Neue Steuerung von Stellen entlastet Schulen
Gezielte Unterstützung für Schulen in herausfordernden Lagen
Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit:
Das Schulministerium schafft die Voraussetzungen, um in den kommenden Jahren Lehrerinnen und Lehrer gezielt an Schulen in besonders herausfordernden Lagen einsetzen zu können. Stellen aus dem Pool für den Ausgleich von Unterrichtsausfall (UA), für Vertretungsaufgaben oder für besondere Förderaufgaben können künftig durch ein neues Steuerungsmodell noch bedarfsgerechter vergeben werden. Ab dem nächsten Schuljahr gilt dies für bis zu 300 Stellen, ab dem darauffolgenden Schuljahr für insgesamt bis zu 600 Stellen.
Hintergrund ist die Rückkehr der Gymnasien zu G9 zum kommenden Schuljahr. Im Vorgriff darauf waren in den vergangenen Jahren sogenannte Vorgriffstellen eingerichtet worden, um den steigenden Personalbedarf an Gymnasien frühzeitig abzufedern. Gleichzeitig kamen diese Stellen auch anderen Schulformen zugute, da die eingestellten Lehrkräfte in der Regel für zwei Jahre an andere Schulformen abgeordnet wurden. Ab dem Sommer werden diese Stellen wie vorgesehen wieder an den Gymnasien benötigt.
Mit dem neuen Verfahren knüpft das Ministerium an die guten Erfahrungen mit den Vorgriffsstellen an und überführt den Grundgedanken in eine neue Variante. Damit können wegfallende Vorgriffstellen teilweise kompensiert und betroffene Schulformen weiterhin gezielt unterstützt werden. Auch künftig besteht in einem begrenzten Umfang die Möglichkeit, Lehrkräfte einzustellen und sie für in der Regel zwei Jahre an besonders belastete Schulen abzuordnen. Nach Ablauf dieser Zeit wechseln die Lehrkräfte planmäßig an ihre Stammschulen. Die neue Schulauswahl funktioniert mittels verschiedener Indikatoren wie Personalausstattungsquote und Schulsozialindex. Auch die Einschätzung der lokalen Schulaufsichtsbehörden fließt in den Auswahlprozess ein.
„Die Vorgriffsstellen waren aufgrund der Umstellung von G 8 auf G9 eine einmalige, jedoch eine gute und wichtige, zugleich aber von Beginn an befristete Maßnahme, um den Übergang zu G9 abzufedern. Für die Zeit danach haben wir nun aufbauend auf dem Grundgedanken der Vorgriffsstellen eine zunächst unbefristete Lösung entwickelt, die besonders herausgeforderte Schulen weiter unterstützt“, erläutert Schulministerin Dorothee Feller. „Jede Stelle, die auf diese Weise besetzt wird, trägt dazu bei, die Unterrichtssituation an schwerer zu versorgenden Schulen zu verbessern.“
Aktuell sind im Umfang von 1.276 Vorgriffsstellen Lehrerinnen und Lehrer von Gymnasien an andere Schulformen abgeordnet.
Die Bezirksregierungen steuern die neue Schulauswahl. Zu deren Aufgaben gehört es, in allen Regionen des Landes für faire Bildungschancen zu sorgen.
„Wir benötigen weiter einen langen Atem“, sagt Ministerin Feller abschließend, „aber wir sind auf dem richtigen Weg. Zusätzlich wird uns helfen, dass sich die Situation in der Lehrkräfteversorgung in der Grundschule in den 2030er Jahren spürbar entspannen wird – nicht zuletzt dank der vielen zusätzlichen Studienplätze, die wir in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den Universitäten geschaffen haben, und zahlreicher weiterer Maßnahmen, die wir eingeleitet haben.“
Weiterer Hintergrund
Der Personalbedarf an nordrhein-westfälischen Schulen ist im aktuellen Schuljahr weiter gestiegen, insbesondere durch höhere Schülerzahlen, den Ausbau von Ganztagsangeboten, zusätzliche Ressourcen für das Gemeinsame Lernen und Ruhestandsabgänge. Das Schulministerium arbeitet unter anderem mit einem Handlungskonzept intensiv daran, diesem Bedarf gerecht zu werden. Viele der eingeleiteten Maßnahmen zeigen dabei bereits deutliche Wirkungen. So arbeiten fast 11.000 Beschäftigte mehr an den Schulen des Landes als noch im Juni 2022, darunter mehr als 2.100 Alltagshelferinnen und Alltagshelfer, die Lehrkräfte in ihrem Alltag unterstützen. Auch ist es gelungen, die Zahl der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter (LAA) zu erhöhen. Im vergangenen November haben in Nordrhein-Westfalen fast 3.500 LAA ihren Vorbereitungsdienst angetreten. Im Mai des vergangenen Jahres waren es ebenfalls fast 3.500 – und damit einige hundert LAA mehr als am 1. Mai des Vorjahres. In stark betroffenen Bereichen wie Grundschule und Sonderpädagogik konnte darüber hinaus die Zahl der Studienplätze erhöht werden. Zudem wurde der Seiteneinstieg in allen Schulformen ermöglicht.
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