Sekundarstufe II

Die gymnasiale Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen ist identisch und gliedert sich in eine einjährige Einführungs­phase und in eine zweijährige Quali­fikationsphase. Sie schließt mit der Abitur­prüfung ab, mit der die Schülerinnen und Schüler die allgemeine Hochschul­reife erwerben.

Die gymnasiale Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen ist identisch und gliedert sich in eine einjährige Einführungs­phase und in eine zweijährige Quali­fikationsphase. Sie schließt mit der Abitur­prüfung ab, mit der die Schülerinnen und Schüler die allgemeine Hochschul­reife erwerben.

Im Bildungsgang des achtjährigen Gymnasiums treten Schülerinnen und Schüler mit der Versetzung am Ende der Jahrgangsstufe 9 in die gymnasiale Oberstufe ein. Im Bildungsgang des neunjährigen Gymnasiums treten Schülerinnen und Schüler am Ende der Jahrgangsstufe 10 in die gymnasiale Oberstufe ein. Gleiches gilt für Gesamtschulen, sofern die Schülerinnen und Schüler einen Quali­fikations­vermerk erworben haben.

Der erfolgreiche Abschluss der gymnasialen Oberstufe befähigt zum Studium an einer Hochschule und öffnet zugleich den Weg in eine berufliche Ausbildung außerhalb der Hochschule.

Insgesamt müssen mindestens 102 Wochenstunden in den drei Jahren der gymnasialen Oberstufe erreicht werden. Innerhalb der Ein­führungs­phase und innerhalb der Qualifikationsphase müssen jeweils mindestens durchschnittlich 34 Wochenstunden belegt werden. Eine Verrechnung der Wochenstunden­anzahl zwischen der Einführungs- und der Qualifikationsphase ist nicht zulässig, innerhalb der zwei Jahre der Quali­fikations­phase aber möglich.

Die Unterrichts­fächer in der gymnasialen Oberstufe sind drei Aufgabenfeldern zugeordnet:

  • dem sprachlich-literarisch-künstlerischen
  • dem gesellschaftswissenschaftlichen
  • dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich.

In jeder Schullaufbahn muss jedes der drei Aufgabenfelder durchgängig bis zum Abschluss der gymnasialen Oberstufe einschließlich der Abiturprüfung repräsentiert sein. Kein Aufgabenfeld kann abgewählt oder zugunsten eines anderen ausgetauscht werden. Durch diese Regelungen und die übrigen Pflichtbindungen wird eine vertiefte Allgemeinbildung für alle Schülerinnen und Schüler gesichert.

Das sprachlich-literarisch-künstlerische Aufgabenfeld

Deutsch, Englisch, Lateinisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Russisch, Chinesisch, Spanisch, Griechisch, Türkisch, Niederländisch, Hebräisch, Neugriechisch, Portugiesisch, Kunst, Musik, Literatur

Das gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld

Geschichte, Sozialwissenschaften, Geographie, Philosophie, Erziehungswissenschaft, Psychologie, Recht

Das mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Aufgabenfeld

Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, Informatik, Technik, Ernährungslehre

Religionslehre und Sport gehören keinem Aufgabenfeld an. Im Fach Religionslehre müssen in der Einführungsphase und in der Qualifikationsphase jeweils zwei Kurse belegt werden, das Fach Sport muss durchgängig bis zum Abitur belegt werden.

Einführungsphase

In der einjährigen Einführungsphase werden Schülerinnen und Schüler mit den inhaltlichen und methodischen Anforderungen der gymnasialen Oberstufe vertraut gemacht. Hier erwerben sie alle inhaltlichen und methodischen Voraussetzungen, um den Anforderungen der Qualifikationsphase zu genügen. Am Ende der Einführungsphase stehen die Versetzung in die Qualifikationsphase und am Gymnasium der Erwerb des Mittleren Schulabschlusses.

In der Einführungsphase müssen Schülerinnen und Schüler durchschnittlich 34 Wochenstunden belegen. Alle Fächer werden in dreistündigen Grundkursen unterrichtet. Schülerinnen und Schülern können zur Erfüllung der Pflichtstundenzahl zusätzlich noch bis zu zwei Vertiefungsfächer wählen. Vertiefungsunterricht wird in Form von zweistündigen Halbjahreskursen angeboten und dient der Intensivierung der individuellen Förderung von Kompetenzen in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen.

In der Einführungsphase legen die Schülerinnen und Schüler durch die Wahl ihrer Kurse aus dem Pflicht- und Wahlbereich die Basis für ihre gesamte Schullaufbahn in der gymnasialen Oberstufe. Lediglich die Abwahl von Fächern ist nach der Einführungsphase noch möglich, nicht eine Zuwahl neuer Fächer. Die Beratung zur individuellen Schullaufbahn einer Schülerin oder eines Schülers hinsichtlich der verpflichtend und fakultativ zu belegenden Fächer findet in der Schule durch die Beratungslehrerin oder den Beratungslehrer statt.

Qualifikationsphase

Die Qualifikationsphase gliedert sich in zwei Jahre, in der sich die Schülerinnen und Schüler für die Abiturprüfung qualifizieren. Innerhalb der Qualifikationsphase gibt es keine Versetzung zwischen den beiden Schuljahren der Qualifikationsphase. Schülerinnen und Schüler müssen in der Qualifikationsphase durchschnittlich 34 Wochenstunden belegen. Aus den in der Einführungsphase belegten Fächern wählen Schülerinnen und Schüler ihre vier Abiturfächer, zwei Leistungskurse und zwei Grundkurse. Darüber hinaus können Schülerinnen und Schüler bis zu zwei Vertiefungskurse und einen Projektkurs belegen.

Am Ende der Qualifikationsphase stehen die Zulassung zur Abiturprüfung und die Abiturprüfung selbst.

Die in der Qualifikationsphase erbrachten Leistungen in den einzelnen Kursen sind Grundlage für die Berechnung der Zulassung zum Abitur und fließen zu zwei Drittel und die erzielten Leistungen im Abiturbereich zu einem Drittel in die Abiturnote mit ein.

Im Abiturbereich können Schülerinnen und Schüler auch eine „Besondere Lernleistung“ als fünftes Abiturfach einbringen. Eine „Besondere Lernleistung“ kann ein umfassender Beitrag aus einem von den Ländern geförderten Wettbewerb, die Ergebnisse eines Projektkurses oder die Ergebnisse eines individuellen, umfassenden fachlichen oder fachübergreifenden Projektes sein. Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter entscheidet über die Zulassung einer „Besonderen Lernleistung“.