Gemeinsam für Europa: Nordrhein-Westfalen und Frankreich stärken Demokratie durch Bildung
63. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22. Januar
Ministerin Feller: Die Partnerschaft zwischen Schulen in Frankreich und Nordrhein-Westfalen ist lebendig, zukunftsgerichtet und unverzichtbar
Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit:
Am Donnerstag, 22. Januar 2026, jährt sich die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags, ein Meilenstein der deutsch-französischen Freundschaft und ein Fundament für Frieden, Verständigung und Zusammenarbeit in Europa. Das Schulministerium nimmt diesen Jahrestag zum Anlass, die enge und lebendige Zusammenarbeit mit Frankreich im Bildungsbereich zu würdigen und zugleich ihre besondere Bedeutung zu unterstreichen.
Schulministerin Dorothee Feller: „Gerade in einer Phase, in der die Demokratie und der europäische Zusammenhalt unter Druck stehen, kommt der grenzüberschreitenden schulischen Zusammenarbeit eine zentrale Rolle zu. Internationale Begegnungen, Spracherwerb und gemeinsame Bildungsprojekte machen den europäischen Gedanken erfahrbar und stärken junge Menschen in ihrer demokratischen Haltung.“ Die deutsch-französische Zusammenarbeit sei weit mehr als ein historisches Versprechen, sie sei ein Auftrag für die Gegenwart und die Zukunft, betonte die Schulministerin. „Wenn Schülerinnen und Schüler einander begegnen, gemeinsam lernen, arbeiten und leben, dann wachsen Verständnis, Respekt und Vertrauen. Das ist gelebte Demokratiebildung und ein starkes Signal für ein geeintes Europa.“
Europaminister Nathanael Liminski: „Durch Sprachvermittlung und Austauschformate leisten Schulen einen unverzichtbaren Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft. Sie öffnen jungen Menschen Türen zueinander, wecken Neugier, stärken Vertrauen und schaffen Respekt. Wenn wir sagen, dass Kinder unsere Zukunft sind, dann ist jeder Einsatz für grenzüberschreitende Verständigung zugleich eine Investition in den europäischen Zusammenhalt von morgen.“
Frankreich ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktland der internationalen Zusammenarbeit des nordrhein-westfälischen Schulministeriums. Zahlreiche Projekte zur Förderung der französischen Sprache sowie im Bereich des schulischen und beruflichen Austauschs prägen den intensiven und kontinuierlichen Dialog. Seit 2008 arbeitet das Schulministerium eng mit mehreren Regionen in Frankreich zusammen. Ziel dieser Kooperationen ist es, die Mobilität junger Menschen im deutsch-französischen und europäischen Bildungs- und Wirtschaftsraum zu fördern und langfristige Partnerschaften zu festigen. Die Zusammenarbeit mit der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur wurde im Jahr 2025 bereits zum dritten Mal verlängert, weitere Partnerschaften bestehen mit den Regionen Hauts-de-France, Auvergne-Rhône-Alpes sowie mit Versailles.
„Schüler- und Schulaustausche nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Sie ermöglichen es jungen Menschen, in den Alltag des Partnerlandes einzutauchen, kulturelle Vielfalt unmittelbar zu erleben und tragfähige Freundschaften zu schließen. Solche Begegnungen sind häufig auch ein entscheidender Impuls für die Wahl und das Weiterlernen der Partnersprache Französisch“, so Ministerin Feller.
Um die Zusammenarbeit mit Frankreich weiter zu stärken, unterstützt Nordrhein-Westfalen seit 2024 gezielt bestehende und neue Schulpartnerschaften in französischen Partnerregionen – sowohl durch Reisekostenzuschüsse für Begegnungen als auch durch Projektmittel für virtuelle Austauschformate. Damit werden internationale Erfahrungen auch unabhängig von räumlichen oder finanziellen Hürden ermöglicht. Fast 500 Schulen in Nordrhein-Westfalen haben eine Schulpartnerschaft mit einer Schule in Frankreich.
Ein zentraler Baustein der Zusammenarbeit ist die Förderung der französischen Sprache. Nordrhein-Westfalen setzt dabei auf unterschiedliche Maßnahmen, die Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Partnersprache erleichtern und sie langfristig für das Weiterlernen motivieren. Französisch ist nach Englisch die am häufigsten erlernte Fremdsprache an nordrhein-westfälischen Schulen.
Grundlage ist die deutsch-französische Sprachstrategie, auf die sich beide Länder gemeinsam verständigt haben. Ziel dieser Vereinbarung ist es, dass mehr junge Menschen frühzeitig mit der Sprache des Nachbarlandes in Kontakt kommen und positive Lernerfahrungen machen. In Nordrhein-Westfalen werden diese Ziele in konkreten schulischen Projekten umgesetzt.
Dazu gehören unter anderem sogenannte Peer-Education-Programme. Hier begeistern Schülerinnen und Schüler andere Jugendliche für Französisch – etwa, indem sie von eigenen Austauscherfahrungen berichten oder zeigen, wie vielfältig und alltagsnah die französische Sprache und Kultur sind. Lernen auf Augenhöhe macht die Sprache greifbar und senkt Hemmschwellen.
Mit dem DELF scolaire intégré wird Schülerinnen und Schülern zudem der Erwerb eines international anerkannten französischen Sprachzertifikats innerhalb des schulischen Französischunterrichts ermöglicht. Die Prüfungen finden in den Schulen statt, sodass organisatorische und finanzielle Hürden reduziert werden. Das stärkt die Motivation und macht Sprachlernen sichtbar und anerkannt. In diesem Schuljahr nehmen in Nordrhein-Westfalen rund 4.600 Schülerinnen und Schüler aus 77 Schulen am Projekt DELF scolaire intégré teil.
Ein besonderes Angebot ist das Abibac, das zurzeit an zwölf Gymnasien in Nordrhein-Westfalen erworben werden kann. Im bilingualen Unterricht erreichen die Schülerinnen und Schüler vertiefte Französischkenntnisse und erwerben gleichzeitig das deutsche Abitur und das französische Baccalauréat. Das Abibac schafft erweiterte Bildungs- und Studiermöglichkeiten in beiden Ländern und steht exemplarisch für das dichte Bildungsnetzwerk, das Deutschland und Frankreich gemeinsam knüpfen.
Ministerin Feller abschließend: „Der Jahrestag des Élysée-Vertrags macht deutlich: Die Partnerschaft zwischen Schulen in Frankreich und Nordrhein-Westfalen ist lebendig, zukunftsgerichtet und unverzichtbar. Sie füllt den europäischen Gedanken mit Leben – im Klassenzimmer, im Austausch und im gemeinsamen Lernen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt in Europa.“
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