Lehrerin erklärt Schülern im naturwissenschaftlichen Unterricht eine eletronische Aparatur.

Seiteneinstieg

Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger helfen den Schulen dabei, den hohen Lehrerbedarf zu decken. Sie sind mit ihrer persönlichen Berufsbiografie eine Bereicherung für das Schulleben.

In allen Einstellungsverfahren ist der Grundsatz der Bestenauslese zu beachten: Grundsätzlich werden nur ausgebildete Lehrkräfte mit einem lehramtsbezogenen Universitätsabschluss und erfolgreich abgelegter Staatsprüfung zum Ende des Vorbereitungsdienstes in den Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen eingestellt. Sollten in einigen Regionen oder für einzelne Schulen keine ausgebildeten Lehrkräfte zur Verfügung stehen, können die Schulen auch Personen ohne entsprechende Lehrerausbildung auswählen, wenn sie einen nicht lehramtsbezogenen Hochschulabschluss für das ausgeschriebene Fach nachweisen können und die Schulen sie für geeignet halten.

Diese Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger helfen den Schulen dabei, den hohen Lehrerbedarf zu decken und Unterrichtsausfall zu vermeiden. Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger sind mit ihrer persönlichen Berufsbiografie vielfach eine Bereicherung für das Schulleben. Damit der Start gelingt, erhalten alle Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger eine berufsbegleitende Qualifizierung, in der ihnen die pädagogischen Grundlagen des Lehrerberufs vermittelt werden. Voraussetzung für den Seiteneinstieg ist, dass die Schule ihre Stellenausschreibung für den Seiteneinstieg öffnet.

Den Seiteneinstieg gibt es an allen Schulformen außer der Förderschule. In den Schulformen der Sekundarstufe I (Haupt-, Real, Sekundar-, Gesamtschule Klasse 5-10) und Sekundarstufe II (Gymnasium, Gesamtschule Klasse 11-13, Berufskolleg) ist der Seiteneinstieg in allen Fächern und beruflichen Fachrichtungen möglich. In der Grundschule ist der Seiteneinstieg nur für die Fächer Kunst, Musik, Sport und Englisch möglich. In den Fächern Mathematik und Deutsch ist der Seiteneinstieg in der Grundschule nicht möglich, denn in diesen Fächern sind die Anforderungen besonders hoch. Die Vermittlung dieser beiden Fächer erfordert fundiertes fachliches und didaktisches Wissen sowie vertiefte Kenntnisse über die Entwicklungsphasen der Schülerinnen und Schüler. Lehrkräfte für die Grundschule werden hierfür sowohl im Studium (10 Semester), als auch im 18 Monate langen Vorbereitungsdienst ausgebildet.

Wege in den Seiteneinstieg

Stellen für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger finden Sie hier.

Für einige Gruppen von Lehrerinnen und Lehrern mit einem Lehramt besteht unter bestimmten Voraussetzungen auch die Möglichkeit, sich an Schulformen zu bewerben, die nicht dem vormals erworbenen Lehramt entsprechen. Diese Stellen sind hier veröffentlicht: https://www.schulministerium.nrw.de/BiPo/LEO/angebote.

Auskünfte zum Seiteneinstieg erhalten Sie bei der Landesweiten Beratungsstelle für Lehrämter an Schulen
Tel: 0231 / 9369 7770
Montag, Mittwoch und Freitag jeweils in der Zeit von 9 bis 12 Uhr,
Dienstag und Donnerstag jeweils in der Zeit von 13 bis 16 Uhr.

Außerhalb dieser Zeiträume ist eine telefonische Beratung nach vorheriger Terminvereinbarung per E-Mail möglich.

Beratung (per E-Mail): beratung[at]lehrer-werden.nrw

Grundsätzlich sind für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger vier Wege in den Schuldienst zu unterscheiden:

  • Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, die ein nicht-lehramtsbezogenes Universitätsstudium, ein Studium einer Kunst- und Musikhochschule oder der Deutschen Sporthochschule Köln oder einen an einer Fachhochschule erworbenen Masterabschluss mit sieben Semestern Regelstudienzeit erfolgreich absolviert haben, eine zweijährige Berufstätigkeit nach dem Studium nachweisen können und mit einer positiven Prognose über die Ausbildungsfähigkeit in zwei Fächern in den Schuldienst eingestellt werden, absolvieren einen zweijährigen berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst und legen anschließend eine Staatsprüfung ab. Nach dieser Qualifizierung verfügen Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger über die entsprechende Lehramtsbefähigung und sind damit den „grundständig“ ausgebildeten Lehrkräften gleichgestellt. Die entsprechenden Regelungen hierfür sind der Ordnung zur berufsbegleitenden Ausbildung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern und der Staatsprüfung (OBAS) zu entnehmen. Sofern die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, erfolgt eine Übernahme ins Beamtenverhältnis (abgeschlossene Ausbildung mit Studium und Referendariat, gesundheitliche Eignung, qualifiziertes Führungszeugnis, 42. Lebensjahr noch nicht vollendet). Liegen die beamtenrechtlichen Voraussetzungen nicht vor, erfolgt eine Einstellung im Tarifbeschäftigungsverhältnis. 
  • Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger mit einem Hochschulabschluss, die eine der o. g. Voraussetzungen für die Teilnahme am berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst (OBAS) nicht erfüllen, absolvieren eine einjährige Pädagogische Einführung und erwerben damit eine Unterrichtserlaubnis für das der Einstellung zu Grunde liegende Fach, jedoch keine Lehramtsbefähigung. Nach Abschluss dieser Qualifizierung werden sie ins unbefristete Angestelltenverhältnis übernommen. Die Eingruppierung und Vergütung der Lehrkräfte erfolgt auf der Grundlage des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Eine Verbeamtung ist nicht möglich. In der Grundschule ist der Seiteneinstieg nur über die einjährige Pädagogische Einführung möglich. Denn Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen unterrichten in der Regel drei Fächer. Aus einem nicht-lehramtsbezogenen Studium lassen sich in der Regel nicht drei Fächer ableiten.
  • Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger mit Fachhochschulabschluss (Bachelor/Diplom), die an Berufskollegs in ausgewählten technischen Fachrichtungen (Maschinenbautechnik, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik und Chemietechnik) eingestellt werden, erwerben in einem Dualen Studiengang den Master of Education. Anschließend absolvieren sie einen 18-monatigen berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst und erwerben mit Bestehen der Staatsprüfung die Lehramtsbefähigung. Zur Verbeamtung gelten die oben genannten Vorgaben.
  • An Schulformen der Sekundarstufe I ist auch eine Einstellung im Seiteneinstieg mit einer fachspezifischen Ausbildung möglich, also zum Beispiel mit einer Meisterprüfung. Von dieser Möglichkeit machen die Schulen eher selten Gebrauch. Auch diese Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger nehmen an einer einjährigen Pädagogischen Einführung teil.

Zahlen

Die Einstellungszahlen der vergangenen Jahre sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

 

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

Einstellungen insgesamt absolut

6.635

8.341

6.579

5.656

5.584

9.108

8.477

7.137

7.225

6.659

6.267

6.331

Einstellungen Seiteneinstieg absolut

1.120

898

430

159

130

290

583

789

1.006

754

674

553

davon an               Grundschulen

 

 

 

 

 

 

 

222

274

220

177

114

Anteil Seiteneinsteiger an allen Einstellungen

16,9%

10,8%

6,5%

2,8%

2,3%

3,2%

6,9%

11,1%

13,92%

11,3%

10,8%

8,7%

Stand: 31. Dezember 2021