Grundschulleitungstag im World Conference Center Bonn: „Unsere Schule ist ein demokratischer Ort“
Ministerin Dorothee Feller: Individuelles Recht auf Beteiligung muss sich durch gesamten Alltag der jungen Menschen ziehen / Impulsvorträge von Staatsminister a.D. Professor Dr. Dr. Julian Nida-Rümelin und Fernsehmoderatorin Clarissa Corrêa da Silva
Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit:
Lucas besucht die dritte Klasse der Grundschule Wolperath im Rhein-Sieg-Kreis und erlebt jeden Tag, wie viel Spaß Mitbestimmung macht. Unter der Leitung von Schulleiterin Stefanie Weber-Verlinden und Konrektorin Alice Kelterborn tagen regelmäßig der von den Kindern geführte Klassenrat, das Schulparlament und eine „Ideenfabrik”. Es gibt ein Beschwerdebüro und einen Briefkasten zur Äußerung von Kritik, eine Freundebank zum Treffen und zur Stärkung des sozialen Miteinanders und einen Streitschlichter – alles eingerichtet mit dem Ziel, die Bedürfnisse und das Befinden der Schülerinnen und Schüler gut im Blick zu haben. Die so gehörten Kinder haben es unter anderem erreicht, dass Räume mit Rückzugsmöglichkeiten und kreativen Arbeitsbereichen geschaffen worden sind. Lucas findet all das sehr gut: „Ich denke, unsere Schule ist ein demokratischer Ort, weil ihr Erwachsenen nicht immer einfach etwas entscheidet. Ihr fragt uns und wir können mitbestimmen.“
Die im Alltag umgesetzten Partizipationsmöglichkeiten stellt das Leitungsteam der Grundschule Wolperath aus Neunkirchen-Seelscheid am Mittwoch, 25. März 2026, an einem Ort vor, der prädestiniert ist für einen Austausch über demokratische Werte: im World Conference Center in Bonn. Darin befindet sich der ehemalige Plenarsaal des Deutschen Bundestages, in dem sich etwa 400 nordrhein-westfälische Schulleitungen auf Einladung des Schulministeriums unter dem Titel „Basiskompetenz Demokratie fördern – wir bilden heute die Demokratie für morgen” zum Grundschulleitungstag treffen.
In Vorträgen und Workshops dreht sich alles um Formen der Mitbestimmung und den Schutz von Kinderrechten. In seinem Impulsvortrag spricht Philosoph und Staatsminister a. D. Professor Dr. Dr. Julian Nida-Rümelin zum Thema „Was macht Demokratie aus und welche Rolle spielt dabei unsere Bildungspraxis”. Einen weiteren Impulsvortrag hält Fernsehmoderatorin Clarissa Corrêa da Silva – ihr Thema: „Demokratie zum Einschalten – was Schulen von Kindermedien halten können”. Danach haben die Schulleitungen die Möglichkeit, weitere Gebäude zu besuchen, welche die Bedeutung der ehemaligen Bundeshauptstadt für die Demokratie in Deutschland symbolisieren, etwa das Haus der Geschichte oder den früheren Kanzlerbungalow.
Schulministerin Dorothee Feller betont, dass Kinder und Jugendliche überall spüren müssten, wie wichtig die Pflege der demokratischen Grundlagen und der Respekt für jeden einzelnen Menschen sind: „Schülerinnen und Schüler können an ihrer Grundschule – in einer kleinen Gesellschaft – Demokratie leben. Doch auch in der großen Gesellschaft müssen die jungen Menschen die Erfahrung machen, dass Beteiligung keine Frage von Ort und Zuständigkeit ist. Das individuelle Recht auf Beteiligung endet nicht am Schultor. Es muss sich vielmehr durch den gesamten Lebensalltag der jungen Menschen ziehen. Erst dann werden sie auch in der großen Gesellschaft für unsere Demokratie, unser Land und unsere Werte einstehen.” Professor Dr. Dr. Nida-Rümelin sagt: „Die Bildungspraxis kann dazu beitragen, dass die Demokratie in die Köpfe der Kinder kommt. Dabei spielt es weniger eine Rolle, wie viel die Kinder über das Funktionieren demokratischer Institutionen wissen, sondern viel wichtiger ist es, dass sie das Ethos der Demokratie, des wechselseitigen Respekts und der Gleichrangigkeit aller unabhängig von Glaube, Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht in sich aufnehmen.”
Über 20 Workshopangebote und Führungen prägen den Grundschulleitungstag. Beispielsweise referieren Manuela Michel, Landeskoordinatorin Kinderrechteschulen NRW, und Kirsten Leyendecker (UNICEF) über das Thema „Stark im Umgang mit Konflikten – Gewaltprävention, Emotionsregulation und nachhaltige Friedenskultur in der Schule systemisch etablieren”. Caroline Herzog und Christoph Ledwig, Schulleiterin und Konrektor der Gottfried-Kinkel-Schule in Bonn, berichten über ihre Erfahrungen zum Thema „Echte Partizipation leben”. Lydia Kaiser, Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation, schult zum Aspekt „Gewaltfreie Kommunikation im Schulalltag”. Die Schulleiterinnen Simone Berhorst und Janina Hicking aus Moers widmen sich Kinderrechten unter dem Vortragsmotto: „Von der Haltung zur Handlung – Kinderrechte in der Schule verankern”.
Nähere Informationen zum Grundschulleitungstag finden Sie hier.
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