Eine Hand fügt einen Baustein hinzu

Extra-Geld

Mit der Maßnahme „Extra-Geld“ erhalten die kommunalen Schulträger Budgets als fachbezogene Pauschalen mit dem Ziel, die Schulen vor Ort konkret darin zu unterstützen, pandemiebedingte Defizite auszugleichen. Die Träger von Ersatzschulen erhalten diese Budgets über die Stadt oder Gemeinde ihres Schulstandorts, die die hierfür vom Land zugewiesenen Mittel an sie weiterreichen.

Neben einer personellen Verstärkung („Extra-Personal“) sollen die Schulen im Interesse der Schülerinnen und Schüler möglichst unkompliziert und unmittelbar auch finanziell unterstützt werden. Dazu erhalten die Träger von öffentlichen Schulen und Ersatzschulen in einem unbürokratischen Verfahren Schulbudgets und Schulträgerbudgets. Darüber hinaus ist vorgesehen, Mittel für Bildungsgutscheine zur Verfügung zu stellen, mit denen einzelne Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden können.

Ersatzschulträger erhalten zudem ein weiteres Budget, mit dem sie in die Lage versetzt werden sollen, wirkungsgleich Maßnahmen aus dem nachfolgend beschriebenen Baustein „Extra-Personal“ eigenständig zu initiieren, die an öffentlichen Schulen über die Schulaufsicht umgesetzt werden. Diese Mittel erhalten die Ersatzschulträger ebenfalls über die Stadt oder Gemeinde ihres Schulstandortes.

Für den Baustein „Extra-Geld“ stehen insgesamt 180 Millionen Euro bereit.

Schulbudgets

Mindestens 30 Prozent der Gesamtfördersumme werden den Schulen unmittelbar zur Verfügung gestellt, um schulbezogene Maßnahmen zur Beseitigung der pandemiebedingten Defizite umzusetzen.

Beispiele hierfür können sein:

  • Besuche außerschulischer Lernorte,
  • Aktivitäten, die das Miteinander-Lernen stärken (z. B. mit Unterstützung von Dienstleistern),
  • ergänzende Lernförderung durch externe Dienstleister,
  • die Anschaffung von Fördermaterialien,
  • der Kauf von Lizenzen für digitale Förderprogramme, oder auch
  • die Förderung von Projekten wie „Schüler helfen Schülern“.

Die Schulträger sind angewiesen, mindestens 30 Prozent der ihnen zur Verfügung gestellten Fördermittel unmittelbar den Schulen in ihrer Trägerschaft zur Verfügung zu stellen.

Die Bemessung erfolgt trägerneutral auf der Basis der in den Amtlichen Schuldaten (Stand: 15 Oktober 2020) veröffentlichten Schülerzahlen unter Berücksichtigung eines Sockelbetrages von 500 Euro je Schule.

Mit den Mitteln aus dem Schulbudget können schulbezogene Maßnahmen zur Beseitigung der pandemiebedingten Defizite bezahlt werden, wie zum Beispiel:

  • Besuche außerschulischer Lernorte,
  • Aktivitäten, die das Miteinander-Lernen stärken,
  • ergänzende Lernförderung durch externe Dienstleister,
  • die Anschaffung von Fördermaterialien,
  • der Kauf von Lizenzen für digitale Förderprogramme, oder auch
  • die Förderung von Projekten wie „Schüler helfen Schülern“.

Schulen können das Schulbudget nicht dafür nutzen, zusätzliches Personal einzustellen.

Schulträgerbudgets

Die Schulträger erhalten Budgets, mit denen sie die Schulen vor Ort unterstützen können.

Diese Schulträgerbudgets dienen der Sicherung und Schaffung gegebenenfalls auch schulübergreifender regionaler Angebote zur Beseitigung von Lernrückständen in Kooperation mit externen Bildungsanbietern. Sie können etwa als fachliche Förderangebote in Kleingruppen an Schulen stattfinden. Beispiele hierfür können Angebote sein von

  • Nachhilfeinstituten,
  • Volkshochschulen,
  • Stiftungen,
  • Vereinen,
  • Trägern der überbetrieblichen Ausbildung,
  • Kammerorganisationen oder
  • anderen Bildungsanbietern.

Auch die Unterstützung der Mobilität von Schülerinnen und Schülern im Zusammenhang mit angebotenen Maßnahmen ist möglich.

Die Höhe des Schulträgerbudgets hängt von der Höhe der Anteile der beiden anderen Förderschwerpunkte „Schulbudget“ und „Bildungsgutscheine“ ab. Da dafür jeweils mindestens 30 Prozent der zur Verfügung gestellten Fördersumme verwendet müssen, beträgt das Schulträgerbudget maximal 40 Prozent der dem Schulträger zugewiesenen fachbezogenen Pauschale.

Das Schulträgerbudget dient der Sicherung und Schaffung ggf. auch schulübergreifender lokaler und regionaler bzw. schulträgerbezogener Angebote zur Aufarbeitung von fachlichen und psychosozialen Lernrückständen und Aufholbedarfen in Kooperationen mit externen Bildungsanbietern. Diese können z.B. als fachliche Förderangebote in Kleingruppen, als zusätzliche Bewegungsangebote oder als Angebote aus dem Bereich der kulturellen Bildung an einzelnen Schulen oder schulübergreifend stattfinden.

Ebenso können hier auch weitere Ausgaben, z. B. für den Schülertransport, die im Zusammenhang mit entsprechenden Fördermaßnahmen entstehen, sowie sonstige mit den Maßnahmen im Zusammenhang stehende Ausgaben finanziert werden.

Mit den Mitteln aus dem Schulträgerbudget können außerdem die Mittel für Schulbudgets und Bildungsgutscheine aufgestockt werden.

Für Anschaffungen von Einrichtungsgegenständen und IT-Hardware kann das Schulträgerbudget nicht genutzt werden, die Verwendung des Schulträgerbudgets muss im direkten Zusammenhang mit Maßnahmen zur Aufarbeitung von Lernrückständen und Aufholbedarfen stehen.

Bildungsgutscheine

Einen Anteil von mindestens 30 Prozent der Fördermittel machen Bildungsgutscheine aus. Sie werden den Schulen durch die Schulträger zur Verfügung gestellt. Bildungsgutscheine können im Rahmen der individuellen Förderung durch die Lehrkräfte an einzelne Schülerinnen und Schülern vergeben werden, die über bestehende Angebote nicht ausreichend gefördert werden können. Sie können bei zertifizierten externen Anbietern (z.B. Nachhilfeinstituten) eingelöst werden.

Die Verfahren für die Nutzung der Bildungsgutscheine werden derzeit vorbereitet, eine Übersicht der zertifizierten Anbieter in Nordrhein-Westfalen wird in Kürze hier veröffentlicht.

Mindestens 30 Prozent der dem Schulträger zugewiesenen fachbezogenen Pauschale sind für Bildungsgutscheine zu verwenden. Diese werden im Rahmen der individuellen Förderung durch die Lehrkräfte an einzelne Schülerinnen und Schüler vergeben, die durch bestehende Angebote der Schule nicht ausreichend gefördert werden können.

Die eine Hälfte der Mittel für die Bildungsgutscheine verteilt der Schulträger auf der Basis der Schülerzahlen (vgl. Amtliche Schuldaten 2020/2021) an die Schulen in seiner Trägerschaft. Die Aufteilung der anderen Hälfte kann nach eigenen sachlichen Kriterien, beispielsweise zum Ausgleich besonderer Lernrückstände oder, bei das Angebot übersteigender Nachfrage auf die Schulen, nach einem anderen Verteilschlüssel erfolgen.