Ergebnisse der Unterrichtsstatistik für das erste Halbjahr 2025/26: Ersatzloser Unterrichtsausfall erneut leicht gesunken
Ministerin Feller: „Wir sind auf dem richtigen Weg, unsere Maßnahmen wirken.“
Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit:
An den öffentlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen wurden im ersten Schulhalbjahr 2025/26 insgesamt 94,1 Prozent des vorgesehenen Unterrichts erteilt. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (94,0 Prozent). Gleichzeitig ist der Anteil der ersatzlos ausgefallenen Unterrichtsstunden auf 4,4 Prozent gesunken (Vorjahr: 4,5 Prozent). Das geht aus der flächendeckenden Erhebung des Unterrichtsgeschehens für das erste Schulhalbjahr 2025/26 hervor.
Schulministerin Dorothee Feller: „Die Zahlen zeigen, wir sind auf dem richtigen Weg, unsere Maßnahmen wirken. Daher werden wir nicht nachlassen und weiter daran arbeiten, mehr Personal für unsere Schulen zu gewinnen, damit noch mehr guter Unterricht erteilt werden kann.“
Aus dem landesweiten Schlaglicht für das erste Schulhalbjahr 2025/26 ergeben sich im Vergleich zu den Halbjahresergebnissen der vorhergehenden beiden Schuljahre folgende Veränderungen:
| 2025/26 | 2024/25 | 2023/24 | |
| Erteilter Unterricht | 94,1 | 94,0 | 93,8 |
| davon Unterricht gemäß Stundenplan | 77,8 | 78,3% | 78,3 % |
| davon Unterricht in besonderer Form | 5,7 | 5,6 % | 5,3 % |
| davon Vertretungsunterricht bei unveränderter Lerngruppe | 8,0 | 8,3 % | 8,1 % |
| davon Vertretungsunterricht bei veränderter Lerngruppe | 1,5 | 1,6 % | 1,6 % |
| davon Distanzunterricht | 1,0 | 0,1 % | 0,5 % |
| Eigenverantwortliches Arbeiten (EVA) | 1,5 | 1,5 % | 1,5 % |
| Ersatzloser Unterrichtsausfall | 4,4 | 4,5 % | 4,7 % |
Die flächendeckende Erhebung des Unterrichtsgeschehens hat sich seit ihrer Wiedereinführung im August 2023 etabliert. Auch in diesem Schuljahr wird der erteilte Unterricht sowie der ersatzlos ausgefallene Unterricht an allen öffentlichen Gymnasien, Grund-, Haupt-, Real-, Gesamt-, Sekundar- und PRIMUS-Schulen sowie an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen und Entwicklung vollständig erfasst. Die Rückmeldequote liegt erneut schulformübergreifend bei 100 Prozent.
Unterricht in besonderer Form ist ein wichtiger Bestandteil des Schullebens. Dazu gehören zum Beispiel Schulfahrten, Exkursionen, Projekttage, Praktika, Wettbewerbe sowie Schul- und Sportfeste. Diese Angebote sind Teil des Bildungsauftrags der Schule und tragen zur Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler bei.
Auch Vertretungsunterricht in veränderter Lerngruppe, etwa durch Zusammenlegung oder Aufteilung von Klassen, sowie Distanzunterricht, etwa bei Unwetterlagen, werden in der Statistik gesondert ausgewiesen.
In der Sekundarstufe II gehört außerdem das eigenverantwortliche Arbeiten (EVA) zum Unterrichtsgeschehen. Dabei setzen sich Schülerinnen und Schüler zeitweise selbstständig mit Lerninhalten auseinander und üben auf diese Weise zugleich wissenschaftspropädeutisches Arbeiten ein, das für die Vorbereitung auf das Abitur wichtig ist.
Ersatzloser Unterrichtsausfall kann auch organisatorische Gründe haben und ist nicht immer auf Personalengpässe zurückzuführen. Vielmehr zählen dazu zum Beispiel Konferenzen und Dienstbesprechungen oder verkürzte Unterrichtstage an Zeugnistagen und Einschulungstagen. Diese Anlässe sind im Schulalltag üblich und allgemein anerkannt, etwa damit Erstklässlerinnen und Erstklässler in Ruhe eingeschult werden können oder Schülerinnen und Schüler am Tag der Zeugnisausgabe früher nach Hause gehen. Dieser weithin akzeptierte Unterrichtsausfall bewegt sich in einer Größenordnung von etwa 2,5 bis 3,0 Prozent.
Die genauen Gründe für den Unterrichtsausfall werden weiterhin mit der Detailerhebung dokumentiert, an der sich alle Schulen über das Schuljahr verteilt für einen Zeitraum von jeweils zwei Wochen beteiligen. Die Ergebnisse dieser Detailerhebung werden wie im Vorjahr mit dem Gesamtbericht für das Schuljahr 2025/26 im 4. Quartal vorliegen.
Schulministerin Dorothee Feller: „Wir verfolgen im Schulsystem Nordrhein-Westfalen einen klaren Kurs. Im Schulkompass NRW 2030 greifen unsere Maßnahmen von der Stärkung der Basiskompetenzen über die Demokratieförderung bis zur Unterstützung und Entlastung unserer Schulen ineinander. Dazu gehört auch die Versorgung unserer Schulen mit ausreichend Personal. Hier ist die Entwicklung positiv: Heute arbeiten über 11.000 Menschen mehr an unseren Schulen als noch bei Regierungsantritt.“
Hintergrund Handlungskonzept
Das Schulministerium verfolgt ein umfangreiches Handlungskonzept mit 34 verschiedenen Maßnahmen, die kurzfristige, mittelfristige und langfristige Wirkung entfalten. So arbeiten mittlerweile fast 11.000 Beschäftigte mehr an den Schulen des Landes als noch im Juni 2022, darunter mehr als 2.100 Alltagshelferinnen und Alltagshelfer, die Lehrkräfte in ihrem Alltag unterstützen. Auch ist es gelungen, die Zahl der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter (LAA) zu steigern. Im vergangenen November haben in Nordrhein-Westfalen fast 3.500 LAA ihren Vorbereitungsdienst angetreten. Im Mai des vergangenen Jahres waren es ebenfalls fast 3.500 – und damit einige hundert LAA mehr als am 1. Mai des Vorjahres.
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