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Gedenkstätten unterstützen die Lehrkräfteausbildung in Nordrhein-Westfalen

Ministerin Feller: Die Erinnerung an das Gestern verpflichtet uns zur Verantwortung für das Morgen

02.07.2026

Das Ministerium für Schule und Bildung teilt mit:

Rund 80 angehende Grundschullehrkräfte vom Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) in Gelsenkirchen haben zwei Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen besucht: das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten und den Geschichtsort Humberghaus in Hamminkeln. Landesweit beteiligen sich 32 solcher Bildungs- und Erinnerungsorte an einem Besuchsprogramm für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter (LAA). Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung stellt für diese besondere Form der Demokratiebildung im Vorbereitungsdienst („Referendariat“) jährlich bis zu 500.000 Euro bereit.

Ministerin Feller, die eine Gruppe von LAA bei ihren Besuchen in Dorsten und Hamminkeln begleitet hat, erklärte: „Gedenkstätten und Bildungsorte wie das Jüdische Museum und das Humberghaus machen uns die Vergangenheit zugänglich, damit wir etwas für die Zukunft daraus lernen. Historisch-politische Bildung schützt uns vor gefährlichen Gedächtnislücken im kollektiven Bewusstsein. Bestrebungen, solche Gedächtnislücken durch eine Kehrtwende in unserer Erinnerungskultur gezielt herbeizuführen, treten wir entschieden entgegen. Für Nordrhein-Westfalen ist klar: Die Erinnerung an das Gestern verpflichtet uns zur Verantwortung für das Morgen.“

Wie es gelingen kann, diesen Grundsatz Schülergeneration für Schülergeneration aufs Neue mit Leben zu füllen, erfährt der Lehrkräftenachwuchs in Nordrhein-Westfalen unter anderem beim Besuch von Gedenkstätten und Bildungsorten vor Ort. Im Jüdischen Museum Westfalen trafen Ministerin Feller und die LAA dabei zuerst auf Judith Neuwald-Tasbach. Die langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, deren Eltern die Shoah trotz Deportation und Zwangsarbeit im Konzentrationslager überlebten, gab bewegende Einblicke in ihre Familiengeschichte. Die anschließende Führung durch die Ausstellung »L`Chaim!«- Auf das Leben! weitete den Blick der Besuchergruppe auf die jahrhundertelange Tradition jüdischer Religion, jüdischer Kultur und jüdischen Lebens in Westfalen – erzählt entlang von 16 Lebenswegen.

Auf solche persönlichen Bezüge setzt auch das Humberghaus in Hamminkeln-Dingden bei seiner Erinnerungsarbeit. Der Geschichtsort vermittelt die „Geschichte einer deutschen Familie“, konkret: der jüdischen Familie Humberg. Im ehemaligen Wohnhaus der Familie erfuhren Ministerin und LAA, wie geschätzte Mitglieder der Stadtgesellschaft innerhalb weniger Jahre zu Opfern systematischer Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten wurden.

Ministerin Feller: „Als Lehre aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte formuliert das Schulgesetz den klaren Auftrag, dass Kinder und Jugendliche an unseren Schulen im ‚Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und Freiheit‘ erzogen werden. Diesen Auftrag haben wir in der nordrhein-westfälischen Lehrkräfteausbildung fest verankert.“ So formuliert etwa eine aktualisierte Verordnung die Stärkung der Demokratiekompetenz angehender Lehrkräfte ausdrücklich als Ziel des Vorbereitungsdienstes. Auch im sogenannten Kerncurriculum für den Vorbereitungsdienst haben Demokratiebildung und Demokratieerziehung ihren festen Platz. Um die Lehrkräfte hierbei zu unterstützen, fördert das Land beispielsweise auch Gedenkstättenfahrten von Schülerinnen und Schülern. Auf dem Webportal „Demokratie in Schule NRW“ finden Lehrkräfte zudem umfassendes Material zur historisch-politischen Bildung.

 

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Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw

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