zur „Richtlinie zur Förderung von Familiengrundschulzentren im Ruhrgebiet“ Informationen für Schulträger

Antragsberechtigt sind alle kreisfreien und kreisangehörigen Städte als Schulträger, die dem Gebiet des Regionalverbands Ruhr (vgl. § 1 des Gesetzes über den Regionalverband Ruhr) zuzuordnen sind.

  • 0,5 Stelle Kommunale Begleitung: In jeder Kommune muss entweder im Schulverwaltungsamt oder im Jugendamt eine 0,5 Koordinationsstelle (ab vier Familiengrundschulzentren 1,0 Koordinationsstelle) neu geschaffen werden, die dafür zuständig ist, für die in der Kommune entstehenden Familiengrundschulzentren im Rahmen dieser Förderrichtlinie Entwicklungsschritte und passgenaue Angebote der vor Ort existierenden Ämter zu sichten, zu bündeln und an die Schulen zu bringen.
  • 0,5 Leitungsstelle in jedem Familiengrundschulzentrum: Jedes Familiengrundschulzentrum braucht eine eigene Leitung. (Diese kann personell auch mit der Leitung der Offenen Ganztagsschule am Standort besetzt werden, um dann eventuell eine ganze Stelle für die Leitung der Offenen Ganztagsschule und des Familiengrundschulzentrums zu ermöglichen).
  • Das Land fördert pro genannter halbe Stelle 80% von 36.000 Euro (bis zu 28.800 Euro).

Zusätzlich erhält jede Schule 10.000 Euro (8.000 vom Land) zur Ausgestaltung konkreter Angebote

Das Land fördert bis zu 80 vom Hundert der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Mindestens 20 vom Hundert der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben sind als Eigenanteil vom Schulträger zu erbringen.

Möchte ein Schulträger Familiengrundschulzentren nach der Förderrichtlinie etablieren, muss er einen entsprechenden Antrag gemäß der Förderrichtlinie beim Dezernat 48 der zuständigen Bezirksregierung stellen (unter Nutzung der entsprechenden Anlagen der Förderrichtlinie).  Diese entscheidet dann aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens und im Rahmen ihrer zur Verfügung stehenden Mittel, ob der Antrag bewilligt wird. Ein Anspruch auf die Gewährung der Zuwendung besteht nicht.

Der Antrag muss bis spätestens 30. Juni 2021 bei der zuständigen Bezirksregierung gestellt werden. Diese entscheidet dann aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens und im Rahmen ihrer zur Verfügung stehenden Mittel, ob der Antrag bewilligt wird. Ein Anspruch auf die Gewährung der Zuwendung besteht nicht. Es stehen begrenzte  Haushaltsmittel zur Verfügung .

Die Förderung des Landes gilt zunächst nur jährlich. Es ist aber vorgesehen, dass das Programm für Familiengrundschulzentren als Schulentwicklungsprozess mittelfristig etabliert wird.

Für die Etablierung von Familiengrundschulzentren gemäß der Förderrichtlinie gilt pro Antrag:

  • Die Einrichtung eines Familiengrundschulzentrums ist nur möglich an Schulen mit Offenem Ganztag mit Standortfaktor 4 oder 5
  • Es müssen mindestens zwei Familiengrundschulzentren pro Antragsteller/in gegründet werden
  • Es wird ein positives Votum der Schulkonferenz, der Schulleitung, der unterer Schulaufsicht und des Trägers der Offenen Ganztagsschule benötigt
  • Der/die Antragsteller/in verpflichtet sich zur Durchführung von Maßnahmen, die unter die Eckpunkte im Sinne der Nr. 2 der Richtlinie über die Förderung von Familiengrundschulzentren fallen. Dabei werden von Beginn an mindestens zwei Eckpunkte erfüllt.

Nein. Eine Doppelförderung ist grundsätzlich nicht zulässig. Im Zuständigkeitsbereich der Antragstellung ist es jedoch möglich, unter Berücksichtigung des Förderaufrufs des MKFFI, Familiengrundschulzentren zu initiieren und mit Hilfe der Förderrichtlinie MSB an anderen Grundschulen unter den o.g. Förderbedingungen Familiengrundschulzentren zu gründen. Es müssen zwingend die jeweiligen Förderbedingungen und Zuwendungsvoraussetzungen erfüllt werden.

Grundsätzlich können bereits über „kinderstark – NRW schafft Chancen“ im Handlungsfeld 2 (Familiengrundschulzentren) geförderte Kommunen eine Förderung zusätzlicher Schulstandorte über die Förderrichtlinie des MSB beantragen.

Die Förderung koordinierender Stellen für Familiengrundschulzentren aus beiden Förderlinien ist nicht zulässig.

Fördert das MKFFI bereits koordinierende Stellen aus dem Programm „kinderstark“, so können die Mittel hierfür im Fall einer Beantragung koordinierender Stellen beim MSB auf andere Förderbereiche des Aufrufs „kinderstark“ in Abstimmung mit den Landesjugendämtern umgeschichtet werden.

Die Auswahl erfolgt im Einvernehmen mit der zuständigen Unteren Schulaufsicht, der jeweiligen Schulleitung (nach vorherigem Beschluss der Schulkonferenz) sowie dem jeweiligen Träger des Offenen Ganztags.

Nein. Gleichwohl sollte es möglich sein, Angebote in der Schule durchzuführen. Darüber hinaus können auch Räume in angrenzenden Gebäuden (wie z.B. Bibliothek, Kirche, etc. genutzt werden, wenn sichergestellt ist, dass die Familien dadurch keine längeren Wege in Kauf nehmen müssen). Auch sollte die Leitung des Familiengrundschulzentrums ein Büro zur Verfügung gestellt bekommen.

Die einzelnen Familiengrundschulzentren und Schulträger erhalten weitere Unterstützungsangebote. Durch die Einrichtung einer Landeskoordination werden Angebote wie Netzwerktreffen, ein intrakommunaler Austausch sowie ein Monitoring angeboten. 

Ja, dies ist möglich, wenn sichergestellt ist, dass auch tatsächlich 0,5 Stellen für die Koordinierung des Programmes eingebracht werden.

Familiengrundschulzentren - ein Projekt der Ruhr-Konferenz

Die Familienzentren an Grundschulen sind ein Projekt der Ruhr-Konferenz.

Die Ruhr-Konferenz ist eine umfassende Initiative der Landesregierung, um die Metropole Ruhr als wirtschaftlich starke und lebenswerte Zukunftsregion für alle Menschen zu gestalten. Der Prozess ist von Beginn an auf breite Beteiligung und das Engagement von Menschen und Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereichen angelegt. 

Logo mit dem Schriftzug "Ruhr-Konferent. Menschen machen Metropole."
(c) Ruhr-Konferenz

Die Umsetzung der 73 in den Themenforen erarbeiteten und von der Landesregierung beschlossenen  Projekte hat Anfang 2020 begonnen. In den kommenden Jahren werden weitere Vorhaben und Ideen von Partnern wie Kommunen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern oder Unternehmen unter dem Dach der Ruhr-Konferenz diese Impulse verstärken und die Entwicklung der Chancenregion Ruhr unterstützen.