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Zulassung von Lernmitteln in NRW

Bevor in Nordrhein-Westfalen ein Lernmittel im Unterricht eingesetzt werden kann, muss es zugelassen sein. Der Zulassungsprozess erfolgt dabei über unterschiedliche Wege. 

Wichtigste Grundlage für das Lernmittelzulassungsverfahren in NRW ist der Ministeriums-Erlass „Zulassung von Lernmitteln“. Der Erlass besagt, dass Lernmittel Schülerinnen und Schüler ein volles Schuljahr (in der Sek. II ein halbes Schuljahr) auf der Grundlage der gültigen Kernlehrpläne versorgen müssen. Lernmittel dürfen an Schulen nur dann eingeführt werden, wenn sie zugelassen sind – dies gilt sowohl für analoge als auch für digitale Lernmittel. Ein Zulassungsverfahren für ein Lernmittel beginnt daher immer mit dem Antrag eines Verlags auf Zulassung des Lernmittels.

Die Grundsätze

Für alle Lernmittel, die in den Schulen in Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden sollen, gelten einige wichtige Grundlagen, die zugleich Voraussetzung für die Zulassung sind. So müssen Lernmittel beispielsweise im Grundsatz den Richtlinien, Lehrplänen und Unterrichtsvorgaben entsprechen, Lernwege eröffnen sowie auf dem Stand der Fachwissenschaften und mit den rechtlichen Vorgaben vereinbar sein.

Die Zulassungswege

Der Zulassungsprozess für ein Lernmittel erfolgt über unterschiedliche Wege, denn die Zulassung kann entweder im Gutachterverfahren, Vereinfachten Verfahren oder als Pauschale Zulassung erfolgen. Dabei legt das Ministerium für Schule und Bildung jeweils für die Fächer der Schulformen den Zulassungsweg fest. (Die Zuordnung der Zulassungswege zu den Fächern kann hier eingesehen werden).

  • Gutachterverfahren: Für Lernmittel in den Fächern, die dem gutachterlichen Zulassungsweg zugeordnet sind, werden zuerst fachliche Gutachten durch das Ministerium in Auftrag gegeben. Diese Gutachten dienen anschließend dem Ministerium als Grundlage für die Entscheidung, ob das betreffende Lernmittel zugelassen wird oder nicht. Gutachterverfahren betreffen die große Mehrzahl der eingereichten Zulassungsanträge und beziehen sich immer auf die aktuell gültigen Kernlehrpläne.
  • Vereinfachtes Verfahren: Für die wenigen Lernmittelverfahren, die dem Vereinfachten Verfahren zugeordnet sind, beginnt der Zulassungsweg mit einer Erklärung des Verlags, dass das Lernmittel den gültigen Lehrplänen und Richtlinien entspricht. Das Ministerium prüft sodann ohne vorherige gutachterliche Einzelprüfung die Zulassungsvoraussetzungen. 
  • Pauschale Zulassung: Lernmittel, die unter die Pauschale Zulassung fallen, sind Lernmaterialien, die im Unterricht für zeitlich begrenzte, ausgewählte Themen eingesetzt werden sollen und die Schülerinnen und Schüler daher kein ganzes Schuljahr auf der Grundlage des entsprechenden Kernlehrplans begleiten. Dazu gehören unter anderem Zeitungsartikel, Arbeitsblätter und andere Materialien, aber auch Apps, die die Lehrkräfte in eigener Verantwortung und unter Beachtung der oben beschriebenen Grundsätze einsetzen.

Gutachterinnen und Gutachter für die Gutachterverfahren werden dem Ministerium zum Beispiel aus den Lehrplankommissionen oder von den Bezirksregierungen benannt. Es handelt sich dabei immer um Lehrerinnen und Lehrer im aktiven Schuldienst in Nordrhein-Westfalen, die ihre Unabhängigkeit gegenüber Verlagen und Herausgebern bestätigen müssen. 

Die Gutachterverfahren benötigen eine Verfahrenszeit von ca. drei Monaten und die Vereinfachten Verfahren ca. vier Wochen.

Die in Nordrhein-Westfalen zugelassenen Lernmittel sind online im VZL.NRW – Verzeichnis der zugelassenen Lernmittel einsehbar. 

Weiterführende Informationen zu den Zulassungsverfahren