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Medienscouts NRW: Landesregierung erhöht Förderung und weitet Angebot aus

8.500 Medienscouts, 3.600 Beratungsfachkräfte – das Projekt hat sich erfolgreich entwickelt / An mehr als 1.300 Schulen erhalten junge Menschen Orientierung bei der Nutzung digitaler Medien / Erweiterung mit neuen Zielen und mehr Geld

15.09.2026

Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit: 

Die Landesregierung weitet das Angebot „Medienscouts NRW“ aus. Speziell zu Medienscouts ausgebildete Schülerinnen und Schüler geben an mittlerweile mehr als 1.300 nordrhein-westfälischen Schulen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern Orientierung bei der Nutzung digitaler Medien. Das Angebot bekommt ab 2027 zusätzliche Zielsetzungen und Inhalte. Die finanzielle Förderung wird erhöht und ist für weitere drei Jahre gesichert. Das Schulministerium unterstützt das von der Landesanstalt für Medien NRW (LFM NRW) initiierte und betreute Projekt künftig mit jährlich 550.000 Euro und damit mit 50.000 Euro mehr pro Jahr. Bis zum Jahr 2029 stehen so insgesamt 1,65 Millionen Euro zur Verfügung. 

Mit der Auszahlung des Geldes, die Planungssicherheit gibt, sind neun neue Ziele verbunden. Schulministerin Dorothee Feller stellte das erweiterte Programm am Dienstag, 15. September 2026, auf der Medienscouts-Convention in Düsseldorf vor. So sollen die Medienscouts beispielsweise das Thema Demokratiekompetenz in den Schulen noch mehr in den Fokus rücken. Es gibt zusätzliche Qualifizierungs- und Workshopangebote. Neben den weiterführenden Schulen sollen auch Grund-, Förder- und Startchancenschulen sowie Berufskollegs vermehrt oder neu eingebunden werden. Medienscouts, die bereits an Grundschulen tätig waren, sollen ihre Erfahrungen und Kenntnisse nach ihrem Wechsel zu einer weiterführenden Schule auch dort einbringen. 

„Wir haben bereits über 8.500 Medienscouts und mehr als 3.600 Beratungsfachkräfte. Das sind sehr gute Zahlen, mit denen das Angebot auch bundesweite Beachtung findet. Ein Ziel der Förderung in den kommenden drei Jahren ist es unter anderem, dass bis 2029 mindestens 30 Prozent der Grundschulen teilnehmen, denn die Förderung von Medienkompetenz kann nicht früh genug beginnen“, sagte die Ministerin.  „Und es ist wichtig, dass wir das Angebot noch mehr in die Fläche tragen. Denn die Förderung der Medienkompetenz ist eine Querschnittsaufgabe, die an alle Schulen gehört.“ 

Die stellvertretende LFM-Direktorin Dr. Petra Gerlach fügte hinzu: „Genau wie virale Trends und bekannte Memes machen auch Desinformation, Manipulation oder Cybergrooming nicht an Schulhofgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, dass Medienscouts ihre Erfahrungen teilen, voneinander lernen und erfolgreiche Ideen weitergeben. Die Fortsetzung der Förderung der Medienscouts NRW gibt diesem Engagement Rückenwind. Gerade auf der Convention wird deutlich, wie wertvoll der landesweite Austausch für die Arbeit der Medienscouts an ihren Schulen ist.“ 

An diesem Austausch in Düsseldorf beteiligte sich auch Clara aus dem ostwestfälischen Brakel. Sie fungiert an den Schulen der Brede in ihrer Heimatstadt als Medienscout. Schülerinnen und Schüler kommen zu ihr, wenn sie Fragen rund um digitale Kanäle haben, wenn sie unsicher sind, wie sie mit bestimmten Inhalten umgehen sollen, und auch, wenn sie auf belastende Texte und Bilder stoßen und sich Sorgen machen. „Medienscout zu sein heißt für mich, nicht alles zu glauben, was man online sieht, und anderen zu helfen, damit umzugehen und zu verstehen, dass sie damit nicht allein sind“, sagt sie.

Die Veranstaltung, an der rund 250 Medienscouts und Beratungsfachkräfte teilnahmen, stellte Themen in den Vordergrund, welche auch Clara in ihrem Alltag als Ratgeberin und Orientierungshelferin an ihrer Schule bewegen. In Workshops und Diskussionsformaten ging es unter anderem um Desinformation und Manipulationsstrategien im Netz, Radikalisierungsdynamiken auf digitalen Plattformen und Sextortion, also Erpressung mit Nacktbildern. Gemeinsam erarbeiteten die Medienscouts Strategien und Handlungsempfehlungen, die sie anschließend direkt an ihre Schulen weitergeben können. 

Auch die Betreuungsfachkräfte nutzten die Medienscouts-Convention, um sich mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Nordrhein-Westfalen zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Erstmals fand auch ein Workshop in Kooperation mit dem WDR-TikTok-Kanal nicetoknow statt, bei dem die Teilnehmenden Einblicke in die Produktion journalistischer Inhalte für junge Zielgruppen auf TikTok erhielten. Zum Abschluss der Convention zeigte Content Creator Jon Mesenberg, wie politische und gesellschaftliche Phänomene auf Social Media verständlich vermittelt werden können und warum Medienkompetenz im Umgang mit Informationen wichtiger denn je ist.

Die Convention markierte den Start für einen besonderen Medienscout-Herbst: Erstmals finden in diesem Jahr zwei Conventions statt. Die zweite Veranstaltung folgt am 15. Oktober in Dortmund.

„Es ist toll, dass sich alle hier der wichtigen Aufgabe widmen, jungen Menschen Orientierung im Dschungel der sozialen Medien zu bieten und Risiken beim Konsum der Kanäle zu verringern“, sagte die Ministerin zu den Medienscouts und Beratungsfachkräften in der Landeshauptstadt, „es braucht Euch als Medienscouts mehr denn je – gerade in einer Zeit, in der Desinformationen, Gewalt und Radikalisierung vermehrt im digitalen Raum stattfinden und durch KI zusätzlich begünstigt werden. Denn es geht letztlich um nicht weniger als den gesellschaftlichen Zusammenhalt nachfolgender Generationen und den Erhalt unserer Demokratie.“ Die stellvertretende LFM-Direktorin Dr. Gerlach ergänzte: „Die Convention hat einmal mehr gezeigt, welche Stärke in diesem gemeinsamen Netzwerk steckt. Mein herzlicher Dank gilt allen Medienscouts und ihren Beratungsfachkräften für ihr Engagement!“

 

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Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw

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